Weniger Silos, mehr Wachstum: Wie moderne Agenturen Expertise vernetzen
Christoph Pietsch spricht mit uns darüber, warum Wachstum nicht nur durch neue Kunden entsteht, wie Agenturen Expertise besser vernetzen und weshalb moderne Agenturmodelle weniger in Silos und mehr in Systemen denken müssen. Eine Folge über Growth, Vernetzung und die Zukunft von Agenturorganisationen.
Christoph Pietsch kennt die Agenturbranche aus vielen Perspektiven. Als früherer CMO der DDB Group Germany, heute als Chief Growth Officer der Publicis Groupe DACH und als jemand, der mit Creative Hive die Vernetzung der Kreativbranche aktiv vorantreibt. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Agenturen wachsen, relevant bleiben und sich in einem Markt behaupten, der sich gerade extrem verändert. Wir sprechen heute darüber, was Growth und Wachstum heute bedeutet,
warum klassische Agenturmodelle unter Druck geraten und wie die Zukunft aussehen könnte. An dieser Stelle möchten wir euch einmal erzählen, worum es uns und unserem Partner Teamleader bei diesem Podcast geht. In Agency Life Deutschland sprechen wir mit Menschen aus der Agenturwelt über genau die Themen, die Agenturen heute bewegen. Wachstum, Organisation, Profitabilität und bessere Zusammenarbeit. Genau an dieser Stelle setzt auch Teamleader Focus an. Teamleader Focus ist die Software für kleinere und größere Agenturen, die ihre Angebote, Projekte, Zeiterfassung, Rechnungen und Planung an einem Ort steuern möchten.
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Ich freue mich sehr, hier sein zu dürfen. Vielen Dank für die Einladung. Sehr, sehr gerne. Lass uns gleich rein starten. Du schreibst dich Chief Growth Officer bei der Publicis Groupe DACH. Fangen wir an. Wenn du deine Rolle in einem Satz nur beschreiben müsstest, was wäre es?
Der Satz hat dann ein paar Kommatas. Wenn ich das meiner Mama erkläre, dann sage ich, guck mal, unser Job ist es, dass mehr Kunden ins Haus finden, dass die, die da sind, nicht abhauen und loyalisiert werden und idealerweise noch immer wieder besser betreut werden. Perfekt. Und so erzeugen wir dann hoffentlich Wachstum für unsere Organisation. Und natürlich. Jetzt hast du es in dem Satz ja eigentlich schon so ein bisschen gesagt.
Was bedeutet denn aus deiner Sicht Growth heute, wenn man eine Agenturgruppe betrachtet?
Ja, also in der Tat, in dem einen verschachtelten Satz war dann schon eine ganze Menge drin. Ich glaube, eine Agenturorganisation wachsen zu lassen, dazu gehören unterschiedliche Bausteine. In der Tat ist Neugeschäft sicherlich ein ganz bedeutendes Feld. Nicht nur, weil es... Kommerziell attraktiv ist und weil wir damit in Umsatz wachsen und hoffentlich durch die richtige Architektur und Aufstellung dann auch in Profitabilität. Sondern weil ein Kundengewinn, eine neue Partnerschaft ja auch immer neue Energie im System bedeutet, neues Wissen, neue Auseinandersetzungen mit Industrien, Fragestellungen, Herausforderungen und Co.
Also ich finde, Wachstum hat dann in der Tat auch zwei Seiten. Auf der einen Seite sicherlich dann die kaufmännisch-unternehmerische Dimension. Auf der anderen Seite aber auch eine Perspektive, die wir dann gerne auch auf das Haus legen und sagen, auch unsere Mitarbeitenden und Kollegen und wir selbst müssen ja wachsen. Inhaltlich in unseren Fähigkeiten. Wir müssen lernen und auch dafür muss eine Organisation und eine Agenturgruppe Rahmenbedingungen und Grundlage schaffen. So würden wir Wachstum, glaube ich, heute definieren.
