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Zukunft gestalten mit Gen Z: Recruiting, Bindung und Mitarbeiterführung bei dreifive

Was erwartet euch in der finalen Episode von Staffel 3? Wie schafft es die Agentur dreifive, die besten Talente langfristig zu binden? In unserem Staffelfinale verrät Rolf Orth von dreifive die Geheimnisse des Erfolgs einer internationalen Agentur und erklärt, warum Flexibilität und Engagement heute wichtiger sind denn je.

Generation Z. Unser heutiger Gast bringt eine sehr, sehr frische Perspektive auf das heiß diskutierte Thema mit. Gleichzeitig erzählt er uns, wie die Agentur dreifive aus einem Management-Buyout selbstständigere Schritte geht und wie sie sich zu einer der führenden Agenturen im DACH-Raum etablieren konnte.

Bevor wir mit der heutigen Folge starten, möchten wir euch zunächst erklären, worum es uns und unserem Partner Teamleader in diesem Podcast überhaupt geht. Wir laden in jeder Folge spannende Persönlichkeiten aus der deutschen Agenturszene ein, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen andere Agenturen inspirieren und motivieren möchten. Und genau dort setzt Teamleader mit seiner leistungsstarken Agentur-Software an. Diese hilft bereits über 4.000 Agenturen dabei, Terminfristen einzuhalten, Budgets zu kontrollieren, Gewinnmargen zu steigern, Kapazitäten zu planen und vieles mehr. Damit ihr euch voll und ganz auf eure Kreativität konzentrieren könnt. Von Agenturen für Agenturen. Und los geht’s mit unserer heutigen Folge.

Herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Agency Life Deutschland. Wie immer mit Chris und Jona. Und auch heute haben wir einen spannenden Gast bei uns im Studio. In diesem Sinne herzlich willkommen, Rolf Orth. Magst du dich vielleicht unseren Zuhörerinnen und Zuhörern einmal kurz vorstellen?

Ja, ganz herzlichen Dank erstmal für die Einladung. Freut mich wirklich sehr, jetzt auch in diesem Format mitmachen zu dürfen. Ich bin hier für unsere Agentur dreifive. dreifive ist, denke ich, eine der relevantesten Agenturen im DACH-Raum. DACH-Raum bedeutet, dass wir den Sitz im DACH-Raum haben, an vier wunderschönen Standorten. Ich komme jetzt von Westen über Zürich, Konstanz, München nach Wien. Haben roundabout 100 Kollegen und freuen uns ganz einfach, hier Kunden im gesamten europäischen Raum betreuen zu dürfen. Und die neueste, wichtigste Neuigkeit ist, dass wir seit letzter Woche tatsächlich inhabergeführt sind. Das heißt, wir hatten einen Management-Buyout. Jetzt ist wirklich das gesamte Management Eigentümer geworden, mit allen Chancen, mit allen Risiken. Aber ich denke, das ist ein sehr kalkuliertes Risiko, was uns natürlich jetzt ganz andere Möglichkeiten eröffnet, als wir es davor hatten im Rahmen einer eingebundenen Agentur. Wir sind jetzt inhabergeführt.

Wie interessant. Also das ist ja mal andersrum, wie man es normalerweise immer hört, oder?

Ja, also das war immer bei uns schon ein Riesenthema. Wir waren ja ein Teil einer sehr großen Schweizer Mediengruppe und dann ging es immer wieder darum: Also sind wir jetzt relevant für die Gruppe? Sind wir nicht relevant? Wir waren es immer, da war viel Unsicherheit dabei. Am Ende des Tages hat sich dann das durchgesetzt, dass wir tatsächlich relevant sind, allerdings ein ganz anderes Geschäftsfeld bedienen. Und man hat jetzt auch unserem Wunsch nachgegeben, hier tatsächlich die Dinge selbst in die Hand nehmen zu dürfen. Das bedeutet natürlich auch, dass wir noch näher an den Kundenerfolgen dran sind. Ja, wir sind jetzt tatsächlich auch wirklich Eigentümer mit, wie ich schon sagte, allen Chancen und allen Risiken. Aber insgesamt sind wir sehr, sehr gut unterwegs auf Wachstumskurs, auch was das Thema, da werden wir ja nachher nochmal drüber sprechen, Mitarbeiter angeht. Also hier haben wir, glaube ich, in den letzten drei Jahren fast 50 Prozent zugelegt an Mitarbeitern. Wir sind jetzt eben bei über 100 und vor circa drei Jahren waren das noch knapp 50 Kollegen. Also man sieht allein daran, da hat sich sehr, sehr viel getan. Aber ich glaube, wir werden ja nachher noch ein bisschen weiter ins Detail gehen.

Absolut, auch jetzt schon sehr gerne. Also das ist ja schon kurz angeschnitten. Ihr habt ja insgesamt vier Standorte im DACH-Raum.

Korrekt.

Und ihr gehört zu den Top 3 Prozent aller Agenturen, die mit Google zusammenarbeiten in dem Sinne. Ich glaube, so sagt man das, oder?

So sagt man das.

