Wann ist die Positionierung wirklich gut und wie flexibel muss der Markenkern sein?
Starke Positionierungen sind wie Nischen, die dabei helfen, passgenaue Kund:innen und Talente anzuziehen. Eine zu starre Positionierung hemmt wiederum das Wachstum von Agenturen. Was es braucht, um glaubwürdig und gleichzeitig flexibel zu bleiben, warum die Positionierung wie ein Leitstern ist und wie man einen starken Markenkern aufbaut.
Ich glaube grundsätzlich, dass eine Positionierung nicht so richtig fertig ist, weil es ist ja auch wie so ein lebendes Objekt und man beobachtet ja auch den Markt, was passiert. Das hing dann plötzlich alles an diesem kleinen Wörtchen „Werteagentur“ und ich glaube, das ist für uns auch wie so ein Leitstern durch alles, was wir tun. Also wir wollen jetzt nicht irgendwie eine Kaltakquise Telefonat Armee hinter uns haben, sondern die Leute sollen zu uns kommen, weil sie von uns gehört haben, sie haben einen Fachbeitrag gelesen, sie haben einen Vortrag gehört. Weil am Ende nutzen wir alle ähnliche Tools, am Ende gehen wir mit ähnlichen Methoden vor, aber die Haltung, die du gegenüber den Menschen, die auf der anderen Seite beim Kunden sitzen, hast, die Haltung, die du gegenüber dem Thema als solches hast, das ist ein wirklicher Differenziator. Herzlich willkommen zur zweiten Episode von Agency Life Deutschland bei Teamleader.
Wir sind Chris und Jona und in dieser Folge dreht sich alles um das Thema Positionierung von Agenturen. Was bedeutet eigentlich eine starke Positionierung für eine Agentur und wie baue ich diese erfolgreich auf?
Chris, fang du doch mal an. Was bedeutet Positionierung für dich?
Für mich hat Positionierung immer etwas mit „Wie will ich wahrgenommen werden?“ zu tun. Hierzu ein Beispiel. Vor allem als Kind machen wir ja viele Phasen durch, viele Identitäten. Einmal sind wir Punk, dann sind wir Cowboy, dann sind wir Fußballstar oder Popstar. Jedes Mal, wenn wir diese Identität selbst schaffen, gehören Merkmale dazu.
Als Cowboy trage ich zum Beispiel Lederstiefel oder eine Lederjacke. Mit diesen Merkmalen stelle ich meine Positionierung dar. Denn andere nehmen sofort wahr, für was ich stehe und können mich einordnen und identifizieren. Und wie sieht es dann mit der Identität von Agenturen aus?
Eine Agentur kann natürlich nicht heute Punk und morgen Cowboy sein. Das ist unglaubwürdig und das Gegenteil einer starken Positionierung. Okay, ich merke schon, es wird anspruchsvoll. Aber würdest du sagen, es gehört zu den anspruchsvollsten Themen im Leben einer Agentur?
Anspruchsvoll, ja, aber es sollte niemals kompliziert werden. Hier ist Einfachheit einfach sehr wichtig. Das erläutern unsere vier Gäste in der heutigen Folge. Na, dann starten wir gleich mal rein zu unserer Kollegin Annalena, die mit unseren Gästen Chris Höfner, Dennis Lück, Matthäus Michalik und Heiko Willers spricht. Wir gehen einmal ganz kurz die Runde durch. Wenn ihr es ganz schnell beschreiben müsst.
Dennis, wie ist brinkertlück positioniert?
Werteagentur statt nur Werbeagentur. Das ist euer Claim auch so?
Und unsere Positionierung, alles in einem. Chris, Freunde des Hauses?
Markenberatung und Kreativagentur. Matthäus?
Wir sind eine internationale Search und Content Marketing Agentur. Heiko, wie ist es bei Clue One?
Strategieberatung für Marketing, Vertrieb und Service mit Agenturdienstleistung. Okay, das war schnell, wir sind fertig. Kurze Folge. Kommen die Kunden denn zu euch als Agentur oder zu euch als Agenturgründer?
Also als Personal Brand, Dennis?