Und in der Tat, wenn wir über Wachstum sprechen, denken viele immer. Ja klar, Neugeschäft, neues Geschäft, neue Kunden im System. Was man überhaupt nicht vergessen darf, sind die Kunden, die man hat und ist das bestehende Geschäft. Dafür immer wieder sehr individuelle Lösungen, die richtigen Setups zu bauen, die richtigen auch neuen Expertisen und immer mal wieder frische Köpfe und Energie an den Tisch zu bringen, ist zentral und zwingend notwendig, um eine Agenturorganisation nachhaltig, in Wachstum zu bringen. Wunderbar.
Ich will dir nicht ins Wort fallen, entschuldige. Eine Facette habe ich vergessen. Das schließt aber, das ist so ein bisschen auch wieder Innenperspektive. Neben den guten Leuten, denen du auch ein Wachstumsmindset mit auf den Weg geben musst und zu den richtigen Rahmenbedingungen, das will ich sagen, gehört auch die richtige Investitionsstrategie. Das merken wir. Das merken wir ja heute mehr denn je.
Also wenn wir nicht in der Lage sind, unsere Partnerinnen und Partner in Datenfragen, in Technologiefragen mit dem richtigen Innovationsmindset und Spirit zu beraten, dann kommen wir auch nicht weiter. Das heißt, auch auf der Ebene müssen wir Grundlagen schaffen und müssen immer wieder in den Markt schauen, was braucht es eigentlich, um übergeordnete Ziele zu verfolgen und zu erreichen. Wie bringen wir?
Wie bringen wir Unternehmen und Marken in die Lage, Wachstum für sich selbst zu erzeugen?
Und alles, was es dafür braucht, müssen wir versuchen sicherzustellen. Ich bleibe mal hängen bei dem Wir, in dem Fall Ihr. Ich glaube, das ist ganz wichtig. Wir haben dich ganz kurz natürlich am Anfang vorgestellt, aber für die Zuhörer und Zuhörerinnen ist es, glaube ich, wichtig, nochmal auch zu verstehen, was bedeutet denn in deinem Fall Wir?
Wir sind ja auch im Vorgespräch hängen geblieben beim Thema Power of One. Nimm uns doch mal erstmal mit in euer Agenturmodell. Und auch vielleicht, wie es sich unterscheidet vom klassischen Agenturmodell, wobei gibt es überhaupt das Klassische?
Aber nimm uns mal mit. Ich glaube, klassisch gibt es nicht und ich versuche das mal so ein bisschen anfassbar zu erzählen, wie ich das selber erlebt habe. Ich bin in Kreativ- oder Markenkommunikationsagenturen groß geworden, war zehn Jahre bei Grey, fünf Jahre bei DDB. Das war ein sehr, sehr, sehr guter Tag. Ich glaube, das war ein sehr, sehr guter Tag. Ich glaube, das war ein sehr, sehr guter Tag.
Ich habe natürliche Erfahrungen, die ich dann sehr früh machen durfte, als ich fünf und ein halb Jahren jetzt schon hier angefangen habe. Das war, also die Zugänge, Assess zur Expertise, egal in welcher Entität oder in welcher Agenturmarke, in welcher Kompetenz, die war zugänglich für Kunden und für die aktuelle Aufgabe. Ohne, dass das Ganze komplexitätsbehaftet ist mit Intercompany-Rechnungen und, und, und, und, und. Das heißt, das ist eigentlich... Das ist ein großes Versprechen unserer Organisation. Übersetzen würden wir das heute in, wir versuchen, und das ist, das ist wie gesagt Ambition, wir versuchen, um unsere Kunden und um die Marken herum ein möglichst individuelles, kundenzentriertes Setup zu bauen.