Jetzt möchte ich unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, aber es ist tatsächlich so. Es hat natürlich was damit zu tun, mit was für Kunden wir zusammenarbeiten dürfen. Also, wer schenkt uns sein Vertrauen? Und das sind nun mal sehr große Unternehmen. Also, ich zitiere jetzt, und es ist jetzt wirklich keine Wertung gegenüber den nicht Genannten, aber es sind halt natürlich schon die bekanntesten Player. Also, ich sag mal, Premier League einfach in Deutschland und in Europa insgesamt. Wir betreuen jetzt Firmen wie die Firma C&A, die Firma NKD, die Allianz, Ikea und so weiter und so fort. Und da geht es natürlich dann auch um kritische Masse, wenn es um Werbebudgets geht. Und so haben wir natürlich dann auch eine sehr große Relevanz für die Kanäle, die tatsächlich diese Werbebudgets dann auch einsetzen. Also, sprich, deswegen haben wir, sag ich mal, sowohl die Expertise als auch die kritische Masse, was die Budgetverantwortung angeht, und sind durchaus ein sehr relevanter Partner von Google. Und nebenbei, wir merken natürlich auch von anderen Anbietern wie Meta.

Sehr cool, vielen Dank. Kannst du uns da einmal vielleicht mitnehmen: Wie hat sich die Agentur dahingehend überhaupt entwickelt, dass es zu diesen großen Playern kam? Und vielleicht auch ein bisschen deine Rolle. Wann bist du dazugestoßen und was hat sich vielleicht dann nochmal geändert?

Also vielleicht angefangen mit der Historie. Uns gibt es ja schon seit über 20 Jahren insgesamt am Markt. Allerdings unter anderen Namen auch. Also das hatte sich auch entwickelt von Standort zu Standort. Letztlich relevant im Sinne von unter dem Namen dreifive sind wir geworden vor knapp vier Jahren. Da gab es ein Rebranding. Wir kommen eigentlich aus der Goldbach Gruppe in der Schweiz. Da gab es ein Rebranding, hatte auch historische Gründe, und man hat überlegt, was wäre jetzt ein angemessener Name, um auch diesen DACH-Charakter, also wirklich Deutschland, Österreich und Schweiz, zu repräsentieren. Und das war noch vor meiner Zeit, bevor ich dazustoßen durfte. Und man hat sich dann entschieden, nach langen Überlegungen, für den Ausdruck dreifive, angelehnt an das klassische High Five. Drei kommt natürlich von drei Ländern. Und five ist einfach so dieser Gewinnercharakter, dieser Feiercharakter. Und so kam dann tatsächlich der Begriff dreifive zustande.

Sehr spannend. Du hast ja die Agenturwelt auch mit renommierten Brands und so weiter kennengelernt, hast du ja gerade auch schon ein bisschen aufgeführt. Auch Premier League. Super spannend. Seit wann macht ihr das zum Beispiel?

Also, Premier League meinte ich jetzt im Sinne von tatsächlich den Playern, die uns hier jetzt ihr Vertrauen schenken. Das meinte ich jetzt nicht im Sinne von Fußball Premier League, sondern ich meinte: Wir sind jetzt ...

Nein, nein, alles gut. Ich versuche nur, eine Analogie zu finden. Und das bedeutet also, das sind halt nun mal Firmen, die wirklich, wenn ich jetzt überlegen müsste, wen gibt es denn als Kunden, den wir gewinnen möchten im DACH-Raum in Europa? Und deswegen so diese Analogie. Das sind einfach große Kunden, die auch entsprechende Relevanz im Markt haben, auch entsprechende Budgets einsetzen, was für uns natürlich dann auch immer wieder ein Antrieb ist. Weil, um bestimmte Ziele zu erreichen, muss man natürlich auch finanzielle Möglichkeiten haben. Und deswegen spreche ich immer wieder auch von der Premier League. Also wir spielen einfach in der Hinsicht wirklich in der obersten Liga mit diesen Kunden mit. Was aber bedeutet, und das möchte ich jetzt auch nochmal ganz klar erwähnen, wir sind interessiert an einem sehr gesunden Kundenportfolio. Und gesund meine ich im Sinne von, dass wir unsere gegenseitigen Abhängigkeiten versuchen zu balancieren. Das heißt, wir sind nicht dahinterher, alle unsere Risiken in einen Korb zu legen, sondern wir müssen einfach schauen, dass wir ein ausgewogenes Kundenportfolio haben. Und wir haben sehr interessante Mittelständler auch im Kundenportfolio, die uns eigentlich eine ganz gute Mischung dann geben. Also auch hier bewegt sich viel im Rahmen eines Kundenportfolios. Allerdings sind uns die Kunden sehr, sehr treu, das muss ich auch sagen. Also wir haben wirklich eine sehr, sehr lange Halbwertszeit. Also wenn wir sie einmal gewonnen haben, dann ist die Zusammenarbeit eigentlich, unabhängig von den äußeren Umständen, immer sehr, sehr langfristig. Es mag sein, dass sich strategische Entscheidungen auf Kundenseite ergeben. Dann heißt es ganz einfach Inhousing beispielsweise. Aber solange sie mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten, über alle Kanäle hinweg, sind wir eigentlich sehr, sehr gern gesehene und langfristige Partner.

Du hast ja auch von großen Brands gerade gesprochen, so wie C&A. Du hast für renommierte Brands auch direkt gearbeitet, soweit wir wissen, und bist dann ins Agenturbusiness gekommen. Wie kam es dazu, dass du diesen Schritt gemacht hast? Also von direkt großer Brand, renommierten Brands, zu vielleicht mehr Brands aus Sicht einer Agentur dann auch?