Oh, halb halb würde ich wahrscheinlich sagen. Also klar, es ist People’s Business, das ist so, das kann man einfach nicht wegleugnen. Deshalb denke ich, da gibt es einen großen Stamm, der deswegen kommt, und ich glaube, der andere Teil, deshalb reden wir wahrscheinlich auch über Positionierung, ist: Wie ist eine Agentur positioniert und was kann sie dann der Marke, dem Unternehmen bieten, genau eben mit der Positionierung.
Das ist wahrscheinlich dann die andere Hälfte. Also einmal Mensch und auf der anderen Seite vor allem Leistung?
Mensch und Inhalt, genau. Du bist ja im Bereich Kreativ. Matthäus, du bist im Bereich SEO, also viel technischer, ganz anders messbar. Wie ist es bei euch?
Kommen deine Kunden zu dir und zu deinen Mitgründern oder zu euch als Agentur?
Ich würde Dennis zu 100 Prozent zustimmen, also halb halb. Natürlich wollen wir als Agentur als Experte, als Meinungsführer gesehen werden, aber klar, wenn man lange in der Branche ist, dann kommen halt auch viele Experten auf Kundenseite zu dir, weil die sagen: „Hey, ich weiß, wie du arbeitest, ich kenne dich, ich habe schon mal Vorträge von dir gesehen, was von dir gelesen.“
Und die kommen dann eben zu dir, weil sie mit dir arbeiten wollen, aber natürlich ist das ganze Team eigentlich für den Erfolg verantwortlich. Also man darf nicht in dieses Dilemma kommen, dass man sagt: „Okay, ich bin die Agentur und irgendwie dahinter, da drunter.“ Das Team ist eigentlich, also nur so gut, wie das Team ist, so gut ist man eigentlich als Agenturgründer.
Und wir sind auch drei Agenturgründer, ich bin immer so, es heißt Außenminister, also ich bin immer die laute Person auf der Bühne, weil es mir irgendwie liegt und Spaß macht, aber ich glaube, mit meinen beiden Mitgründern, einmal Magdalena und einmal Martin, ohne die beiden wäre unsere Agentur nicht so erfolgreich, ja. Das heißt People’s Business definitiv, aber nicht nur die Gründer, sondern eigentlich das ganze Team dahinter, weil die machen ja eigentlich die meiste Arbeit und nicht nur wir als Galleonsfiguren.
Ja. Lass uns mal da reingehen, was du gerade gesagt hast. Ich habe den schon mal auf einem Vortrag gesehen zum Beispiel. Ihr steckt ja sehr viel Energie ins Branding. Was macht ihr alles, um eure Agentur zu branden, um die Brand nach vorne zu bringen?
Ich würde sagen, sehr, sehr viel. Ich würde auch sagen, das ist eigentlich unser Vertrieb. Also wir wollen jetzt nicht irgendwie eine Kaltakquise Telefonat Armee hinter uns haben, die Leute sollen zu uns kommen, weil sie von uns gehört haben. Sie haben einen Fachbeitrag gelesen, sie haben einen Vortrag gehört, wir haben einen Podcast gelauncht, wo wir auch aus dem Agenturalltag sprechen, einmal natürlich, um neue Talente
zu finden, aber natürlich auch, um neue Kunden und spannende Projekte für uns zu gewinnen. Und wir haben von vornherein immer auf Agentur Marketing gesetzt, das heißt, wir haben gesagt, das ist eine Investition in die Marke. Wenn wir lange genug über das Thema sprechen, werden wir irgendwann hoffentlich das Tempo der Agenturen im Search Bereich werden, dass die Leute halt eben sagen: Okay, wenn es um Search geht, kann ich das nicht machen. Wenn es um Content Marketing geht, aus der Search Perspektive gehst du zu Claneo, weil
sie genau das tun und eben international auch agieren. Das heißt, wir haben auch selbst ein eigenes Team von vier Personen, die nichts anderes machen, als dafür zu sorgen, dass unsere Social Media Kanäle bespielt werden, dass wir auf Konferenzen aktiv sind, sei es Webinare, sei es Offline Konferenzen, Fachpublikationen. Also im Grunde ist es halt so eine Klaviatur, also ein Keyboard an vielen verschiedenen Aktivitäten.
