Wo steht ondevi im Agenturvergleich?
In dieser Episode freuen wir uns, Jakob Doll von ondevi als unseren Gast zu haben. Gemeinsam diskutieren wir über Themen wie - Wie hat Jakob Doll sein Unternehmen während der Pandemie aufgebaut, welche Tools verwendet er, um Fristen einzuhalten und Aufgaben zu organisieren, was sind Jakobs langfristige Ziele für sein Unternehmen und vieles mehr.
Hey, hey, hey. Wenn wir sehen, okay, Mitarbeiter X oder Mitarbeiterin Y arbeitet bei einem Projekt viel zu viel und ihr oder ihm fehlt die Zeit bei einem anderen Projekt, dann können wir eben auch als Geschäftsführer reingehen und mit dem Kunden ins Gespräch gehen und sagen: Hey, das können wir nicht so machen.
Bevor wir mit der heutigen Folge starten, möchten wir euch zunächst erklären, worum es uns und unserem Partner Teamleader in diesem Podcast überhaupt geht. Wir laden in jeder Folge spannende Persönlichkeiten aus der deutschen Agenturszene ein, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen andere Agenturen inspirieren und motivieren möchten. Und genau dort setzt Teamleader mit seiner leistungsstarken Agentursoftware an. Diese hilft bereits über 4.000 Agenturen dabei, Terminfristen einzuhalten, Budgets zu kontrollieren, Gewinnmargen zu steigern, Kapazitäten zu planen und vieles mehr, damit ihr euch voll und ganz auf eure Kreativität konzentriert. Von Agenturen für Agenturen. Und los geht’s mit unserer heutigen Folge.
Welcome back to Agency Life Deutschland by Teamleader. Unser heutiger Gast ist Jakob Doll, Managing Director von ondevi. Ich hoffe, ich habe es richtig ausgesprochen.
Ja.
Perfekt. Und wir möchten heute mit dir gemeinsam in deine Agentur eintauchen und greifen dafür immer wieder auf die Ergebnisse von der Agency Benchmark Studie von Teamleader zurück, an der knapp 4.000 Agenturen teilgenommen haben. Wir wollen klären: Was unterscheidet euch von anderen Agenturen und wie geht ihr mit essenziellen Themenbereichen aus der Agenturbranche, aus dem Agenturmanagement um. Aber lass uns am besten mit einer kurzen Vorstellung von dir starten. Kurz und knapp: Wer bist du und was macht ondevi aus?
Ich bin Jakob, 24 Jahre alt, einer der drei Mitgründer von der ondevi GmbH. Wir haben 2020 während Corona neben den Studiengängen gegründet und unsere Agentur ist spezialisiert auf D2C-Brands und Wachstum zu erzielen. Das heißt, wir fahren einen sehr performanceorientierten Marketing-Approach. Die Services, da können wir dann später nochmal genauer reingehen.
Herzlich willkommen auch von meiner Seite. Freut mich, vor allem jemanden mal kennenzulernen, der in Corona gegründet hat, wie wir vorhin schon gesprochen haben. Du hast schon gesagt, dass zu eurer Geschichte, ihr habt das eigentlich schon vorher geplant, aber es ist dann einfach da dazugekommen. Gab es irgendwas, wo du sagst, das war dann echt eine Herausforderung?
Also man muss sagen, uns hat das eigentlich nicht allzu negativ beeinflusst, auch nicht riesig positiv, weil es ein paar Aufträge sind, die sind dann sozusagen flöten gegangen, aber wir haben auch ein paar Aufträge eigentlich deswegen bekommen, weil vor allen Dingen ein größerer Konzern sich eben umgeschaut hat, mehr ins Online-Marketing einzusteigen, einfach wegen der Corona-Situation. Das heißt, es hat sich dann relativ gut ausgeglichen. Aber es war so oder so auf jeden Fall eine Erfahrung. Ich meine, es war auch eine Herausforderung im ersten Jahr.