Ja, danke. Also ich kann jetzt sagen, das ist einfach ... da war kein Masterplan dahinter. Das war schlicht und ergreifend das Leben. Also ich durfte selber anfangen hier für einen der wahrscheinlich bekanntesten Konsumgüterartikelanbieter. Das war Procter & Gamble. Und dann über verschiedene Stationen hat sich das dann entsprechend weitergeführt. Also was ich aber sagen kann, und das ist vielleicht auch ganz relevant, ich bin kein Digital Native, aber ich bringe eben, glaube ich, das Beste aus beiden Welten mit. Und ich kann sagen, egal ob du jetzt im digitalen Bereich unterwegs bist oder auch in einem nicht digitalen, die Prinzipien, die erfolgskritischen Faktoren sind in beiden Bereichen immer die gleichen. Das ändert sich nicht. Und das hat sich dann einfach so über meinen Lebensweg hinweg ergeben, dass ich immer wieder von Kundenseite auf Agenturseite gewechselt bin und zurück. Dann hatte ich auch lange Phasen der Selbstständigkeit. Also ich kenne, glaube ich, das gesamte Umfeld sehr gut, mit allen Höhen und Tiefen. Und ich glaube, das ist auch ganz wichtig, was uns als Agentur ausmacht, dass wir eben eine unheimliche Breite an Erfahrung einbringen können. Man sieht es auch allein schon an, sag ich mal, unserem Portfolio an Kollegen. Also das ist wirklich durch die Bank. Wir haben nicht nur ältere Kollegen, sondern sehr viele Junge. Aber die Mischung macht es halt. Und ich glaube, das hilft uns auch sehr, bei unseren Kunden sehr zielgerichtet erfolgreich tätig zu sein.

Ich würde noch eine kleine Frage dranhängen, Jona. Gibt es für dich, also ich will jetzt nicht sagen eine Wertung, Wertung ist immer schlimm. Es geht eher darum: Wo siehst du die größten Unterschiede, wenn du direkt für eine Marke arbeitest oder aus Agentursicht? Oder die größten Herausforderungen auf beiden Seiten?

Also, das ist eine sehr, sehr spannende Frage und ich finde, das ist eine Steilvorlage für die Darstellung der Wertigkeit einer Agentur. Der Vorteil einer Agentur ist, dass sie sich sehr fokussiert auf bestimmte Herausforderungen eines Kunden konzentrieren kann und sie hat einen extremen Lernvorteil gegenüber einer eigenen Marke, weil sie eben in unterschiedlichen Kontexten, mit unterschiedlichen Herausforderungen, mit unterschiedlichen Kunden immer wieder Lösungen finden muss. Das ist der Unterschied zu einer Brand. Und ich generalisiere in gewisser Weise. Natürlich. Und es tut jetzt auch vielleicht manchen Brands weh, das zu hören, aber ich denke, das ist ja auch der Grund, warum Brands, und egal welcher Name jetzt hier zu nennen wäre, es sind ja sehr große, also das sind ja Riesenplayer, die in jedem Bereich, den sie bedienen, auf jeden Fall eine ganz extreme Relevanz haben, aber sie haben verstanden, dass in bestimmten Bereichen ein absolutes Expertenwissen notwendig ist. Und da kommen wir wiederum ins Spiel. Als Agentur lernen wir jeden Tag dazu, mit Dingen, die wir im positiven Sinn gestalten und auch im negativen Sinn. Also es gibt ja nicht die Erfolgsformel per se: Ich habe jetzt einen Plan, setze das um und es wird immer Erfolg sein. Die gesamte digitale Landschaft, in der wir uns bewegen, ist ja im permanenten Fluss. Ich denke jetzt nochmal an das Stichwort KI beispielsweise, also künstliche Intelligenz. Das ist eine Entwicklung, die wird sich nicht verändern. Die wird sich nicht aufhalten lassen. Die Ausprägungen, die einzelnen Facetten, das muss man sehen, wohin die Reise gehen wird. Aber das ist eigentlich auch das, was uns ja auch als Agentur ausmacht. Wir müssen mit der Zeit gehen, weil sonst gehen wir mit der Zeit. Also wir müssen einfach permanent am Ball bleiben. Und das ist aus meiner Sicht genau der Unterschied zu einer Brand. Eine intelligent agierende Brand überlegt sich sehr klar, was können sie selbst, was müssen sie selbst verantworten und welches Know-how, welche Expertise können sie selbst im Hause aufbauen, müssen sie auch aufbauen oder eben nicht. Und wofür brauchen sie dann wiederum Experten, die ihnen in der Hinsicht, da sage ich auch ganz klar, als Partner zuarbeiten können, ihnen helfen können bei der Erreichung oder der Übererfüllung ihrer Ziele.

Du hast gesagt, ihr seid sehr breit aufgestellt in eurem Team und auch vom Expertenwissen, sowohl eher vielleicht in den jüngeren als auch in den älteren Generationen, perfekt eigentlich aufgestellt. Und ihr habt ein großes Wachstum. Was hattest du gesagt? Ich glaube, 50 Prozent in den letzten drei Jahren?

Also bezogen auf die Mitarbeiter, ja. Und natürlich jetzt auch, muss ich auch ganz klar sagen, Corona war auch, nicht überraschenderweise, für alle digitalen Player ein Nährboden des Erfolges.

Wenn wir da mal reingehen, wie ihr eure Talentgenerierung, eure Talent Acquisition macht: Wie schafft ihr es letztendlich, genau die Leute, wo du sagst, die sind richtig stark, zu euch zu bringen?