Ich würde sagen, das große Ganze ist halt das Branding der Agentur, einmal als Experte für Kunden, aber auch einmal als der Weg für Talente, um sich weiterzubilden und halt irgendwie hoffentlich die bestmögliche Station zu haben im Lebenslauf, wenn es um Search und Content Marketing geht. Das heißt, ihr verbindet auch Employer Branding und Branding der Agentur in Richtung Kunden?
Genau. Also ich würde sagen, am Anfang war es viel mehr Agentur Branding, mittlerweile, wenn man sich den Markt anschaut, ist es viel mehr Employer Branding, weil die Kunden sind da, aktuell. Ich glaube, durch Corona auch sehr stark getrieben, Digitalisierung getrieben, aber die Talente kommen nicht nach.
Das heißt, wir investieren viel mehr Energie, um Talente zu finden, um Talente auszubauen und zu halten. Ich glaube, das ist im Agenturgeschäft bei allen Agenturen der Fall, also wenn ich so nach links und rechts schaue, Digitalagenturen, vielleicht auch Kreativagenturen genauso, ist eigentlich das Talent das Wichtigste und wird wahrscheinlich in Zukunft über Erfolg entscheiden.
Deswegen würde ich sagen, Marketing der Agenturen sehr stark Richtung Employer Branding mittlerweile und da muss man halt diesen Spagat finden, aber aktuell schon stärker gewichtet nach Employer Branding. Aber ihr seid ja sehr stark über Inhalt, über Wissen positioniert und wenn ich mir jetzt die anderen Modelle anschaue, Chris, könnt ihr euch so stark über Wissen positionieren bei Freunde des Hauses?
Ich muss jetzt eigentlich sofort Ja sagen, ich meine, das ist ja eine gezwungene ... Ich glaube, es liegt eher am Thema. Es war nicht die Frage, ob ihr überhaupt irgendwas wisst, das wollte ich nicht fragen. Ja, ich muss dazu schlucken. Also Wissen kann man ja übertragen mit Kompetenz, also ich meine, sein Gewerk einfach beherrschen. Darum geht es ja im Prinzip so. Und vorher möchte ich noch sagen, so der kürzeste Weg
ist ja immer der zur eigenen Nase, also das, was ihr macht, wissen wir auch, können wir uns noch eine gehörige Scheibe von abschneiden, ist wie immer schon auf dem Tableau, dass man sich da noch mehr drum kümmern muss. In den vergangenen Jahren ist es sehr erfolgreich gelaufen. Wir schleifen solche Themen ja auch irgendwie immer, ich glaube, das kennen wir alle. Da ändert sich glücklicherweise auch bei uns was dran, das finde ich wichtig, hat ja auch
immer noch mal wieder was auch dann mit den eigentlichen Jobs zu tun, die man dann macht, weil das auch in unserer Kompetenz liegt. Und jetzt ist mit dem Wort Kompetenz der Bogen zu deiner Frage geschlagen, also was wir schon merken ist, dass man uns, wie sagt man das so salopp, auf dem Schirm hat, wirklich für diese sehr kreative Arbeit, diese Umsetzung von sehr kreativen Maßnahmen, großen Ideen, die auf strategischen Ansätzen basieren.
Da haben wir dann sozusagen die Situation, das fiel ja vorhin auch schon mal in der Diskussion, das Weitererzählen, das da entsprechend greift. Das kann aber auch mal der berühmte Anruf sein wie: „Ich habe den Case XY auf eurer Website gesehen, der passt zu uns.“
Das wissen wir alle. Alle unsere Webseiten, wahrscheinlich bis auf eure, könnten aktueller und besser sein. Auch das, da ist ja auch jeder immer so in der eigenen Situation, das aktualisieren zu müssen. Also ich würde definitiv unterschreiben,
dass wir in unserer Kompetenz auf jeden Fall gesehen und wahrgenommen werden. Und das ist auch was, was ihr bewusst anstrebt und ansteuert?
Das ist ja unser Kern. Also Markenberatung und Kreativagentur, das ist das, worum sich alles dreht. Auch wenn wir uns natürlich mit neuen Ansätzen in unserem Portfolio auseinandersetzen, um zu wachsen, um uns sozusagen zu vergrößern,
um sinnhaft noch mit Gewerken anzudocken, was der oder die Kundin brauchen könnte. Aber auf jeden Fall. Das ist unsere Grund DNA. Heiko, ihr seid sehr, sehr stark über das Thema Why positioniert. Haben wir so im Vorgespräch schon so ein bisschen rausgearbeitet.
