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Wie agiert eine moderne Spielerberater Agentur?

Erfahre in unserer aktuellen Podcast-Episode, wie Katharina Ries von ROOF FOOTBALL die Spielerberatung neu definiert. Entdecke, wie sie eine effiziente Struktur für Fußballgrößen wie Kai Havertz und Serge Gnabry geschaffen hat und dabei starke persönliche Bindungen zu den Spielern aufbaut. Wie differenzieren sich Beziehungen und Pakete basierend auf individuellen Bedürfnissen und Zielen? 

Musik. Über 190 Profifußballerinnen und Profifußballer betreut die Spielerberatungsagentur ROOF. Wir sprechen heute mit Katharina Ries. Sie ist Head of Marketing bei ROOF und gibt uns spannende Insights in eine der pulsierendsten Branchen unserer Zeit. Sie hat uns zum einen erzählt, wie sie pitchen, denn du stehst nicht mehr vor einem klassischen Kunden, sondern vor einem Spieler. Und sie hat uns mitgegeben, dass es bei ihnen keine Verträge gibt. Wie trotz dieser Komponente spannende Beziehungen und nachhaltige Beziehungen zu den Spielern und Spielerinnen entstehen, gibt sie uns in der heutigen Folge mit.

Musik. Bevor wir mit der heutigen Folge starten, möchten wir euch zunächst erklären, worum es uns und unserem Partner Teamleader in diesem Podcast überhaupt geht. Wir laden in jeder Folge spannende Persönlichkeiten aus der deutschen Agenturszene ein, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen andere Agenturen inspirieren und motivieren möchten.

Und genau dort setzt Teamleader mit seiner leistungsstarken Agentursoftware an. Diese hilft bereits über 4000 Agenturen dabei, Terminfristen einzuhalten, Budgets zu kontrollieren, Gewinnmargen zu steigern, Kapazitäten zu planen und vieles mehr. Damit ihr euch voll und ganz auf eure Kreativität konzentrieren könnt. Von Agenturen für Agenturen. Und los geht's mit unserer heutigen Folge.

Musik.

Herzlich willkommen bei Agency Life.

Heute zu Gast: Katharina Ries von ROOF. Früher bei einer Agentur, die für Adidas, glaube ich, gearbeitet hat. Würde ich aber direkt den Ball zu dir rüberspielen, dass du dich mal kurz vorstellst. ROOF, eine der größten Spielerberatungsagenturen aus Deutschland. So viel kann ich schon mal verraten. Aber wir freuen uns sehr, dich heute hier willkommen zu heißen.

Ich freue mich auch. Vielen Dank für die Einladung. Ja, ich bin Katharina, Kat genannt von eigentlich allen, gerade noch 35 Jahre alt und jetzt seit ein bisschen mehr als einem Jahr bei ROOF. Wie du schon gesagt hast, vorher bei einer Adidas-Agentur, sehr viel Markenaktivierung, Projektmanagement, und bin jetzt sehr, sehr glücklich seit einem guten Jahr jetzt bei ROOF.

Und mache hier die interne und externe Kommunikation.

Da kommen wir gleich nochmal. Aber ich habe bloß rausgehört, du hast sozusagen bald Geburtstag.

Genau. Ihr könnt mir fast schon gratulieren.

Morgen?

Nein, nein, nein. Nächste Woche.

Okay, alles klar. Man darf leider ja vorher nicht, aber dann machen wir es danach.

Du kannst ja anrufen dann.

Genau.

Cool. Du hast ja schon so ein bisschen was gesagt oder wir haben ein bisschen eingeleitet. ROOF, ich sage nochmal dazu, also ihr habt auch nicht nur eine der größten oder bekanntesten Agenturen, sondern ihr habt natürlich auch sehr große Spieler. Unter anderem Kai Havertz oder Serge Gnabry, ter Stegen von Barcelona, um nur wenige zu nennen. Und du kommst von einer Marketingagentur zu so einer Agentur. Wie ist das? Weil normalerweise kommt dieser Bereich eigentlich nur, ich sage mal, ursprünglich komplett aus der Spielervermittlung. Und auf einmal kommt Marketing dazu.

Ja, also die Spielerberatungsagenturen oder der Job eines Spielerberaters hat sich super verändert. Es geht viel mehr in die Richtung, wirklich einen Agenturaufbau auch dahinter zu haben. Nicht mehr so die Dealmaker, die es früher mal gab, und alles irgendwie auf einem Kopf nur abgeladen, sondern es ist viel breiter aufgestellt, ja.

Sehr cool. Das heißt, ihr habt also quasi auch inhouse das Marketing für euch als Agentur. Also das heißt, wie ihr euch vermarktet selber oder nach außen hin kommuniziert und auch für die Spieler.

Genau, ja. Und das läuft im Endeffekt bei mir zusammen. Natürlich ist es so, dass unsere Berater super viele eigene Kontakte haben und wenn es dann so in die Richtung Sponsoring geht oder sowas, die vieles auch selbst abdecken können. Aber so die interne und externe Marketing- und Kommunikationsschiene, die mache ich, ja.