Mit sämtlichen Expertisen, die es braucht, um Marke durch Kommunikation, Marketing, Medienarbeit erfolgreich zu machen. Das ist das Versprechen unserer Gruppe. Das hat dann, das hat dann, wir bauen, wir bauen Barrieren ab, die es vielleicht in Wettbewerbsstrukturen immer noch gibt. Zeitgleich musst du natürlich, wenn das das Versprechen ist, musst du sicherstellen, dass diese Menschen sich dann auch alle in einem möglichst individuellen Setup für eine Marke auch alle verstehen, dass die alle dieselbe Sprache sprechen. Also der Data-Experte, der ist nicht nur anders sozialisiert. Sondern der spricht auch eine andere Sprache als der Kreativdirektor in einer unserer tollen Kreativagenturen.
Diejenigen dann miteinander zu harmonisieren. Ich brauche immer einfache Bilder, um die Dinge zu verstehen. Das ist so ein bisschen wie die Europäische Union. Also wenn du den Italiener mit dem Polen und dem Deutschen in einen Raum spärst und die alle nur auf der Landessprache sprechen, dann wird es schwierig. So und wir haben innerhalb unseres Betriebssystems und unseres Power-of-One-Systems haben wir... ...nicht nur dafür gesorgt, dass sämtliche Exzellenzen in einem Raum sind, sondern wir haben auch das Englisch erfunden, dass die nicht nur alle miteinander reden, denken und arbeiten können.
Sondern dass wir außerdem wissen, welche Expertise eigentlich welche Rolle in welchem Prozessschritt übernehmen muss und welche Verantwortung dort getragen wird und was dort passiert. Das klingt für den Außenstehenden dann immer komplex. Eine weitere Besonderheit in diesem Modell ist... ...und das sagen fast alle und nicht jeder Anbieter im Markt hat das dann auch so konsequent übersetzt, wie wir das getan haben, zumindest glauben wir das. Das Ganze ist dann auch in eine Gewinn- und Verlustrechnung übersetzt. Das hat zur Folge, wir werden alle an denselben Zielen ausgerichtet, wir werden alle an denselben Zielen und KPIs incentiviert.
Und das verstärkt ein kollektives Gemeinschaftssystem. So dass du dann verstehst, guck mal, es ist ein Arbeitsmodell, ein Operating-System, es ist gleichzeitig Kulturbaustein und es ist gemeinsame Sprache und Vorgehen. Und das sind so Ebenen, die unser Modell dann zumindest jetzt skizzenhaft hoffentlich so ein bisschen beschreiben. Zusätzlich wichtig, es gibt einen zentralen Ansprechpartner, den es dann eben braucht, der auch interdisziplinär aufgestellt ist, wo Gewerke und Expertise koordiniert wird. So dass du Kunden und Partnern möglichst eine zentrale Anlaufstelle, eine Schnittstelle bietest, wo sämtliche Projekte und Themen koordiniert werden, wo Transparenz hergestellt wird über nicht nur Wissensstände, sondern auch Arbeitsfortschritt. Und ich hoffe, das beschreibt das ein wenig, dass das dann zu einem homogenen System ist.
Wir glauben, wir wählen damit den richtigen Weg. Und können. So sicherstellen, dass wir möglichst umfassend Beratungsleistungen erbringen können. Super gut. Ich mag, wie viele Bilder du zeichnest. Das macht es alles sehr viel einfacher. Und trotzdem eben der Punkt, du hattest ja auch gesagt, nach außen ist es oftmals gar nicht so leicht vielleicht auch zu verstehen oder für den Externen. Wir wollen bei uns in der Stadt ja auch immer wieder auf Pricing-Power-Angebote und Co. blicken.
Wie kommunizierst du es nach außen?
Also wie gehst du letztendlich oder wie verändert sich auch das Angebot?
Letztendlich durch diese riesige Power, weil der Rattenschwanz hinten dran, der wirkt erstmal unfassbar, also powerful. Aber was ändert sich im Angebot?