Kannst du erzählen, wie das funktioniert bei euch?
Agenturen müssen öfter miteinander reden und nicht nur über die schönen Dinge. Genau mit diesem Ziel hat das Agency Life Team die letzten Wochen und Monate damit verbracht, all das auf Papier zu bringen, worüber sonst viel zu selten gesprochen wird.
Dabei herausgekommen ist das erste Agency Life Magazin. Sozusagen ein Buch, das wir in den letzten Wochen und Monaten, ein Liebesbrief in Magazinform, das Leben einer Agentur in 135 Seiten widerspiegelt. Dynamisch, vielseitig und leicht chaotisch. Darin verbinden wir Agenturen,
klopfen ihnen auf die Schulter und liefern Zahlen. Haben wir dein Interesse geweckt?
Dann bestell dir jetzt dein kostenloses Magazin. Den Link dazu findest du in den Show Notes. Habt ihr das erarbeitet?
Also wie wir es erarbeitet haben? Durch viel miteinander sprechen, ehrlicherweise. Also wir haben bei uns auch so einen Ansatz, wie wir halt Marken positionieren, wie wir eine Essenz einer Marke irgendwie herausarbeiten. Also insofern machen wir da vielleicht ähnliche Sachen wie Chris.
Und die Methodik haben wir einfach an uns angewendet. Und wir merken, dass insbesondere das Gespräch mit den Menschen, die bei Clue One arbeiten, wenn du die fragst: Warum bist du denn hier?
Sehr schnell, also du brauchst eigentlich gar keinen Kunden fragen, um herauszuarbeiten, was ist denn das Warum?
Und dann hat sich herauskristallisiert, ich glaube ja nicht an Zufälle, also da ist so ein Magnetismus, dass sich irgendwie die richtigen Leute finden. So. Und der Großteil der Menschen, die bei uns sitzen, die fanden Agenturen doof und Unternehmensberatung doof, weil sie das alles schon mal gemacht haben.
Ja, ehrlich, sondern haben irgendwie immer gesagt, alle hatten so ein bisschen so eine geballte Faust im Magen und haben gesagt: „Hey, das muss doch besser gehen.“ Und zwar beim Kunden. So, und so haben wir dieses Why dann für uns entwickelt, weil das im Endeffekt aus der Überzeugung kommt: Wir müssen mal mit diesem Phänomen aufräumen,
dass du irgendwie zehn schlaue Leute in einen Laden setzt, schreibst GmbH oben drüber und plötzlich sind die da. Das ist ja das, was häufig passiert. Und deswegen ist unser Warum so, ja, wir wollen, dass Menschen sinnvolle Unternehmen entwickeln, und dann mit Marketing, Vertrieb und Service. So haben wir es entwickelt.
Und wie setzt ihr es um?
Also wie sieht man das im Alltag in eurem Agenturmarketing?
Ich behaupte jetzt, also eine bewusste Entscheidung, dass man es nicht tut. Nein, war tatsächlich so. Also man muss dazu sagen, unsere Wachstumsstrategie ist eine extrem konservative. Weil ich persönlich selber so ein Start up hochgezogen und verkauft
und so, ich habe diesen Irrsinn da mal miterlebt, wenn du irgendwie dir lustige Charts ausdenkst, was in fünf Jahren für Umsätze kommen und so making money with money und diese ... Ich bin aber im Verlag mal sozialisiert worden und so inhabergeführt und so weiter.
Und da haben wir uns dann entschieden, wir sind auch drei Gründer oder drei Inhaber, dass wir einen anderen Weg gehen wollen. Wir haben gesagt, wir wollen eben nicht in die Vermarktung gehen. Wir haben kein Personal Branding gemacht. Wir haben eigentlich gar kein Branding gemacht.
Wir hatten eine Webseite und haben uns nur über Projekte qualifiziert und haben am Anfang nur darauf geachtet, dass, wenn wir einen Kunden haben, dass wir den sauber bearbeiten können. Weil wir, also das war tatsächlich unsere größte Sorge immer, dass wir wachsen, wachsen, wachsen und dann holst du ein Projekt und machst das so mit einem, machst das nicht gut.