Du gehörst jetzt sozusagen nicht nur zu der Generation, die damit groß geworden ist, sondern die genau da auch eine Firma gegründet hat. Das wird spannend für später. Ich glaube, es wäre auch leichter gewesen oder auch schwerer, weil ich meine, in dem Bereich, wir kennen es ja selber, hat Corona vielleicht sogar nochmal ein bisschen Zündstoff gegeben im positiven Sinne, dass halt digital viel passiert ist. Wenn wir auf die Studie von Teamleader zurückgehen, gibt es eine schöne Bewertung, und zwar, wie man seinen eigenen Erfolg bewertet. Und sieben von zehn Agenturen bewerten ihren Erfolg als gut. Was ist für dich Erfolg und wie würdest du euren Erfolg der letzten Jahre, auch mit dem Start eben, mit den Unwägbarkeiten oder den Chancen, bewerten auf einer Skala von eins bis zehn?
Okay, das ist eine sehr spannende Frage, vielleicht zweigeteilt. Also einmal Erfolg auf der Firma und einmal Erfolg im Persönlichen vielleicht. Als Unternehmer würde ich sagen, das ist Erfolg für mich, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und die Möglichkeiten, die einem die Welt offenlegt, nutzen zu können und dass das eben auch durch ein erfolgreiches Unternehmen beeinflusst ist. Als Unternehmen würde ich sagen, einmal einen sehr guten Mehrwert am Markt zu liefern, also dass die Kundenzufriedenheit auf jeden Fall da ist, aber auch intrinsisch, also intern im Unternehmen, die Mitarbeiter auch zufrieden sind und sich entfalten können. Und ansonsten gibt es natürlich auch rein kapitalistische Ziele, sag ich jetzt mal, also an was man den Erfolg messen kann. Da würde ich schon sagen: Rentabilität, also Profit. Viele machen das ja im Umsatz fest, aber ich würde schon sagen, eigentlich der absolute Gewinn ist da entscheidender als jetzt irgendwelche aufgeplusterten Umsatzzahlen. Genau, das sind jetzt mal so die zwei Sachen, die mir einfallen.
Und da hast du noch eine Frage gestellt, glaube ich, mit Bewertung eins bis zehn.
Ja, so insgesamt, wie ihr euren Erfolg der letzten Jahre, seit ihr, ich glaube, knapp drei Jahre alt seid, wie du den so bewerten würdest auf einer Skala von eins bis zehn?
Ich würde sagen sieben von zehn. Ich meine, es geht immer schneller, aber ich glaube, wir haben es schon ganz gut gemacht, wie wir es gemacht haben.
Du liegst damit komplett in der Mitte, aber es ist eine schöne Selbstreflektierung und damit ist viel Luft noch nach oben, aber man zeigt selber selbstbewusst schon, dass man einiges geschafft hat.
Ja, wunderbar.
Thema Umsatz und Rentabilität treffen wir später auch dann nochmal wieder. Jetzt würde ich gerne einmal ganz kurz auf das Thema Wachstum mit dir gehen. Da keine sieben von zehn, sondern vier von zehn Agenturen streben für 2023 ein starkes Wachstum an, laut der Benchmark-Studie. Lass uns mal in dein Jahr oder euer Jahr 2023 reintauchen. Wir haben ja auch schon kurz gequatscht, dass ihr auch relativ stark wachsend seid. Zehn Mitarbeiter, glaube ich, hattest du mittlerweile erwähnt. Wie hat das Jahr für euch angefangen beziehungsweise, wir sind mittlerweile im September, wie lief das Jahr für euch und was ist jetzt noch für den Endspurt geplant?
Also für uns läuft das Jahr tatsächlich ziemlich gut. Also wir werden wahrscheinlich auch 80 Prozent Wachstum fast oder 70 bis 80 Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Und wir merken einfach, dass die Sachen, die wir im Vorjahr gemacht haben, Aufbau, Strukturen, Sales-Thema aktiver angehen, uns jetzt total in die Karten gespielt haben im 2023. Und was auch überraschend war, dass wir jetzt im Q3 extrem gute Zahlen geliefert haben. Und in den Vorjahren war das eigentlich bei uns immer ein Sommerloch, also war ich nicht so viel dagegen. Klassischerweise war Q4 immer extrem stark, weil wir auch im E-Commerce eben spezialisiert sind und da einfach logischerweise Weihnachtsgeschäft, Black Friday und so weiter und so fort deutlich mehr ausgegeben wird. Deswegen ist das klassischerweise sozusagen das stärkste Quartal. Und jetzt, wo Q3 schon sehr gut war, bin ich eigentlich auch recht optimistisch, dass Q4 auch nochmal alles top wird. Genau, also in Summe ein sehr gutes oder unser bestes Jahr auf jeden Fall mit Abstand, aber auch sozusagen der Grundstein auf jeden Fall im Vorjahr gelegt worden. Und das Vorjahr war nicht so krass umsatzstark, aber wir haben halt sehr viel Groundwork gemacht.