Naja, also Angebotsportfolio wird natürlich deutlich breiter, weil du gerade das Stichwort Pricing genannt hast. Das heißt aber nicht, dass es ausschließlich teurer ist, sondern eigentlich gegenteilige Argumentation. Wenn wir sagen, wir maßschneidern dir ein Beratungsangebot aus unterschiedlichsten Expertisen, unserer Gruppe und stellen dir ein solches Team zur Verfügung, dann hat das den großen Vorteil, dass du nicht wie in der Vergangenheit oder wie in anderen Strukturen eine Kreativagentur, eine Mediaagentur, eine PR-Agentur brauchst und die dann auch das ganze Jahr über durchfinanzierst mit deinen Projekten,
sondern dass Expertise entsprechend in deinem Team vorgehalten ist mit dem Projektvolumen, was du allogierst und was du brauchst, sodass du dir nicht diese... Diese Parallelorganisation, Koordinationsarbeit und Pflege auch noch ans Bein bindest. Das ist ja das, was wir mit Reibungsverlust meinen und wo wir glauben, auch Effizienzen heben und abzeichnen zu können. Und das ist dann aber wirklich alles unter eurem Dach quasi, also die unterschiedlichen Kompetenzen und alles trifft sich bei euch unter eurem Dach wieder. Exakt.
Also wir haben unter unserem Dach unterschiedlichste Marken von Saatchi und Saatchi. Net, Digitas, MSL, die Publicis Media, alle haben ihre Expertise und natürlich werden Angebote nicht ausschließlich aus einer Power-of-One-Logik in den Markt verkauft, beziehungsweise angeboten, sondern wenn Kunden auf uns zukommen und sagen, nein, wir haben ein anderes Konstrukt gewählt, wir brauchen jetzt einen Spezialisten, der uns in der Mediathek... Wenn uns die Media hilft, dann ist auch das einfach. Dann geht es eben da um die solitäre Kompetenz und nicht um das interdisziplinäre Dach.
Aber du hast trotzdem die kurzen Wege letztendlich. Exakt. Jetzt lassen wir uns nochmal zum Englisch zurückkommen. Wie habt ihr das geschafft?
Also wie habt ihr es geschafft, diese Prozesse zu bauen?
War das eher die richtigen Menschen installieren?
War es vielleicht auch ein Thema der Infrastruktur?
Wahrscheinlich beides, aber wie habt ihr damit angefangen?
Ja. Ich muss dazu sagen, das ist vor meiner Zeit geschehen und ich hatte den cleveren Gedanken nicht selber. War aber dann sehr schnell davon total begeistert. Eben durch diese auch persönlichen Erfahrungen, wenn du dann Expertise für spezielle Herausforderungen brauchst, dass die innerhalb des Systems sofort zugänglich ist. Das hat was mit Strukturen zu tun.
Das hat vor allen Dingen aber auch was... Also hat das eine kulturelle Komponente. Agenturen in solchen Holding Companies waren ja auch sehr, wie soll ich sagen, selbstbewusste Organismen. Eine Agentur wie Saatchi & Saatchi ist eine stolze Agentur, wie jede andere auch. Nichtsdestotrotz muss ich dann, wenn ich so interdisziplinär arbeiten möchte, muss ich mich natürlich auch einordnen. Und das trifft jetzt nicht...
Nicht nur auf eine Saatchi & Saatchi zu, sondern das ist per se. Muss man dann sich in einen solchen Kollektivansatz auch hineinbegeben wollen. Das heißt nicht, wie in der Vergangenheit, wie man das so vor 20 Jahren, war die Kreativagentur immer automatisch die Lead-Agentur und hat irgendwie den Anspruch erhoben, wir sind diejenigen, die Marke verantworten und dann auf die zusätzlich benötigten Gewerke herunterschauen und sie dann führen.
Das ist nicht so. Ich würde sagen, da haben wir sowieso eine grundsätzliche Verschiebung, welche Kompetenzen heute wichtig sind, wer eigentlich mit wem eng zusammenarbeiten muss, damit man noch erfolgreicher und effizienter, wie effektiver in seiner Arbeit vorging. Und das ist ein kultureller Prozess. Du musst Kompetenzen aneinander oder heranführen.