Also weißt du, jetzt nicht, ja, 80 Prozent reichen. Nee, reicht nicht. Also gerade bei solchen Sachen, da musst du 100 Prozent geben. Jetzt sind wir aber tatsächlich gerade in der Phase, wo all das, was du gesagt hast, also ich sage mal, die Standards, wie du heute eigentlich eine Dienstleistung vermarktest,
und das funktioniert sicherlich aus einer Mischung aus gutem automatisierten Inbound Marketing mit Cases, mit ein bisschen Personal Branding, mit LinkedIn und so weiter. Das haben wir auch alles da und das schalten wir sukzessive auch jetzt langsam hoch. Aber auch nur, weil wir jetzt die Ressourcen haben,
dass wir sagen, okay, wir können auch ein bisschen mehr draufgeben. Also das ist halt inhabergeführtes Geschäft. Es funktioniert, das finde ich, anders. Also da denkst du eher langfristig. Du sagst eher, lass den Laden enkelsicher machen und sowas
und nicht, lass den Laden hochjucken und verkaufen. Und insofern ist zumindest bei uns, aber das erlebe ich bei vielen inhabergeführten Unternehmen, da bist du im Vertrieb auch weniger aggressiv und guckst eher, dass du so wächst, dass das auch hinterherkommt. Und ich gebe dir recht, das Thema, also knappe Ressource ist tatsächlich
das richtige Team, die richtigen Leute zu finden. Also gerade bei uns ist das so, bei uns ist es doppelt so schlimm, weil wir wollen Leute, die operativ das können, von dem du sprichst, von dem ihr sprecht. Und gleichzeitig müssen wir die als Unternehmensberater weiterentwickeln und Unternehmensberaterinnen.
Das macht es doppelt knapp. Dennis, Kreativagentur, ich stelle mir das total schwierig vor, so was sinnvoll zu positionieren. Wie habt ihr das gemacht?
Es war auch schwierig. Es war auch schwierig. Das hat ein paar Stündchen gekostet, als Raphael und ich uns damals Gedanken gemacht haben, wo soll die Reise denn hingehen?
Haben wir uns auch überlegt, von was lassen wir uns treiben?
Von einem Geschäftsmodell, was draußen am Markt super Anklang findet. Da bist du ja dann schnell. Und dann haben wir gesagt: Moment, das ist der total falsche Weg. Das ist total falsch, weil das wollen wir gar nicht. Wir wollen ja was machen, was uns Spaß macht, was uns Freude macht und womit wir uns die nächsten Jahre beschäftigen wollen.
Und das waren dann eher Themen, die einen gesellschaftlichen Einfluss ausüben, die einen Impact haben auf Menschen, auf Themen, die was bewegen um uns herum. Und da haben wir gesagt, das ist es, das wollen wir tun. Und der Sprung von da zu der Positionierung „Hey, wir wollen eine Werteagentur sein statt nicht einfach nur Werbeagentur“, der war dann relativ kurz.
Also ab dann ging es dann schnell. Und ich glaube, das war auch so der entscheidende Moment für uns, wie wir an Dinge rangehen, wie wir unsere Haltung aufgebaut haben, warum wir auch sagen, wir pitchen nicht oder warum wir sagen, wir geben unseren Mitarbeitern einen Anteil vom Gewinn ab und so weiter. Das hing dann plötzlich alles an diesem kleinen Wörtchen Werteagentur.
Und ich glaube, das ist für uns auch wie so ein Leitstern durch alles, was wir tun. Wie ist es denn mit so Titeln?
Ihr habt ja jetzt das Thema Agentur des Jahres gewonnen, Anfang 2022. Macht das was mit eurem Branding? Also ist das hilfreich?
Wir sind ja, das darf man ja gar nicht sagen, wir sind ja die Agentur des Jahres geworden und hatten nicht mal eine eigene Homepage. Das ist ja schon skurril, wie das alles gerade immer ist. Habt ihr mittlerweile eine Homepage?
Ja, wir hatten auch damals eine, aber da denkst du, da klickst du drauf und denkst: Wo ist denn Seite zwei?
Wo kann ich denn scrollen?
Onepager sind doch modern, oder?