Aber auch geplant, also wirklich in 2022 gesagt, wir wollen 2023 dann dieses Wachstumsziel haben? Oder hat sich das letztendlich mehr oder weniger ergeben?
Nee, es war schon unser Ziel, stark zu wachsen. Genau. Und wir haben deswegen auch im 2022 uns relativ bewusst gesagt, okay, wir kommen jetzt nicht auf die krassen Zahlen, wo wir hinreichen wollen, aber wir müssen einfach an den ganzen Prozessen arbeiten, dass eben das starke Wachstum ermöglicht wird im Folgejahr. Und das haben wir auch echt ganz gut gemacht. Klar, es gibt auf jeden Fall noch einige Bereiche, wo man noch gut nachschärfen kann, aber es ist auf jeden Fall ein solides Fundament gebaut worden.
Danke, dass du uns da auch teilhaben lässt, weil das ist eigentlich der Inhalt oder der Zweck des Podcasts, dass wir Agenturen so zusammenführen. Ich meine, wir sitzen gegenüber und haben wahrscheinlich ein paar Überschneidungspunkte, wettbewerbstechnisch, aber es ist trotzdem, nicht trotzdem, sondern gerade deswegen mal spannend, miteinander zu quatschen und nicht immer Wettbewerb zu sehen. Ihr seid mehr im E-Commerce, wir sind nicht nur im E-Commerce. Deswegen, das ist gelungen. Genau das, was Agency Life ausmacht und was wir eigentlich auch schaffen wollen, dass es mehr Miteinander gibt, weil der Markt ist groß. Und wenn wir da auch auf Umsatz 22 sehen, dann kann man sagen, laut der Studie auch, dass einfach ein Wachstumsjahr da war insgesamt, also auch nach Corona dieser Online-Bereich immer größer wird und insgesamt im Schnitt um sechs Prozent die Unternehmen auch gewachsen sind. Du hast vorhin schon gesagt, Umsatz ist nicht unbedingt euer Ziel, aber habt ihr Umsatzziele?
Lustigerweise hatten wir, also wir haben schon Umsatzziele. Aber früher war das bei uns praktisch eher getrieben: Okay, wir wollen jetzt den Umsatz machen und im nächsten Monat muss der Umsatz her. Was sich für uns als total unactionable herausgestellt hat. Also man kann das schwer umsetzen, weil im Endeffekt der Umsatz, den du im nächsten Monat machst, ist eigentlich davon abhängig, was du die zwei Monate davor gemacht hast. Auch von der Sales-Pipeline und wie viele Gespräche du geführt hast, wie viele Kontakte du gemacht hast und so weiter und so fort. Das heißt, wir haben es ein bisschen geschifftet an Zahlen oder an Aktivitäten, die man wirklich direkt beeinflussen kann, die dann wiederum sich in Umsatz ausschlagen. Aber was ich nicht empfehlen kann, ist einfach ein Umsatzziel aufzustellen, ohne irgendwie Aktivitäten, die das auch direkt beeinflussen. Das funktioniert in der Regel nicht so gut. Aber wir haben schon Umsatzziele, haben das eben deutlich pragmatischer gelöst, dass wir da auch direkt Aktivitäten reingekommen haben.
Ja, du sagst Aktivitäten, das ist wahrscheinlich so gemeint mit Makroziel Umsatz, aber mikro, was muss ich dafür tun, dass der Umsatz erzielt wird? Also das ist das Ergebnis. Deswegen, ihr habt dann wahrscheinlich euch andere Ziele darunter gesetzt. Würdest du uns da so einen Einblick geben, was da so Ziele für euch waren?