Du musst Verständnisschnittstellen bilden. Das hat was mit ganz viel Ausbau. Das hat was mit Ausbildung zu tun. Idealerweise versteht ja auch der Mediaplaner, was in so einer Kreativagentur dann eigentlich erarbeitet wird. Wo sind denn dann Bruchstellen, wo sind Übergabepunkte, die wir überwinden müssen, sodass es nicht nur eine gute Experience für einen Kunden ist,
sondern dass es auch ein sauberer Prozess, den alle nachvollziehen können, am Ende gebildet werden kann. Und das dauert dann auch in der Tat Zeit. Bis man über viel Dialog, viel Austausch, viel Wissenstransfer und saubere Prozesse dann irgendwann zu einem robusten Arbeitsmodell gefunden hat. Super gut.
Wir bleiben in unserer Staffel dieses Jahr auch immer wieder hängen zwischen der Frage, ist es jetzt mittlerweile die oder ist es noch die große etablierte Agentur mit sehr, sehr vielen Teammitgliedern, die vielleicht auch den Full-Service-Ansatz fährt. Oder ist es eher die Nischenagentur, die jetzt einfach durch die Verwandlungen, die Schnelligkeit, den Druck von außen und so weiter sich wieder durchkämpft. Ich entnehme dem aber eigentlich, ihr habt ein Hybridmodell gefunden.
Ja, also stimmt. Ich glaube, wenn wir heute so über ein modernes Agenturmodell sprechen und Anforderungsprofile an solche Strukturen, dann glaube ich, dann ist eins unumstößlich, es darf nicht statisch sein. Es muss immer flexibel und ein morphes System bleiben.
Du musst in der Lage sein, Kompetenzen um Kundenbedürfnisse sehr situativ und schnell anzupassen und es muss bedürfniszentriert marken, kundenzentriert organisiert sein. Ich weiß nicht, ob Größe dabei eine Rolle spielt. Manchmal schon. Die Mannstärke ist da bedingt entscheidend. Manchmal ist es Internationalität, wenn du globale Scopes hast,
wenn du Marken mit einem internationalen Footprint beraten möchtest, dann braucht es gewisse Infrastrukturen. Ich glaube aber grundsätzlich, dass Größe nicht immer so der ausschlaggebende Faktor ist. Wenn du fragen würdest, wer sind denn die Strukturen,
die sich zukünftig dann auch behaupten und durchsetzen werden?
Ich glaube es ist ich glaube Networks und Networks werden durch clevere Investitionsstrategien und Möglichkeiten, also in Technologie und in Daten und Co. werden, werden beratungsrobuste Plattform Angebote werden. Es braucht aber immer noch mal eine Spezial Expertise, die nicht in solchen Systemen vorgehalten werden kann. Es wird immer speziell.
Es muss immer eine Spezialistin geben. Du musst als als holistisches Angebot musst du schauen, dass du das höchstmögliche Qualitätsniveau in sämtlichen Kompetenzen abbilden kannst. Aber es wird immer jemanden geben, der nehmen wir ein Beispiel vom Cultural Marketing. Es ist gerade ein Thema. Haben wir zum Beispiel über eine strategische Partnerschaft gelöst,
weil wir gewisses Wissen und Erfahrungswerte gar nicht so im System vorhalten können und dann auch wollen. Haben ein sehr smartes aus unserer Sicht smartes Modell gefunden mit einem einem Beratungsangebot, das auch nicht zu unserer Gruppe gehört, also Third Party. Auch so flexibel muss Power of One dann sein, so etwas dann zuzulassen und immer im Sinne des Kunden und der Aufgabe. Und dieses Culture Marketing nur eine Facette. Manchmal gibt es sehr individuelle Bedürfnisse auch aus anderen Kompetenzregionen und da musst du einfach in der Lage sein,
dich, ich vergleiche das, wieder einfache Bilder im Kopf. Im Basketball hat man in der Schule beigebracht bekommen, es gibt den Sternschritt. So, wenn wir diejenigen sind, die das gefestigte Standbein abbilden, notwendige Kompetenzen, aber auch mal situativ dazu addieren können und müssen, dann erklärt das ein zukünftiges Bild, glaube ich. Und ich glaube, da wird es hingehen, das ist auch kein, ich mag diesen Abgesang auf, auf einzelne Vertreter und Vertreterinnen in unserer Branche immer nicht.