Ja, Kunden haben uns dann gefragt, macht man das jetzt heute so?
Und wir so, äh, nee, wir hatten einfach noch keine Zeit. Nee, also ich glaube, es ist schon wichtig, das überall nach außen zu tragen und damit irgendwie auch gut zu kokettieren. Aber da haben wir jetzt als Agentur echt noch ein bisschen Nachholbedarf, das stärker zu spielen. Das Thema Agentur des Jahres?
Ja, also wir haben da gar keinen Hehl draus gemacht, also wir haben es nicht mal gefeiert. War ja keine Zeit, weil wir mussten ja wieder arbeiten. Okay, ihr hattet ja Projekte. Ja, also das heißt, das ist toll, das ist wunderbar, aber es ist gestern. Aber klingelt das Telefon seitdem öfter? Also das finde ich spannend. Äh ...
Hätte ich jetzt numerisch ausrechnen können, jetzt kann ich es nur so ein bisschen aus dem Bauch sagen. Äh, ich, ein zartes Ja, würde ich sagen, aber ein zartes. Es gab jetzt nicht mehr den Moment, die Agentur des Jahres, und dann, wumm, wir haben drei Leute eingestellt, die nur ans Telefon gehen. So ist es dann ja auch nicht. Es kann teilweise sogar sein, dass das ein bisschen abschreckt. Oh, die Agentur des Jahres, oh, sind die jetzt teuer oder kommen wir da, machen die überhaupt noch was für uns und wollen die überhaupt?
Oder haben sie auch noch die ganzen Wertethemen? Passen wir da überhaupt dazu?
Also es hat natürlich einen Impact auf das, was wir tun, aber wir überbewerten das nicht und wir unterbewerten das nicht und schon gar nicht bilden wir uns was drauf ein. Mhm. Dann schauen wir uns mal an, wie fix Positionierung eigentlich sein muss, weil man will ja auf der einen Seite einen Kern, aber auf der anderen Seite bewegt sich dieser ganze Markt ja total schnell. Und Chris, ich finde, ihr habt was Spannendes gemacht bei Freunde des Hauses. Um Gottes Willen, was kommt jetzt?
Was haben wir getan?
Was will sie jetzt?
Naja, ihr habt dich dazu geholt und du bringst ja dieses ganze Thema Content sehr, sehr stark mit. Also du bringst ja eine Art neue Säule mit zu Freunde des Hauses oder hast die mitgebracht, du bist ja schon ein Jahr da. Nimmst du wahr, dass das was mit der Positionierung der Agentur macht?
Ui. Also ich glaube grundsätzlich, dass eine Positionierung nicht so richtig fertig ist, ne, weil es ist ja auch wie so ein lebendes Objekt und man beobachtet ja auch den Markt. Nichtsdestotrotz hat man ja einen Markenkern oder man weiß, was man grundsätzlich kann. Wir haben jetzt nicht im Prinzip miteinander gesprochen und gesagt: Ah, okay, Chris hat folgende DNA oder folgenden CV mitgebracht, deshalb werden wir jetzt irgendwie an unsere Türklinke noch ein bisschen was freikratzen und Content Marketing draufschreiben, weil das ist total unglaubwürdig. Am Ende des Tages ist es aber natürlich so, dass wir entdecken, vor allen Dingen auch durch Gespräche bei unseren Bestandskunden und jetzt auch bei dem Thema Chemistry Meetings oder auch Pitches, dass grundsätzlich das Thema Content, da kann man sich ja auch immer so ein bisschen streiten, was man damit jetzt meint, weil es ist ein sehr großer Begriff,
aber neben einem Kollegen, der jetzt ein Textkreativer ist, zu sagen, wie geht man denn mit dem Thema Content Marketing oder redaktionellen Inhalten um, dass da eine Lücke ist und dass das sehr viel mit unserer DNA zu tun hat, dass wir ganzheitliche Kommunikationslösungen, die schon im Hause der Freunde sozusagen gedacht werden, aber auch tiefer reingehen können, dass man es ganzheitlicher macht. Und durch meine Herkunft bringe ich ja glücklicherweise auch noch so das ein oder andere Digitalthema mit und dadurch verknüpft es sich sehr. Was wir aber auch noch im letzten Jahr sozusagen, als wir die Köpfe zusammengesteckt haben, ob wir das auch überhaupt zusammen wollen, besprochen haben, war, wie ist es denn, wenn man über den Tellerrand hinausguckt, also auch noch mal mit Kollaboration. Jetzt muss man bei uns vielleicht einen Satz sagen, Freunde des Hauses ist eine unabhängige Agentur,
aber Teil des Hirschen Netzwerks, die ja auch nicht so klein sind, und die gehören wieder zur WPP, die ja, habe ich gehört, auch nicht so klein sind.