Genau, also woran wir jetzt sehr stark gearbeitet haben in den letzten Monaten und im letzten Jahr, ist im Endeffekt das Thema Sales. Dass wir eben schauen, okay, im Endeffekt die Sachen, die du diesen Monat closest, die kommen ja im nächsten Monat an Umsatz. Das ist dann so in der Regel. Deswegen, das war das, was ich meinte im Sinne von: Okay, wieso ist der Umsatz im nächsten Monat eigentlich schon vordefiniert und du kannst jetzt nicht nur sagen, okay, ich will jetzt da noch einen stärkeren Umsatz haben? Das heißt, wir haben es eben eher dahingeschifftet: Okay, wie viele Leute wollen wir kontaktieren, zum Beispiel Cold-E-Mail-mäßig? Wie viele Posts wollen wir machen auf LinkedIn, auf TikTok, Instagram und so weiter und so fort, um eben dann wie viele Erstgespräche zu führen? Bei welcher Closing-Rate kommt dann eben ein Sale raus und was ist unser Average Ticket pro Sale? Und dann kann man die Umsatzziele deutlich genauer herunterbrechen und direkt Aktivitäten daran koppeln, die dazu führen, dass man eben auch dann die Ziele erreicht.
Also greifbarer im Prinzip.
Viel greifbarer, ja. Sonst war es bei uns ehrlicherweise immer ein bisschen abstrakt. Wir haben gesagt, wir wollen den Umsatz machen und dann haben wir es einfach gemacht, gemacht, gemacht und dann festgestellt, okay, hat geklappt, warum auch immer oder hat nicht geklappt, ohne dass es wirklich zahlenbasiert und aktivitätenbasiert war.
Also auch Messbarkeit im Prinzip.
Das leitet ganz schön über, weil du hattest ja auch vorhin angesprochen, Rentabilität ist eigentlich auch das wichtigere Ziel für euch als jetzt der reine aufgeblasene Umsatz im Prinzip. Und aus der Studie ging hervor, dass 37 Prozent der Agenturen einen konkreten Plan zur Steigerung der Rentabilität haben. Also eigentlich genau das, was du gesagt hast, dass ihr es auf Zahlen wirklich runterbrecht. Da die Frage: Mit welchem System arbeitet ihr da? Also wie sagt ihr nach dem Monat zum Beispiel, wenn ihr zurückschaut, hey, wir haben jetzt alles richtig geplant, um eben einen Step nach vorne zu kommen oder da müssen wir vielleicht nochmal schrauben.
Ja, also ich würde sagen, unser System ist da auf jeden Fall auch noch optimierbar. Aber wir schauen uns halt logischerweise an, welchen Nettoumsatz wir erzielt haben, welche Kosten wir in dem Monat hatten und schauen, dass mindestens eigentlich 30 Prozent unser Ziel sind, was im Deckungsbeitrag 1 sozusagen hängen bleiben sollte. Also Nettoumsatz minus Personalkosten und Co. Und das werten wir eigentlich jeden Monat aus. Im Quartalsmeeting schauen wir uns das dann nochmal ein bisschen detaillierter an. Da werten wir das dann auch noch nach Services aus. Sind gewisse Dienstleistungen profitabler als andere? Wie gut performt welches Team? Und so weiter und so fort. Und im Jahresmeeting logischerweise dann nochmal ein bisschen holistischer.
Und hat sich eure Rentabilität jetzt auch vielleicht mit Blick auf Corona nochmal, hat die sich jetzt in den letzten Jahren auch ein Tick verändert? Also merkt ihr auch da, dass ihr zum Beispiel mittlerweile einfach mit einer besseren Rentabilität rauskommen könntet, weil sich vielleicht auch ein bisschen wieder das Umfeld lockert oder einfach ein bisschen auch wieder besser ins Laufen kommt?