Bist du dann mehr im eigenen, also wie du die Agentur vermarktest, Bereich oder ist es auch so fifty-fifty mit den Spielern?

Ja, tatsächlich. Also im Endeffekt renne ich dahin, wo es gerade brennt, um ehrlich zu sein. Und sowohl intern als auch extern ist natürlich viel los bei uns. Wir haben uns gerade, oder 2021 ist ROOF entstanden aus zwei Spielerberatungsagenturen. Und diese Fusion, die da entstanden ist, da ist noch viel, ich würde nicht sagen aufzuarbeiten, aber natürlich sind es zwei Unternehmenskulturen, die aufeinanderkommen. Und da ist viel interne Struktur nötig und viel Kommunikation nötig, um das zusammenzubringen.

Man darf an der Stelle sagen: Aus Spielerrat, also der Spielerberatungsagentur Spielerrat und Arena11 ist die Agentur entstanden, richtig?

Ja.

Genau. Dann würde ich mal bei den Strukturen ansetzen. Wenn du sagst, da muss noch was nachgeholt werden oder aufgebaut werden. Vielleicht kannst du uns einen kleinen Einblick mal geben, wie sind bei euch aktuell die Strukturen und wie ist eine moderne Spielerberatungsagentur jetzt heute eigentlich aufgebaut von den Säulen?

Also wie schon gesagt, es ist nicht mehr so, dass es einen Dealmaker gibt und auf ihm alles abgeladen wird. Wir haben momentan sogar zehn Geschäftsführer, Gesellschafter bei ROOF. Und die haben natürlich auch ihre eigenen Teams. Das ist dann so ein bisschen in Marketing, Kommunikation. Wir haben den Legal-Bereich beispielsweise auch. Und dann ist es in Clubs- und Players-Teams unterteilt. Und ja, also von dem her schon mal eine ganz viel breitere Aufstellung. Und ja, wir sind 45 Personen. Also irgendwie muss man die natürlich auch alle irgendwo zusammenbringen und schauen, dass alle auf dem gleichen Stand sind.

Und wo würdest du sagen, ist Potenzial nach oben hin? Gibt es was, wo du sagst, gerade da könnte man jetzt für die Zukunft einfach noch mehr ausbauen?

Also dazu möchte ich auch kurz sagen, du kommst ja aus einer Marketingagentur. Wie sind die Parallelen dazu? Und wo würdest du sagen, da ist einfach noch Luft echt nach oben, wie Jona gerade schon meinte?

Ja, also ich glaube, so die Hauptaufgabe ist einfach, dass es super unterschiedliche Personen in der Agentur gibt. Dann hast du einmal die, die aus dem Jura-Bereich kommen. Dann hast du die Kreativarbeitenden, Flexibelarbeitenden wie mich jetzt zum Beispiel, die dann eher aus dem Marketing kommen. Dann haben wir ja frühere Fußballspieler dabei, die mit Agenturen noch gar nicht wirklich irgendwie in Berührung kamen. Da ist noch sehr viel, was wir einfach nach oben Luft haben, was aber auch super spannend ist. Weil ich glaube, wenn du dich nicht mehr weiterentwickeln kannst, wird es auch irgendwann langweilig. Von dem her sind wir da gerade dran, irgendwie so alle Teile zusammenzubringen und ja, jeden auf den gleichen Stand zu bringen. Und da würde ich sagen, haben wir auf jeden Fall noch ein bisschen Luft nach oben.

Also man kann es ja mal von außen betrachtet sehen: Da steht ihr ja wahnsinnig gut da. Also wenn man euch mal als Erscheinungsbild anschaut, Webseite, Social-Media-Kanäle und so weiter. Ich muss sagen, da habt ihr einen sehr guten Job gemacht. Da sieht man schon mal, dass da eine große Professionalität stattgefunden hat. Das ist ja tatsächlich dieses Manko, sage ich mal, was im Fußballbereich über viele Jahre sich entwickeln musste und es eigentlich nur sehr wenige geschafft haben. Und ihr, würde ich sagen, gehört da absolut dazu.

Und wir haben gerade schon den Bezug zur klassischen Agentur gebracht. War das für euch auch ganz entscheidend zu sagen: Okay, wir wollen jetzt nicht nur was anders machen oder ganzheitlicher machen, sondern wir wollen uns auch genau so positionieren, wie wir es jetzt gemacht haben? Also wurde so eine Positionierung geplant und umgesetzt?

Ja, absolut. Also ja, wie schon gesagt, ich glaube, es ist super wichtig, dass du dich breiter aufstellst in der heutigen Zeit. Die Spieler brauchen auch einfach ein größeres Paket, das ist es auch. Also wir sehen uns, das sagen wir auch immer wieder, eher als Life-Coaches. Die Spieler kriegen von uns im Endeffekt ein Komplettpaket an allem, was in ihrem Leben so aufkommen kann. Und dementsprechend ist es wichtig, dass du die Leute auch ranholst, die in ihrem Bereich einfach Experten sind, dass du dem Spieler das bestmöglichste Paket anbieten kannst.

Aus Spielersicht, was sind das alles für Bereiche? Würdest du uns da einen kleinen Einblick geben?