Und das sind ja auch noch mal ganz andere Parameter. Also Netzwerken und Netzwerken und Kollaborieren haben dann schon gleich wieder ganz unterschiedliche Farben und Geschmäcker. Und es ist eine sehr schöne Entwicklung zu sehen, dass das Thema Content sehr organisch und sehr glaubwürdig bei uns reinpasst, was mich natürlich total freut. Aber da muss auch, und jetzt haben wir das hier ganz oft auch immer mit den internen Kollegen mitbekommen, da müssen auch alle mitmachen. Weil es gibt ja auch so ein Phänomen, jetzt mache ich mir wahrscheinlich keine Freunde, aber dass der Texter den Redakteur nicht unbedingt so super findet und der Redakteur auch gerne mal die Nase rümpft. Du nickst, wir kommen aus dem Verlag, wir wissen, wovon wir reden.
Und der Redakteur auch so ein bisschen arrogant um die Ecke guckt, wenn jemand sagt, ich bin Texter. Ja, das ist ja der größte Fehler, den man machen kann. Ja, also deshalb braucht man dafür Leute, die Lust haben. Man muss aufeinander zugehen, damit man nicht immer beide sagt. Und dann, und das ist das Wichtigste, das ist hier mehrfach gesagt worden, einen guten Job für den Kunden zusammen machen. Dann kommt auch der Spaß am Projekt und so webt sich das alles zusammen.
Und ja, es ist Teil einer Wachstumsstrategie, aber ob ich da jetzt an unserer Positionierung rüttel, das ist, glaube ich, ein bisschen zu hoch gegriffen. Aber es ist halt beweglich im Kopf bleiben. Aber es ist vielleicht andersrum, es passte schon zur Brand. Also die Brand war schon so, dass es offen war für diese weitere Säule. Richtig. Und Heiko, wie fix ist bei euch die Positionierung und wo bewegt die sich noch?
Das Why ist felsenfest und das, denke ich, wird auch die nächsten Jahre tatsächlich überstehen. Und wenn man jetzt mal das Sinek Modell weiterspinnt, ein Why What How, dann stellst du halt sehr schnell fest, beim What, was bietest du an, schreiben eh alle das Gleiche. Also ehrlich, was bietet eine Unternehmensberatung an, was bietet eine SEO Agentur an, überall das Gleiche. Das Why ähnelt sich ja, das What ähnelt sich, ist identisch, das How auch sehr ähnlich. Mit überragendem Service, mit Leidenschaft für den Kunden, es steht ja auch überall das Gleiche. Insofern glaube ich tatsächlich, das klang bei dir ja auch schön raus, die Grundüberzeugung dieses Teams, die da sitzen, das ist eigentlich das, was wirklich den wirklichen Unterschied macht.
Weil am Ende nutzen wir alle ähnliche Tools, am Ende gehen wir mit ähnlichen Methoden vor. Aber die Haltung, die du gegenüber den Menschen, die auf der anderen Seite beim Kunden sitzen, hast, die Haltung, die du gegenüber dem Thema als solches hast, das ist ein wirklicher Differenziator und der ist fest. Bei dem What, was machen wir da draußen eigentlich, sind wir, weil wir eben Netzwerk sind, extrem flexibel. Also massiv, das ist so flexibel, dass wir teilweise selber so davorstehen und sagen, krass, da trauen wir uns auch zu, dass wir das hinkriegen. Deswegen kommen bei uns Dinge raus wie: Wir bauen eine Organisation komplett. Und bis hin zu: Ach, du brauchst ein neues Newsletter Tool, okay, helfen wir dir.