Ja, bei uns ist es natürlich ein bisschen verzerrt. Also im ersten Jahr und im zweiten Jahr haben wir uns als Gründer nicht viel ausgezahlt. Also im ersten Jahr war ein Ding. Deswegen war da die Rentabilität natürlich rein auf Business-Ebene super, aber natürlich auch nicht dauerhaft durchsetzbar so. Im dritten Jahr, also letztes Jahr, war sie dann eben nicht so gut, weil wir sehr viel investiert haben, sehr viel in Prozesse und Fortbildungen und so weiter und so fort gesteckt haben. Aber dieses Jahr wird sie wieder sehr gut sein. Also da werden wir wahrscheinlich bei so 20 bis 25 Prozent rauslaufen. An EBIT sozusagen.
Rentabilität hängt ja immer sehr viel auch mit, welche Zeit setze ich ein und was kommt am Ende dabei raus? Und ich glaube, das ist ein großes Problem, was viele Agenturen oder wahrscheinlich ihr auch am Anfang euch überlegen musstet. Wie machen wir das eigentlich? Was kann ich auch alles abrechnen? Aber wie mache ich es überhaupt, dass ich meine Zeit pro Projekt erfasse und dann auch letztendlich in Geld mache? Also indem ich Rechnungen schreiben kann und die natürlich auch gezahlt werden, weil jemand sagt, hey, das zahle ich für diese Leistung. Deswegen zum Thema Zeiterfassung: Wir haben da 61 Prozent der befragten Agenturen, die einen gewissen oder sehr konkreten Plan für die Zeiterfassung haben. Wie ist das bei euch?
Wir erfassen auch die Zeit und jeder Mitarbeiter nutzt es und soll möglichst die komplette Arbeitszeit tracken. Aber vor allen Dingen eben auch Kundentasks. Also dass wir auf jeden Fall alles, was mit Kunden zu tun hat, tracken. Idealerweise eben aber auch interne Sachen, dass wir eben auch anschauen können, okay, wo fällt bei den internen Sachen viel Zeit an, um da entsprechend auch Prozesse dann einzuführen. Aber wir tracken tatsächlich alles.
Das ist ein sehr spannender Punkt. Wir auch. Ich glaube, dass das nicht jeder macht. Auch wenn viele sagen, sie haben so ein Erfassungstool. Aber wirklich alles tracken, so wie du jetzt sagst, schon auf Kunde, dass du es pro Projekt auch ziehen kannst und dann auch siehst, was sind die übrigen Aufgaben, wie ich da Prozesse bauen kann. Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass das dann von Mitarbeiter*innen-Sicht manchmal ein bisschen schwierig angenommen wird. Weil man sagt so, oh Mann, ich will mich nicht transparent machen, jetzt werde ich hier kontrolliert und so weiter. Habt ihr da Probleme? Wie ist da bei euch die Entwicklung? Oder habt ihr das von Anfang an so hingewiesen?
Wir haben das schon von Anfang an recht transparent und klar kommuniziert, was der Hintergrund ist. Und ich glaube auch, von unserer Teamkultur verstehen unsere Mitarbeiter sehr gut, dass wir ihnen jetzt nichts Böses wollen, sondern dass es rein darum geht, wie wir das Unternehmen bestmöglich weiterentwickeln und auch ihnen Hilfestellung geben können. Weil wenn wir sehen, okay, Mitarbeiter X oder Mitarbeiterin Y arbeitet bei einem Projekt viel zu viel und ihr oder ihm fehlt die Zeit bei einem anderen Projekt, dann können wir eben auch als Geschäftsführer reingehen und mit dem Kunden ins Gespräch gehen und sagen: Hey, das können wir nicht so machen. Und sie sozusagen oder ihn beschützen oder eben diesen Konflikt erklären. Das heißt, es ist ja nicht nur rein für uns, sondern auch für die jeweiligen Mitarbeiter gut.
Absolut. Also neben der Rentabilität der gesamten Agentur ist es auch in der Selbstreflexion der Mitarbeiter*innen sauwichtig, denke ich, um einfach zu sagen: Okay, wie bin ich in der Zeit? Wie passt es zu dem Projekt? Bin ich vielleicht irgendwo zu langsam? Und dann ist es also für uns immer ganz wichtig, nicht zu sagen, hey, du bist zu langsam, mit dem Finger auf den oder diejenige zu zeigen, sondern zu sagen, lass uns mal deine Prozesse anschauen. Weil vielleicht müssen wir daran was optimieren, damit du eben schneller wirst in der Zeit. Oder wir sehen, der Workload ist einfach zu krass. Und ich glaube, das sind genau die Punkte, die du gerade auch meintest. Das heißt nicht nur auf Unternehmensrentabilitätsseite, sondern auch auf unternehmensinterner Seite. Wie kriege ich eigene Mitarbeiter auch in der Rentabilität? Und ich glaube, dafür ist es ein ganz wichtiges Tool.