Also wir haben da einen Prozess, der aus meiner Sicht extrem zielführend ist. Also wir gehen vielleicht nachher noch ein bisschen auf das Thema Generation Z und jüngere Kollegen ein. Ich möchte da auch wirklich, das sage ich jetzt schon, ich werde nachher auch eine Lanze brechen für die Generation Z. Also kurz gesagt: Es geht darum, alles, was wir tun, ist Wissen, das sehr hands-on erarbeitet werden kann. Also das heißt, wenn wir Kollegen für uns gewinnen, dann haben wir nicht die Erwartung, dass sie die gesamte Expertise bereits mitbringen. Was wir aber haben, und das ist natürlich dann auch Teil des Selektionsprozesses, wir sehen schon eine extreme Flexibilität, einen Willen, sich einzubringen, also das Engagement ist wichtig hier, eine Lernfähigkeit. Und wie versuchen wir das im Vorfeld festzustellen? Natürlich, wir reden, wir schauen uns die Lebensläufe an. Aber dann ganz wichtig ist einfach der persönliche Austausch. Und was wir auch tun, das ist ehrlich gesagt auch gar nicht mehr so üblich, finde ich. Ich finde es aber extrem relevant. Also wir haben Probearbeitstage beziehungsweise auch Probearbeitswochen. Und wichtig ist hier, wie präsentiert sich die Person? In der Breite der Persönlichkeit. Also wie ist es jetzt im beruflichen Kontext? Wie fügt sie sich ein in das Team hier? Wie werden Fragen artikuliert? Was wird gefragt? Also wie ist da tatsächlich das Engagement wahrnehmbar? Und ich meine, wir haben natürlich schon Erfahrungen mit neuen Kollegen, also auch wenn es dann um das Onboarding geht. Und da können wir schon sehr gut herausfiltern: Wer könnte zu uns passen? Und wo sagen wir, da ist der Fit noch nicht so ausgeprägt und da würden wir eher mal Abstand nehmen. Weil wenn wir dann Kollegen als neue Kollegen bei uns begrüßen möchten, dann ist das schon mal die erste Hürde, die wirklich übersprungen wurde. Und dann haben wir in dem Sinn auch nicht mehr die Überraschung, nach zwei, drei, vier Monaten, der Fit ist dann doch nicht so optimal. Was dann zu anderen Konsequenzen, die eigentlich von keinem gewünscht sind, führen würde. Also wir führen da schon eine Selektion durch, die extrem hilfreich ist, auch dann wirklich über einen längeren Zeitraum die Kollegen für uns gewinnen zu können.

Sehr spannend. Und wenn wir da jetzt über den Recruiting-Prozess hinausgehen, ist es ja für eine Agentur auch immer nicht so einfach, gute Leute zu halten. Wie geht ihr da vor? Also ist das für euch ein wichtiger Punkt?

Also ganz offen gesprochen, auch hier: Wenn ich das Ganze nochmal auf eine andere Ebene hebe, und zwar einfach schlicht und ergreifend auf eine Meta-Ebene. Wir sind ein Wirtschaftsunternehmen, muss man auch mal ganz klar sagen. Wir bieten jungen Menschen, die sich jetzt für den Bereich digitales Marketing, Social Media entschieden haben, egal jetzt in welcher Funktion konkret, glaube ich ein wahnsinnig interessantes Umfeld, sehr viel, sehr schnell, in Kürze, für sich, auch in der Persönlichkeitsentwicklung hier erlernen zu dürfen. Also du wirst sehr schnell Verantwortung übernehmen, du wirst sehr schnell in Kundenkontakt kommen. Und das ist es wirklich. Das ist wirklich etwas, was für viele Menschen natürlich schon ein Next-Level-Erlebnis ist. Weil es geht wirklich darum, festzustellen: Was ist dein ganz persönlicher Beitrag zu dem Erfolg natürlich von dreifive, zusammen mit dem Kunden, für den Kunden? Und da kannst du dich jetzt nicht so in der großen Gruppe irgendwie verstecken, sondern man sieht schon sehr schnell, wie ist dein ganz persönlicher Beitrag. Den Bogen, den ich jetzt hier spannen möchte: Ich muss aber auch sagen, wir sind ein Wirtschaftsunternehmen. Und natürlich sind wir auch abhängig davon, wie ist die Bereitschaft unserer Kunden, uns für die Dienstleistungen, die wir ihnen jetzt erbringen, die Wertschöpfung zu bezahlen. Und es ist auch kein Geheimnis, dass hier immer ein Spagat zu bewältigen ist, weil Preis ist in der Zusammenarbeit mit einem Kunden natürlich schon ein relevanter Faktor. Und das bedeutet wiederum auch, dass natürlich auch Kunden ein intrinsisches Interesse haben, positiv formuliert, eine ausgewogene Balance für sich zu finden. Also es ist tatsächlich aus unserer Sicht immer zu diskutieren: Wie ist das Verhältnis unseres Beitrages zu dem, was ein Kunde da bezahlt? So, im Kern läuft es darauf hinaus: Ja, also es ist ein spannendes Umfeld, was wir bieten können, aber wir sind natürlich auch in den Möglichkeiten in gewisser Weise beschränkt. Und das führt dazu, dass über einen gewissen Zeitablauf dann Kollegen sich auch entscheiden, okay, wechseln sie vielleicht auf Kundenseite. Also auch da wiederum persönliches Beziehungsgeflecht. Also wenn man für einen Kunden gearbeitet hat, dann mag das schon sein, dass natürlich auch persönlich, ja logisch, wir sind Menschen, dann kennt man die handelnden Personen und die sagen dann halt auch: Also ich finde das toll, was du für uns gemacht hast in deiner Verantwortung bei dreifive, aber was denkst du von einem Seitenwechsel? Und das ist, muss man auch mal akzeptieren, finde ich jetzt menschlich nachvollziehbar. Das ist auch eine Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Das heißt ja nicht, dass auch dieser Kollege, das hatten wir auch schon öfters, dass dann die Kollegen nach einer gewissen Zeit gerne wieder zu uns zurückkommen. Aber was wir natürlich tun können, und ich sage mal, bei den Personen, die uns strategisch sehr, sehr wichtig sind, die versuchen wir natürlich da auch entsprechend hier intern so mit Wertschätzung zu bedenken, dass sie wirklich wissen. Und wir haben da auch bei uns jetzt das Management-Team erweitert. Deswegen gibt es bei uns nicht nur ein Management-Team, sondern es gibt auch bei uns ein Extended Management-Team. Das ist quasi so die Vorstufe, um dann auch in das Management-Team aufrücken zu können und dann vom Management-Team selbst auch mal in die, jetzt wie ich es vorher erwähnt hatte schon, möglicherweise in die Eigentümerrolle wechseln zu können. Also diese Perspektive haben wir und damit fahren wir sehr gut.