Ja, also wenn du mit dem Warum da reingehst und sagst, ich will dir wirklich helfen, ich habe ein Helfersyndrom, ich will dir wirklich helfen, dann landest du sehr schnell dabei, dass du wirklich feststellst, okay, dann musst du auch sehr flexibel sein in dem, was bieten wir den Leuten wirklich an. Das finde ich ziemlich smart, weil das deckt sich auch mit vielen Dingen bei uns. Bei uns ist es ja so, Freunde des Hauses hat ja auch ein Credo. Und dazu sagt, was er denkt und hält, was er verspricht. Das kann man sich natürlich schön aufs T Shirt drucken oder man kann es sich auch irgendwo hin tätowieren. Da können wir ja noch mal überlegen, wie das bei mir so aussieht.
Aber jetzt noch mal einmal den Bogen, weil ich es jetzt schon ein, zwei Mal gesagt habe, Thema Chemistry Meetings. Wir leben das auch so. Und ich glaube, was bei deinem Thema Why und How und so weiter dazukommt, ist ja auch noch mal dieser ganz starke Ansatz, ob man einem das glaubt. Also ist das jetzt nur der Pitch gewesen?
Ist das die Tonne?
War das jetzt so eine große Seifenblase?
War das jetzt alles ganz bunt?
Standen da jetzt schlaue Leute?
Und wer ist eigentlich dann danach da, mit dem man dann auch dann überhaupt dann im Business sozusagen zu tun hat?
Und da versuchen wir extrem darauf zu achten, dass diese Kern DNA, was Freunde des Hauses sich im Prinzip ja auch, ist auch eine Art von Positionierung, auch wenn da jetzt nichts mit Agentur steht, sondern halt dieser Satz, was ein Freund ist und wie wir danach leben und agieren wollen im Business Kontext, gerne ja auch im normalen Leben nach links und rechts, weil so schlecht ist diese Attitüde ja auch nicht. Das ist schon ein sehr wichtiger roter Faden, der sich durch alles durchzieht. Und dann weiß man auch, wenn man sich in die Augen guckt, warum man vielleicht für einen Kunden auch mal nicht arbeiten möchte. Weil man, das ist ja auch wie beim Telefonhörer.
Man kann reinsprechen, aber man hört ja auch was, wenn der andere was sagt. Und das ist, finde ich, auch nicht unwichtig an der Stelle. Haben wir ja auch eine extra Episode zu, zum Thema ideale Kunden und was machen wir?
Was machen wir auch mit Kunden, die nicht so richtig ideal zu uns passen?
Aber jetzt machen wir erst mal diese Episode zu. Ich nehme wahr, das Warum ist sehr, sehr wichtig, weil es auch sehr schwer ist, sich über das Was zu differenzieren. Es gibt viele gute Leute da draußen, die ihren Job gut können. Ich nehme wahr, viele verschiedene Kanäle sind super spannend zur Positionierung. Und da ist schon auch das Gefühl da, dass man da irgendwie immer mehr machen kann und abwägen muss, wie viele Ressourcen stecke ich denn am Ende in diese Positionierung?
Und ich nehme wahr, Positionierung muss aus dem Team mit entstehen. Weil sie auch sehr stark vom Team gelebt werden und zum Kunden getragen werden muss. Wieder zurück bei Chris und Jona. Dem Schlusswort von Annalena ist aber eigentlich gar nicht mehr so viel hinzuzufügen, oder?
Das hat sie sehr gut zusammengefasst. Aber wir merken gleich, dass wir all diese Punkte schon wieder für eine weitere Folge als Thema nutzen könnten. Absolut. Und genau das machen wir. In Episode 3 beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Marketingkanäle. Es geht also darum, wie ich meine unterschiedlichen Zielgruppen erreichen kann,
welchen Kanal ich dafür auswählen sollte beziehungsweise, ob es überhaupt diesen perfekten Kanal oder richtigen Kanal für mich gibt und wie dann letztendlich das Matching stattfindet zwischen Kanal und Zielgruppe. Schaltet also wieder ein zu Agency Life Deutschland und bewerbt euch und andere gerne als Gast für unsere zukünftigen Staffeln. Wenn euch der Podcast gefällt, folgt uns und lasst eine positive Bewertung da.
Bis zum nächsten Mal bei Agency Life. Agency Life Deutschland.