Absolut. Gut zusammengefasst, ja. Auf jeden Fall.
Wunderbar. Dann springen wir doch mal nochmal ins Thema Projekte. Jetzt hattest du ja gesagt, ihr wachst. Das heißt aber auch für dich als Gründer, der vielleicht früher sehr, sehr stark auch operativ noch in den Projekten drin war, musst du schrittweise abgeben. Sowohl Verantwortung als eben dann auch die operativen Prozesse. In der Studie geht aber schon noch hervor, dass 90 Prozent der Agenturen klar den Zustand ihrer Projekte verfolgen. Aber jetzt mal auch aus der Sicht von dir eben als Gründer, auch als Geschäftsführer: Wie gelingt es dir, dass du da die Verantwortung abgibst? Und bist du da schon in diesem Zustand, dass du wirklich sagst, es läuft, ich lasse es laufen? Aber wie schaffst du auch, sag ich mal, den Effekt, dass trotzdem der Kunde sagt: Hey, da ist einer der Managing Partner immer wieder dabei und der ist letztendlich mit am Start?
Ja, also das ist eine gute Frage. Ehrlicherweise sind wir aber auch operativ noch ziemlich stark drin. Also wir sind ja drei Gründer. Jeder von uns leitet sozusagen einen Bereich der Agentur. Und wir sind auch immer in Kundengesprächen drin und betreuen auch Kunden noch aktiv. Trotzdem ist natürlich das Ziel, uns möglichst stark aus dem Operativen mittelfristig rauszuziehen. Was uns auch mittlerweile ganz gut gelingt. Einfach durch gute Hires, würde ich sagen. Also dass man wirklich aktiv danach schaut, Leute zu finden, die mindestens so gut sind wie man selbst. Und dann, glaube ich, geht es halt auch einfach darum, zu überprüfen, wie zufrieden ist der Kunde? Was sind da die Feeds? Wie entwickeln sich die Zahlen? Wir sind ja sehr performanceorientiert. Wenn wir natürlich merken, okay, ein Projekt funktioniert gar nicht mehr gut, die Werbekampagnen sind total unprofitabel, dann ist natürlich der Zeitpunkt gekommen, um zu intervenieren und ins Gespräch zu gehen und zu schauen, wo der Schuh drückt.
Das hat ja auch viel mit Fristen zu tun. Das heißt, wie kann ich Fristen einhalten und nicht? Und du sagst ja schon, performancegetrieben. Ihr habt ja ganz klar Kennzahlen wie ROAS. Was kostet mich ein Einkaufswagen? Was kostet mich ein Kauf? Was ist der CTR? Und so weiter. Das sind ja zig Zahlen, die man auf dem Schirm haben muss. Und ihr habt dementsprechend aber auch Fristen, die ihr einhalten müsst, wahrscheinlich für Kunden mit vielleicht Umsatzzahlen und solchen Sachen. Ist das etwas, was es bei euch gibt? Also so Fristen von Seiten der Kunden?
Ja, klar. Also es gibt schon gewisse Projektstarts, gewisse Timelines, bis wann was geliefert werden muss. Das wird halt dann im Projektmanagement entsprechend hinterlegt. Und wir als Geschäftsführer sind da auch schon so weit drin, dass wir eben auch überprüfen, okay, hält das Team die Deadlines ein oder nicht? Und triezen sie dann schon auch, dass das eben alles pünktlich abgeliefert wird. Genau. Also ich weiß nicht, ob das deine Frage beantwortet.
Ja, absolut. Also die Frage ist dann eigentlich auch: Habt ihr Probleme, die Fristen einzuhalten oder ist das eigentlich etwas, was ihr so gut wie immer schafft?