Muss ich da an der Stelle einfach ganz ehrlich sagen, ich glaube, ein guter Übergang. Wie geht ihr, oder wenn ich das fragen darf, wie geht ihr um mit jemandem, einer Person, die zu einem Partner geht, der auch euer Kunde ist und es auch bleibt? Weil das kann ich mir manchmal vorstellen, dass das gar nicht so einfach ist. Weil die ja dann nicht mehr in meinem Team spielt, auch wenn das insgesamt ja ein Team sein soll, Kunde und Agentur, sondern auf der anderen Seite, wie du es vorhin gesagt hast, spielt. Ist das schon zu Problemen gekommen oder habt ihr da auch einfach positive Erfahrungen bei euch? Weil ich finde es erstmal grandios, wie offen du damit umgehst und auch sagst: Ich gönne das jeder Person, sich weiterentwickeln zu können und das ist absolut menschlich, sich weiterentwickeln zu wollen und das auch zuzulassen als Agentur und das jetzt nicht gleich zu verurteilen, finde ich toll. Aber diese Konstellation, die kennen wir ja auch, kann echt schwer werden.

Also da kann ich dir eigentlich eine sehr einfache Antwort geben. Ich kann das nur als sehr positiv auch für uns als Agentur bewerten, wenn ein Kollege aus unserem Kreis zu einem Kunden wechselt. Weil, oder vielleicht sage ich mal, es gibt die Konstellation, er wechselt zu einem Kunden, den wir aktuell schon als Kunden betreuen, oder er wechselt zu einem Mitspieler im Markt, den wir aktuell noch nicht betreuen. Also in der Regel ist es so, dass bei uns ein sehr, und das ist immer schon sehr wichtig gewesen, dass wir einen extrem großen realen Zusammenhalt hatten innerhalb unserer Kollegen. Und da geht es jetzt wirklich darum, also der menschliche Faktor spielt eine wirklich extrem wichtige Rolle. Das heißt, wir sind mit sehr vielen Menschen einfach auf einer sehr positiven Ebene unterwegs. Das heißt, wenn jemand aus dreifive herausgeht, ist er uns immer noch sehr wohlgesonnen. Und wenn ich jetzt sehe, also die Konstellation, die du angesprochen hattest, hier, ein Kollege, ein Ex-Kollege wechselt zu einem jetzigen Kunden von uns, dann mag das ja ehrlich gesagt unsere Position bei diesem Kunden eher verstärken. Also das ist ein ganz wichtiger Faktor. Es ist ja, die Expertise, die wir mit einbringen, ist sehr relevant, aber jetzt muss man auch ganz klar sagen, die menschliche Ebene ist es mindestens genauso. Das heißt, du musst einfach mit deinem Gegenüber auf der Kundenseite eine gute menschliche Ebene haben, pflegen, ausbauen. Und wenn es jetzt ein Kollege war, den wir vorher selber an Bord hatten, ist das natürlich ungleich einfacher, weil wir uns ja schon kennen. Die zweite Konstellation, die ich angesprochen hatte: Wenn jetzt ein Ex-Kollege zu einem anderen Kunden, den wir noch nicht hatten, geht, dann ist das ja für uns auch wiederum eine Chance. Weil wir wissen, also der Kollege weiß, was wir können, wir haben eine sehr gute persönliche Beziehung und dann ergibt sich, und das muss man auch sagen, über den Zeitablauf auf jeden Fall die Möglichkeit, dort zu einem gegebenen Zeitpunkt auch mal mitpitchen zu dürfen. Ob wir dann ab dem ersten Juli diesen Kunden, den wir noch nicht hatten, betreuen dürfen, so ist es natürlich nicht. Weil auch hier herrschen ja gewisse Zwänge, gewisse Prozedere. Aber wir haben auf jeden Fall die Gelegenheit, uns da auch dann mal vorstellen zu dürfen. Und das hat sich ehrlich gesagt immer sehr, sehr positiv entwickelt. Das führe ich jetzt mal, abgesehen von der Expertise natürlich, auf den Faktor Mensch zurück. Problem definiert, sondern mit Chance. Muss ich da an der Stelle einfach sagen.

Ich glaube, das ist ein guter Übergang.