Ich glaube, für alle gibt es eine Rolle. Spezialisierung und Exzellenz ist sicherlich eine Daseinsberechtigung. Größe in Klammern mit Blick auf Technologie, mit Blick auf Datenkompetenz, mit Blick auf Mediaberatungsangebote ist dann wahrscheinlich die andere große Sache. Das ist eine große Säule. Dazwischen befürchte ich, könnte es schwierig werden. Also die klassische Werbeagentur, die wird es auch immer noch geben, aber von denen wird es wahrscheinlich perspektivisch weniger geben. Ja, ja. Und am Ende drehen wir uns ja auch in deinen Aussagen immer wieder auf das Thema Vernetzung. Wir hatten ja auch im Vorgespräch nochmal das Thema Creative Hive, korrigiere mich, deine Initiative zum Austausch in der Kreativbranche.
Hatten wir auch ganz kurz gesprochen. Fasst ja auch sehr viel von dem zusammen, was du gesagt hattest. Was wäre denn da aus deiner Sicht nochmal so der Rat an andere Agenturgründer, Gründerinnen, Leiter, Leiterinnen?
Wie sollte man jetzt gerade in den nächsten Jahren auch vorgehen mit Blick auf die Vernetzung mit anderen Begleitern und wie auch immer?
Vernetzung ist, glaube ich, aus zwei Perspektiven ganz entscheidend. Wenn wir aus der Profession kommen. Also Services dürfen nicht mehr solitär dastehen. Am Ende ist das ja die Basis von Power of One und der Kern des Vorgehens, von dem wir glauben, dass es das Richtige ist, um Marken erfolgreich und unternehmerisch zu führen, zu begleiten und zu entwickeln. Das heißt, Kompetenzen miteinander zu vernetzen, ganz nah aneinander zu holen. Das ist die eine Dimension, Vernetzung.
Das andere, und das ist so ein bisschen ein, ich habe das in den vergangenen Jahren immer für wahnsinnig wichtig und bedeutend empfunden, eine Agentur ganz gleich welcher Größe, wenn sie in der Lage ist zu verstehen, dass sie sich als Plattform verstehen kann. Und sich als vielleicht Zentrum, das soll kein Ego beschreiben, aber ein Bild wieder aufmachen, als Zentrum in einem Ecosystem. Ich habe mir mal zum Beispiel gefragt, Mensch, kennen wir eigentlich die Menschen, Systeme oder die Menschen, Marken, Unternehmen, Institutionen, mit denen wir interagieren als Agenturgruppe?
Also welche Kunden gibt es? Welche potenziellen Kunden gibt es? Welche Mitarbeitenden mit welchen?
Welche potenziellen Fähigkeiten gibt es? Welche auch ehemaligen Mitarbeitenden, also Alumni haben wir eigentlich, die jetzt mittlerweile irgendwo anders tolle neue Aufgaben gefunden haben. Mit welchen Stakeholdern interagieren wir? Außerdem von Partnern, Medienhäusern und, und, und. Und auf einmal merkst du, das wird riesig, mit dem Ökosystem zu spielen. Das ist dann je nach Agenturgröße. Aus deinem Playground zu verstehen und dich als den vielleicht auch Vernetzer und Connector. Mein Kunde A hat ein Problem, das muss nicht immer rein fachlicher Natur sein, sondern der braucht vielleicht mal einen Rat und eine Hilfe. Und der braucht vielleicht mal einen Stimuli und Impuls aus einer anderen Branche, wo ich ein ähnliches Problem identifiziert gesehen und auch schon mal gelöst habe.