Ich glaube, jede Agentur hat hier und da Probleme, die Deadlines einzuhalten. Ja, fairerweise. Aber es ist oft dadurch getrieben durch die Kunden-Feedback-Schleifen. Also bis wann man sozusagen Feedback auf das bekommt, was man abgeliefert hat. Da sind dann einfach die Iterationsschleifen teilweise einfach zu lang, wo man dann eben auch aus Agentursicht klarer kommunizieren muss: Hey, ich brauche von dir Feedback bis spätestens da.
Einer der schwersten Parts für Agenturen, muss man an der Stelle sagen. Weil du forderst was von deinem Kunden, der Auftraggeber ist. Und in dem Moment fühlst du dich wie so ein Auftraggeber selber: Hey, ich brauche aber das zurück, damit ich meine Frist einhalten kann. Also ich glaube, ein schwieriger Part, oder?
Total. Aber Erwartungsmanagement ist auch wirklich ein Riesenthema, das man als Agentur auf jeden Fall meistern muss.
Bei dem Thema habe ich es jetzt mal andersrum gemacht. Ich habe die Zahlen vorher nicht genannt, aber sie passen wieder sehr, sehr gut zu der Studie zusammen. Also sieben Prozent haben wirklich Probleme, Fristen einzuhalten. Also man sieht, es ist relativ gering. Und 37 Prozent sagen wiederum: Hey, für mich überhaupt kein Problem mit Fristen. Und dann findet ihr euch auch wieder. Ich würde auch uns dahin gehen, dass man einfach das meiste einhalten kann, vieles nicht. Manchmal selber schuld, aber manchmal hat man auch Probleme mit Sachen, die man nicht sofort zurückbekommt.
Ja, voll.
Da finde ich das Erwartungsmanagement abschließend vielleicht nochmal ganz spannend. Du hast ja auch eben gesagt, man muss vorab kommunizieren, wie man arbeitet. Gelingt euch das zum Beispiel jedes Mal? Oder wie agiert ihr mit dem Kunden vor der Zusammenarbeit, dass wirklich einfach klar ist, das ist unsere gemeinsame Baustelle? Ihr müsst vielleicht auch einfach einen Teil noch mitmachen und wir sind jetzt nicht die, die alles wegnehmen, sondern ihr seid trotzdem noch mit dabei und müsst uns Feedback geben.
Ja, also es ist halt sehr kundenabhängig, muss man sagen. Also mit manchen Teams klappt es halt wirklich super von Anfang an. Einfach weil, glaube ich, die Einstellungen ähnlich sind oder die Teamkultur. Mit manchen Teams ist es schwerer. Also wir hatten auch zum Beispiel größere Unternehmen oder Konzerne, wo wir sagen, da ist es deutlich schwieriger. Weil, wo wir sagen: Okay, das dauert so und so lang oder so und so schnell kann man Feedback geben, da sind dann teilweise ewige Schleifen dabei. Da funktioniert es dann deutlich schlechter. Aber im Vorfeld schauen wir halt wirklich: Passt der Kunde zu uns? Passt das Team zu uns? Ist das Team auch intern gut aufgestellt, dass sie uns auch gut zuarbeiten können, wenn wir was von ihnen brauchen? Und ansonsten halt einfach klar sagen: Hey, das sind eure Aufgaben, das sind unsere Aufgaben und hier gibt es Überschneidungsgebiete, wo wir eben aufeinander angewiesen sind, dass das Projekt eben zum Erfolg geführt wird. Und wir zeigen natürlich auch ein bisschen: Wie sieht das Projektmanagement aus? Wie seht ihr, wie was vorankommt?
Das Ganze hängt ja auch immer mit einer Fakturierbarkeitsquote zusammen. Ich musste selber aber schauen, also ich konnte es mir ein bisschen vorstellen, aber ich musste es tatsächlich googeln und ein bisschen schauen: Was meint man mit Fakturierbarkeitsquote? Weil für Agenturen kann man das in mehreren Hinsichten sehen. Wir meinen damit: Wie viel eurer Zeit, ich nehme jetzt die Zeit in der Woche, du rechnest alle Zeiten von euch zusammen, die ihr arbeitet, sind wir bei 100 Prozent. Wie viel Prozent dieser 100 Prozent siehst du als: Könnt ihr wirklich in Rechnung stellen?