Genau, das leitet glaube ich auch zum Thema Gen Z nochmal über. Du hattest ja schon angekündigt, du möchtest eine Lanze brechen. Ich meine, mit der Gen Z kommen neue Herausforderungen, neue Bedürfnisse auch von der Zielgruppe, die ins Unternehmen reinkommt. Wie deutest du jetzt das Ganze?

Ich nehme mal ein Positives. Ich habe einen sehr persönlichen Zugang zur Generation Z, weil ich auch Vater eines 27-jährigen Sohnes bin. Der macht zwar grundsätzlich etwas ganz was anderes, ist im Bereich Investmentbanking unterwegs und habe noch zwei kleinere Töchter, habe aber natürlich jetzt durch die Vater-Sohn-Beziehung einen sehr persönlichen Bezug zu dieser Generation und natürlich dann auch zu Freunden meines Sohnes. Das ist die persönliche Beziehung. 20 bis Ende 20, Mitte 30 alt sind und ich kann einfach wirklich sagen, ich frage mich immer wieder, wenn ich diese Presseberichte, Interviews von Experten in Anführungszeichen lese zur Generation Z, was steckt da jetzt wirklich dahinter? Steckt da das Interesse der besprochenen Experten dahinter, hier Aufmerksamkeit zu erzeugen? Oder ist es vielleicht und entspricht es nicht so ganz der Wirklichkeit? Also meinen persönlichen Erfahrungen nach kann ich das so einordnen, dass ich nur sehr positive Erfahrungen habe. Also ich sehe da eine große Leistungsbereitschaft der Personen, mit denen wir arbeiten. Und am Ende des Tages sind ja die auch Teil der Generation Z. Also diese Verallgemeinerungen sehe ich hier nicht als zielführend. Das muss man schon wesentlich differenzierter beurteilen. Und wenn ich jetzt mal den Bogen wieder zurückspanne zu meiner Person mit der Lebenserfahrung, die ich jetzt habe: Ganz ehrlich, das war früher auch nicht anders. Also du hast halt eigentlich alles gehabt. Also das war eine extreme Bandbreite. Die einen folgen ihren Berufungen früher, die anderen verstehen das alles ein bisschen später. Aber das ist aus meiner Sicht ein Hype, der aktuell hier gemacht wird, der mit den Realitäten des Lebens nichts zu tun hat. Also ich habe eigentlich gesagt, dass ich das auch aus meiner Sicht erstmal so fortführen wollen würde. Und deswegen kann ich wirklich sagen: Die Generation Z, die Menschen der Generation Z, die ich bisher kennenlernen durfte, sind für mich Inspiration und wirklich ein Beweis, dass sehr vieles, was hier propagiert wird, was in den Medien hier kommuniziert wird, falsch ist.

Schön, mal diese Seite zu hören, finde ich.

Und deswegen, ich sage es jetzt nicht nur aus professioneller Sicht, sondern auch aus der ganz persönlichen Sicht eines Vaters. Da kann ich einfach sagen: Also ich verstehe es nicht. Also viele, viele Freunde meines Sohnes, die sind heute Ärzte. Die arbeiten hier im Klinikum rechts der Isar. Der eine macht Forschung für ein Pharmaunternehmen. Das sind alles Münchner Abiturienten, die alle ihren Weg gegangen sind. Die das auch verstanden haben. Also die haben vorhin über Herausforderungen, wir haben über Chancen und Risiken gesprochen. Und ich meine, ich denke, jeder Mensch, wenn er auch das entsprechende Umfeld natürlich hat, und wir haben immer versucht, da auch zu unterstützen als Eltern, also da ist aus meiner Sicht ein Riesenpotenzial in dieser Generation und es wird aus meiner Sicht sehr oft sehr falsch dargestellt in der Öffentlichkeit. Das sind die Menschen, die unsere Zukunft massiv prägen werden. Und das macht mir überhaupt keine Angst. Im Gegenteil, das macht mir sehr großen Mut.

Dem kann ich nur folgen. Ich würde mal sagen, Jona, du gehörst ja auch ein wenig zu den Jungen, oder? Gehörst du da komplett rein?

Ich glaube, ich bin voll Gen Z tatsächlich.

Und deswegen, hier ist ein lebendes Beispiel, dass das nicht so ist, wie es so Schubladendenken verallgemeinert wird. Das ist absolut nicht der Fall. Woran ich aber schon so ein bisschen glaube, ist, dass verschiedene Generationen ein bisschen unterschiedliche Bedürfnisse haben. Einfach aus historischen oder aufgewachsenen Gründen. Was passiert alles? Und ich muss gerade auch sagen, da bin ich voll bei dir: Eine Gen Z so krass in so eine Schublade zu stecken, ist auch völlig unfair. Weil diese Generation auch mit weniger Lebenserfahrung eine Pandemie durchmachen musste, wo man glaube ich noch viel weniger weiß, was fange ich damit an? Und ich denke, auch ältere Menschen wussten nicht, was damit anzufangen ist. Wie soll das dann ein junger Mensch machen? Deswegen geht es für mich auch völlig in die falsche Richtung. Es gibt wunderbare, also in der Agentur haben wir auch ganz viele Generation Z, aber ich glaube, umso älter man oder weiter weg ist man von einer Generation, umso mehr muss man sich damit beschäftigen. Was sind die Bedürfnisse dieser Generation? Oder wie leben sie das Ganze? Habt ihr da in der Agentur oder du als Person einfach gewisse Punkte, die du sagst, das ist einfach wichtig für eine Generation Z und das muss man ihnen auch einfach ein Stück weit geben, sonst funktioniert das Ganze nicht?