Liegt es dann an mir, glaube ich, die beiden mal miteinander zu vernetzen? Hat der Kunde oder hat dein Partner auf der anderen Seite, welche Frage auch immer auftaucht, ich glaube, muss dich über einen Scope hinaus, musst du dich für die unternehmerischen Bedürfnisse, aber auch die Individualbedürfnisse deines Kunden, musst du dich nicht nur kümmern, musst dich dafür interessieren, musst immer versuchen, glaube ich, Lösungsanbieter zu sein. Das kann auch mal so weit gehen, dass man sagt, Mensch, und auch das gehört ja zum beruflichen Leben mit dazu, wenn sich Karrieren mal verändern und man einfach im Markt auch, auch mal Augen und Ohren offen hält für jemanden, der sich vielleicht beruflich verändern möchte, muss, wenn mein Unternehmen, mein Partner für eine Position ein entsprechendes Profil verfasst hat. Vielleicht liegt es dann auch an mir, da Hilfestellung und Leistung anzubieten und mein Ecosystem ist dafür die perfekte Plattform.
Wenn ich das sauber orchestriere und du immer wieder jemand sein kannst und dich nicht nur inszenieren, sondern ins Spiel bringen kannst als Lösungsanbieter, dann ist, glaube ich, so eine Philosophiefrage und eine ganz wichtige Regel, danach nicht sofort den ersten KVA schreiben über 500 Euro Netzwerken, sondern das mit einem Verständnis zu tun und damit sind wir immer sehr gut gefahren, Payback kommt immer. Vielleicht nicht in sechs Monaten, vielleicht nicht in zwei Jahren, aber Payback kommt immer. Ich weiß nicht, ob du das mit Netzwerken meinst oder ob das eher so der fachliche Teil war, wie wir... Ich weiß nicht, ob du das mit Netzwerken meinst oder ob das eher so der fachliche Teil war, wie wir...
... mit Data, CRM, Influence, Commerce zu integrierten Angeboten zusammenfassen, die nicht nur Notwendigkeit, sondern auch ihren Sinn haben. Aber du hast Creative Hive angesprochen und deswegen dachte ich, geht es dann auch so ein bisschen um die Community-Building-Arbeit. Absolut, absolut. Und das ist ja auch etwas, was, glaube ich, einfach nicht mehr wegzudenken oder auch nicht mehr wegzignorieren ist im Alltag. Ich meine auch aus unserer Agenturperspektive. Es sind so viele Aufgaben dazugekommen, finde ich, wo du einfach vor ein paar Jahren noch nicht so an deine Grenze gekommen bist. Also gerade, wenn es extrem in die Tiefe geht.
Also sei es eine Anfrage eines Kunden, wo es um KI-Telefonie geht beispielsweise. Wir könnten das jetzt in irgendeiner Form umsetzen, aber wir wären hirnrissig, wenn wir uns da jetzt so tief reindenken, wenn ich weiß, ein guter Freund hat eine eigene Agentur aufgemacht damit. Warum schaffe ich nicht die Vernetzung und irgendwann kommt es zurückgespielt beispielsweise. Also dieser Netzwerk... Der Gedanke super gut und ich glaube, das ist einfach eine Philosophie, wo man mehr reinkommen muss. Und ich habe jetzt eher das Bild von dir wieder vor Augen, eher so der Detektiv mit seiner Riesen-Mindmap irgendwie vor sich, der so die zigtausend Leute an der Hand hat.
Kannst du das machen?
In einer der Agenturen, weil irgendwie bin ich immer an den Punkt gelangt, verdammt, ich habe den vergessen oder das Thema ist mir wieder durchgerutscht. Bei Grey war das, da haben wir dann mal so... Wir haben dann schon einmal Tafellack gekauft und haben dann in unserem Teambüro eine ganze Wand mit Tafellack vollgekleistert und haben uns da dann, also da waren dann Personen und Namen von Unternehmen und Themen, da war einfach alles einmal drauf, sodass du irgendwie eine Übersicht hattest über dein Ökosystem, sehr akute Bedürfnisse, sodass man das immer wieder vor Augen hat, neben dem täglichen Tun auch Projekt. Und auf Kunden, dass du sagst, okay, das ist deine Gedankenstütze, dass du immer wieder daran denkst, was brauchst du. Manchmal ist das so eine Visualisierungshilfe, mir hat das sehr geholfen. Total, total, das wird ja immer mehr und immer mehr Information und irgendwie immer spezifischer, deswegen mega gut.