Da kommt es halt eben auch drauf an, ob wir jetzt uns drei Gründer mit reinnehmen oder nicht.
Nimm dich mal mit rein.
Wenn wir uns mit reinnehmen, ist es auf jeden Fall geringer als ohne uns drei, weil wir ja logischerweise nicht nur operativ am Kunden arbeiten, sondern sehr viel auch Strategisches machen, Prozesse weiterentwickeln, Mitarbeiterakquise machen. Aber mit uns würde ich sagen 70 Prozent und ohne uns wahrscheinlich 80 Prozent.
Cool, roundabout. Schöner Einblick.
Wir sind bei der letzten Frage und die würde ich dir jetzt ganz gerne stellen. Wenn du dich in drei Jahren siehst oder euch in drei Jahren und wir sitzen wieder hier in dem Raum und wir stellen dir Fragen: Welche Frage wäre es, die du gerne hättest, wenn du so siehst, wo eure Reise hingehen soll? Also welche Frage wir stellen sollen beziehungsweise du dir wünschen würdest, die wir dir stellen? Weil sie vielleicht gerechtfertigt ist, die dir zu stellen.
Ja, ich hoffe, die Frage wird sein: Wie habt ihr es geschafft, so extrem zu wachsen? Also wir haben tatsächlich sehr ambitionierte Ziele jetzt noch in den nächsten zwei, drei, vier Jahren. Ich bin sehr gespannt, ob wir die reißen werden. Ich bin aber optimistisch, dass es uns gelingt. Genau, also das wäre auf jeden Fall eine Frage, die ich mir wünsche.
Würdest du uns auch noch einen Einblick geben, was die Ziele sind? Vielleicht nicht alles, aber…
Also wir wollen uns jetzt tatsächlich eigentlich fast immer verdoppeln über die nächsten zwei bis drei Jahre.
Mitarbeiter auf Mitarbeiter oder auf Umsatz?
Auf Umsatzbasis. Mitarbeiter soll sich nicht ganz verdoppeln sozusagen. Wir wollen ja auch sozusagen den Umsatz pro FTE nochmal ein Stück nach oben heben. Aber genau, also das wäre tatsächlich schon der Plan.
Schön, Jakob. Ich hoffe, wir sitzen in drei Jahren, vielleicht sogar schon in zwei Jahren da und wir stellen genau die Frage dir. An der Stelle tatsächlich Riesendank. Wir sind schon durch. Wir versuchen es ja immer, ein bisschen knapp zu halten, damit man einfach sowas auch bei einer Autofahrt oder sonst was, wenn man in die Agentur fährt, für andere Agenturinhaber, Inhaberinnen, sich einfach ein paar Einblicke holen kann, sich auch Hilfestellungen holen kann. Ich glaube persönlich, der Markt ist riesig. Gute Agenturen gibt es leider immer noch zu wenig, schlechte gibt es leider relativ viele. Ich kann mit Sicherheit sagen, nach so einem Gespräch: Ihr gehört zu den Guten und kann man absolut weiterempfehlen. Deswegen würde ich mich tatsächlich freuen, wenn wir uns bald wiedersehen hier und ich danke dir herzlich, dass du uns ein bisschen Einblicke gegeben hast, weil das macht auch nicht jeder und das zeigt einfach, dass ihr auf dem richtigen Weg seid, weil wer sich ein bisschen in die Karten schauen lässt, der weiß auch sehr selbstbewusst, in welche Richtung man geht.
Vielen Dank für die Einladung, Chris und Jona.
Von meiner Seite auch nochmal danke. Und jetzt natürlich nochmal der klassische Aufruf an die Zuhörer, Zuhörerinnen: Wenn euch gefällt, was wir machen, hier bei Teamleader und bei Agency Life, folgt uns gerne auf dem Channel eurer Wahl, gebt uns gerne Bewertungen ab und wir legen in zwei Wochen nach und jetzt weiter und deswegen dranbleiben lohnt sich. Und in diesem Sinne bis zum nächsten Mal. Jakob, vielen Dank, dass du da warst.
Ja, danke euch nochmal. Danke. Danke.