Gut, also ich denke jetzt auch hier wiederum: Eine Generalisierung ist nicht so einfach. Ich führe das aber trotzdem jetzt auch nochmal zurück auf die menschliche Ebene. Also das Wichtige ist doch in allem, was wir tun, dass wir, so auch wie wir hier zusammensitzen, wir drei jetzt, wir machen das alles auf einer wertschätzenden, angenehmen, offenen Art und Weise. Und ich denke, das ist das, was wir auch bei unseren Kollegen der Generation Z einfach mal ganz klar feststellen müssen. Also das sind Menschen, die wollen etwas tun. Die wollen etwas bewegen. Und es ist jetzt auch nicht so, dass sie nicht wissen, was passiert. Wie sieht denn der Agenturalltag aus? Also die haben in der Regel natürlich schon sich ein bisschen informiert und allerspätestens dann, wenn sie auch bei uns mal diese Phase der Probearbeitstage durchlaufen haben, dann haben sie natürlich schon einen Einblick: Was passiert denn im Laufe einer Woche hier in einer Agentur? Mit den Kunden, mit den Kundenpräsentationsterminen, die Ziele, die dort erreicht werden sollen. Also das ist alles schon, glaube ich, ganz gut bekannt in der Theorie. Und jetzt haben sie ja faktisch auch im laufenden Betrieb die Möglichkeit, sich da ein persönliches Bild davon zu machen. Und da ist es dann, denke ich, schon ganz hilfreich, sie so früh wie möglich einzubinden, ihnen Verantwortung zu geben. Und dann kann man Feedback bekommen, wo sie sich verbessern können, wo sie sich auch verbessern sollen, weil es für alle Beteiligten dann einfach wichtig ist. Aber ich denke, das ist die Basis des Ganzen. Also wir von unserer Seite als Agentur, wir schaffen diese Möglichkeiten mit unseren Partnern, sei es Google, sei es Meta mit den entsprechenden weiteren Divisionen davon, die Möglichkeiten für diese jungen Leute zu schaffen, sich selbst zu verwirklichen, sage ich mal, und ihren eigenen Lebensweg zu bestimmen. Das Ganze findet in einem wirtschaftlichen Rahmen statt, der interessant ist. Und jetzt muss ich aber auch sagen: Also wenn ich jetzt Anfang 20 bin oder Mitte 20, vielleicht mein Studium gerade abgeschlossen habe, ich weiß auch, dass ich sehr viele Dinge weiß, aber ich weiß auch, dass ich sehr viele Dinge noch nicht weiß. Und da muss ich wirklich auch sagen, da bringen wir uns halt ein. Weil wir ja sehr heterogene Teams haben, was die Struktur ist, was die Senioritäten angeht in den Teams. Und da muss ich wirklich auch sagen, dass sich die Jüngeren extrem viel abschauen von meinen älteren Kollegen. Und vor allem in einer Kultur, und das ist wichtig, die wertschätzend ist. Das ist jetzt nicht so wie früher vielleicht, das durfte ich noch eher kennenlernen, wo es alles sehr autoritär von top down gehandelt wurde. Nein, heute ist das alles wesentlich mehr auf Augenhöhe. Also es ist bei uns extrem wichtig, dass wir alle Entscheidungen in einem Team erstmal diskutieren. Das bedeutet jetzt nicht, dass ich vielleicht als Geschäftsführer schon eine Idee habe, wohin die Reise gehen sollte. Aber das Wichtige ist doch, denke ich, die Menschen dahingehend mitzunehmen, ihnen immer das Gefühl zu geben, sie haben auch die Möglichkeit, sich einzubringen. Und ich kann dann natürlich auch entsprechend steuern, dass das Ergebnis schon dann auch zu dem führt, wie es aus unserer Sicht am wertvollsten ist. Also ganz ehrlich, da versuchen wir, wir versuchen die Rahmenbedingungen zu setzen, uns aber dann tatsächlich eher mal rauszunehmen, also auch die Wortmeldungen zu reduzieren. Also es geht nicht darum, dass die Geschäftsführer oder die Heads of hier immer das große Wort führen, sondern es geht wirklich darum, den Kollegen das Gefühl zu geben, sich einzubringen, die Wertschätzung für ihre Ideen wahrzunehmen.

Und ich glaube, um das abzurunden, das ist nichts, was aus der Gen Z kommt. Ich glaube, das ist eher eine allgemeine Entwicklung, die sehr, sehr schön ist, dass einfach alle mehr einbezogen werden. Aber ich glaube, das ist nicht abhängig von Z, Y, wie auch immer. Ich glaube, das ist wirklich einfach ... Ich meine, wir kennen es bei uns auch, das geht immer mehr aus dieser Teamsache heraus und jeder möchte gern gehört werden und verstanden werden.

Entschuldigung, eine Kleinigkeit möchte ich da noch erwähnen. Das war, glaube ich, das ist sehr symptomatisch und das ist wirklich eine tolle Geschichte. Eine Kollegin schrieb mir, und das demonstriert das Ganze, also den Unterschied zu früher. Sie schrieb mir einfach: Rolf, du bist die Brain und ich bin dein Arm. Und ich fand das so inspirierend. Also ich meine, ich hätte mir das früher nie getraut, an einen Geschäftsführer zu schreiben, den ich persönlich kenne: Du bist die Brain und ich bin dein Arm der Umsetzung. Und das illustriert das aber eigentlich ganz gut, glaube ich. Das ist also eine tolle Basis, dass die Menschen so reden, wie sie sich jetzt auch tatsächlich gerade fühlen. Und es war, also wir arbeiten da zusammen sehr zielführend, sehr wertschätzend und ich habe da jetzt erstmal, ich habe echt mal lachen müssen, wie ich das gesehen hatte. Aber es kommt doch gut an, muss man auch sagen.