Du, wir kommen zeitlich schon so ein bisschen ans Ende unserer Episode. Bevor wir nochmal kurz in den Special Part einsteigen, geht um Sätze vervollständigen. Letzte Frage noch zu dem Thema. Vorher nochmal vielleicht ein bisschen allgemeiner. Was wird denn aus deiner Sicht so dieses gesamte Agenturumfeld in den nächsten Jahren am stärksten verändern?
Zeitleiste ist in den nächsten Jahren. Ja, in den nächsten Jahren. Technologie. Da schließe ich Datenkompetenz mit ein. Also wir wollen. In Sachen Marketing, Kommunikation, Medien wollen wir beraten.
Wer in Sachen Technologie und Datenkompetenz nicht auf der Höhe ist, der wird es sehr schwer haben. Wunderbar. Kommen wir zum Special Part. Ich hoffe, du bist bereit. Das sind im Grunde nur fünf kurze Sätze, die du vervollständigen müsstest. Oh, okay.
Ein starkes Agenturumfeld. Ein starkes Agenturmodell. Erkennt man daran, dass es maximal auf die Bedürfnisse des Kunden beziehungsweise der Marken ausgerichtet ist. Kunden und Kundinnen erwarten zukünftig von Agenturen Flexibilität, Geschwindigkeit und Performance. Perfekt.
Die vielleicht größte Chance für die Kreativbranche liegt in der Fähigkeit, Kreativität einen Wert zuzuschreiben und sie verkaufen zu können. Perfekt. Schon geschafft. Wunderbar.
Ja, das ist immer fies, gell. Aber sehr, sehr gut. Du, wir sind eigentlich ganz am Schluss angekommen. Meine letzte Abschlussfrage an dich. Wenn du anderen Agenturleiter,
Leiterinnen einen Tipp geben müssten, den sie morgen anfangen umzusetzen, um ihre Agentur zum Wachsen zu bringen. Womit sollten sie starten?
Wachstum, Marketing und Kommunikation für das eigene Beratungsangebot, einen festen Sitz auf der
höchsten Organisationsebene zu geben. Ich glaube, dieser Muskel muss permanent trainiert
und weiter ausgebildet werden. Und du kannst die Verantwortung für Wachstum, für Kundenstabilität und Sicherung, für
unternehmerisches Vorgehen und kaufmännische Souveränität, das kannst du nicht wegdelegieren. Das muss immer im Boardroom sein oder in der Geschäftsführung verankert sein.
Mal wird das je nach Größe, der Organisation wird das in Personalunion mitgemacht. Wenn man diese Verantwortung auch in eine
feste Person übertragen möchte, dann muss man ihr auch die Visibilität und die Bedeutung muss man ihr zugestehen,
die diese wichtige Funktion auch braucht. Und das sehe ich immer wieder, dass das manchmal so als Blinddarm gehandhabt wird.
Und das ist ein Fehler. Wachstumsfragen gehören in jeden Weekly Jour fixe. Ein wunderschöner Abschluss.
Showfix ist nie ein guter Abschluss, aber der Gedanke füllt einen Message. Christoph, hat euch das geholfen und ein bisschen Spaß gemacht?
Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Danke für die Perspektiven. Gerne. Wir hätten, glaube ich, noch ewig weiterreden können, aber wir schauen immer, dass wir es irgendwie knapp halten. Deswegen Dankeschön und auch Danke an alle fürs Zuhören.
Dankeschön. Bis ganz bald. Macht's gut. Dankeschön. Tschüss. Ciao.