Also bei uns im Unternehmen, ja. Vielleicht bei anderen Unternehmen mag das ein bisschen anders sein, aber da herrscht halt auch ein anderes Klima. Aber bei uns, wir haben diesen Raum, diese Atmosphäre geschaffen, dass wir auch auf diese Art kommunizieren können.

Cool, das ist was sehr Schönes, wenn es so offen wird, finde ich. Also weil das ist halt ... Du hast vorhin, das möchte ich noch ganz kurz sagen, du hast vorhin angesprochen, es war früher autoritär. Ich habe das ja auch noch mitbekommen und so, da wäre das nicht möglich gewesen. Das muss man ja wirklich sagen. Aber man darf das nicht immer zu sehr vergleichen, weil es hat sich verändert. Man darf nicht sagen: Hey, früher war das so. Darin verfällt man ja manchmal selber auch. Deswegen finde ich es so schön, wie nüchtern du da mit umgehst und wie ... hey, ich schmunzle da mal ein bisschen drüber. Weil man sollte immer erstmal vor seiner eigenen Haustür kehren. Und jetzt auch zu den Redakteuren, die du vorher genannt hast: Auch die sollten vielleicht nur vor der eigenen Haustür kehren. Und ich glaube, jeder hat seine eigenen Bedürfnisse und jeder Mensch will verstanden werden, vor allem als Mensch.

Absolut.

Dementsprechend, ich fand das sehr, sehr erfrischend, wie du darüber gesprochen hast. Jetzt kommen wir zu unserer Abschlussfrage. Ich weiß nicht, ob du schon mal bis zum Ende durchgehört hast. Wir fragen immer: Was würdest du dir wünschen, wenn du hier nochmal in drei Jahren sitzen würdest und du dürftest dir eine Frage wünschen von unserer Seite? Wie wäre die?

Was hat sich verändert zu deiner generellen Einschätzung? Und ich sage jetzt mal, meine generelle Einschätzung ist eine sehr positive. Hat sich die Entwicklung, die wir angestoßen haben mit unserem Management-Buyout, war das die richtige Entscheidung? Hat sich etwas verändert, was das allgemeine Klima in der Agentur angeht? Hat sich da vielleicht bewahrheitet, dass unser Ansatz doch nicht der richtige ist? Das wäre eine Frage. Und die zweite: Hat sich da jetzt im Sinne der Offenheit, also dieser den Menschen zugewandten Einstellung, hat sich da etwas verändert? Hat sich dieses Vertrauen, also meine Sicht hat es ja sehr viel mit Vertrauen zu tun, hat sich das bewahrheitet als richtige Sichtweise? Oder hat sich herausgestellt, dass unsere Sichtweise vielleicht einfach doch zu naiv gewesen wäre und die Menschen sich viel mehr in Egoismen verlaufen? Und das wären, glaube ich, jetzt zwei interessante Fragen in drei Jahren.

Zwei, zwei seien dir auch gegönnt.

Danke dir.

Machen wir. Genau, die lassen wir auch oft mal so stehen. Schöne Fragen. Vielen Dank, dass du bei uns warst, Rolf. Vielen Dank auch für die ganze Offenheit in dem Gespräch. Ich glaube, das sind wieder super schöne Impulse und Inspirationen für Agenturen, Agenturinhaber, auch MitarbeiterInnen. Eigentlich alles. Das ist sehr, sehr schön, dass wir dieses Feld eröffnen durften und dass du teilgenommen hast. Deswegen vielen Dank, dass du da warst.

Ganz herzlichen Dank für die Einladung. Und wirklich auch ich, vielleicht ein letztes Wort dazu. Ich denke, wir haben als Menschen sehr viele sehr ähnliche Gedanken. Und das große Problem jetzt auch in der Agenturszene, aber das geht natürlich auch über die Agenturszene hinaus, ist, dass es gar nicht so einfach ist, ehrliche Antworten auf die immer wieder auftauchenden Fragen zu bekommen. Und jetzt bin ich ja mittlerweile relativ unabhängig in den Entscheidungen in meinem Leben, damit ich das mal so sage. Da hilft es schon sehr, finde ich, einfach Ehrlichkeit in die Diskussion hineinzubringen, die jetzt nicht geleitet ist von ganz persönlichen und jetzt auch offen in vielen Fällen monetären Interessen. Das hat was, aus meiner Sicht, mit Lebenserfahrung zu tun. Das versuche ich im privaten Umfeld, jetzt hier im Rahmen meiner Familie, als auch natürlich bei den jungen Kollegen, auf Kundenseite immer ein bisschen einfließen zu lassen. Und deswegen auch ganz herzlichen Dank nochmal für die Einladung heute und es hat mir sehr, sehr viel Spaß gemacht.

Von meiner Seite, Rolf, natürlich danke auch fürs Zuhören nach draußen. Ihr könnt uns wie immer Fragen stellen. Wir haben gesehen, es kommen immer mehr rein. Deswegen steigt da fleißig ein. Ansonsten freuen wir uns wie immer über euer Feedback und wir hören uns beim nächsten Mal.

Dankeschön.

Vielen Dank.

Klasse. Danke sehr. Ciao.

Ciao.

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Datum 31 Mai 2024
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