Also das kann von Versicherung bis hin zu, natürlich gehören auch irgendwie manchmal Luxusgüter oder sowas dazu. Wir arbeiten in diesem Bereich, das kann man jetzt nicht sagen, dass das unser Hauptaugenmerk darauf liegt, aber natürlich ist das auch ein Bereich. Die Vermarktung eines Spielers, also den Spieler wirklich dann auch als Brand zu sehen irgendwann, ist natürlich auch super wichtig. Letztendlich ist es schon so, dass das Ergebnis auf dem Platz stattfindet oder die Leistung natürlich auf dem Platz einfach die ausschlaggebende ist. Aber der Social-Media-Auftritt wird einfach immer mehr und mehr natürlich sehr, sehr wichtig. Und es ist für die Spieler natürlich auch wichtig, da eine gute Expertise an die Hand zu bekommen.

Und du hast gerade schon gesagt, der sportliche Erfolg, du kennst das ja auch von Adidas. Auch die sind ja mit dem Sport sehr verbandelt. Und im Marketing für den Sport zu arbeiten, weiß ich aus eigener Erfahrung, ist nicht einfach, weil du machst richtig gute Sachen, bereitest alles vor und natürlich hat es immer mit diesen Schwankungen des Erfolgs oder Misserfolgs zu tun. Ist das für dich auch dieses, wo du sagst, das macht mir auch besonders Spaß, weil ich einfach tagtäglich Höhen und Tiefen habe und manchmal muss ich auf den Zug aufspringen oder ich muss ihn vorbereiten, weil er gerade nach oben geht und dann geht er wieder nach unten und wie gehe ich damit um?

Ja, also langweilig ist es in dem Beruf nie. Also erstens, man muss natürlich irgendwie auch eine Leidenschaft für den Sport mitbringen. Also würde ich zumindest sagen. Meine Leidenschaft liegt definitiv im Sport, vor allen Dingen im Fußball. Von dem her ist es für mich ein riesengroßes Privileg, in dieser Agentur zu arbeiten. Und gerade diese Höhen und Tiefen sind super interessant. Wichtig ist nur, dass du bei den Tiefen, die einfach zum Sport dazugehören, nicht aufhörst zu arbeiten oder sagst so: Und jetzt können wir gar nicht nach außen gehen. Wir müssen erstmal wieder schauen, dass irgendwie Leistung auf dem Platz ist. Gerade dann brauchen die Spieler natürlich unsere Unterstützung. Und wir haben dann irgendwie Möglichkeiten, die natürlich dann trotz allem, also trotz allem in Anführungszeichen, zu positionieren und natürlich auch wieder zu pushen, dass es dann auch wieder nach oben geht.

Ich glaube, das war das, was du vorher noch mit Life-Coach gesagt hast. So in den Tiefen wird man weniger Marketingberatung oder Marketingmitarbeiterin fühlen, man wird mehr Life-Coach, weil man dann einfach motivieren muss.

Wahrscheinlich die Spieler auch so ein bisschen trösten, abholen.

Ja, absolut. Und sich auch beruhigen natürlich. Also ich würde jetzt mal sagen, das ist einfach natürlich eher auch die Aufgabe dann der nahestehenden Berater. Aber klar, auch wenn ich mit einem Spieler auf irgendwelchen Shootings bin und mitbekomme: Hey, wie fühlst du dich heute Morgen? Bist du fit? Hast du gerade gestern das Spiel gemacht? Hast du gerade gestern das Spiel verloren? Fühlst du dich trotzdem fit, jetzt heute das Shooting zu machen? Natürlich ist es irgendwo auch sein Job, das dann zu machen. Aber da ist klar auch meine Aufgabe, dem Spieler ein gutes Gefühl zu geben und das vielleicht auch als gute Abwechslung zu sehen und zu sagen: Du, die Alternative wäre, du würdest jetzt zu Hause sitzen und dir vielleicht den Kopf zergrübeln, was gestern schiefgelaufen ist. Mach jetzt mal einfach irgendwas, was dich nicht an das Spiel gestern erinnert. Und das ist manchmal, ja, bewirkt auch Wunder.

Dann switchst du von Marketing zu Life-Coaching.

Genau, so kann man es sagen, ja.

Klar, also ich glaube, es ist sehr, sehr wichtig, dass du eine hohe Empathie mitbringst und dass du die Spieler gut und schnell einschätzen kannst und darauf reagieren kannst natürlich. Aber das ist, glaube ich, immer im Zwischenmenschlichen so.

Total. Bevor wir, glaube ich, zu Jona und einem Bereich des Pitchens kommen, also wie Spielerberatungsagenturen heutzutage pitchen bei Spielern, wie es früher war, wie es heute war, hätte ich da noch eine Frage letztendlich. Also wir wissen aus eigener Erfahrung, weil wir auch so ein bisschen in dem Bereich arbeiten, wie es eigentlich in so einem Spieler dann ausschaut. Und ich glaube, das ist auch was Wichtiges. Deswegen Life-Coach, ein sehr guter Punkt. Das wissen die meisten gar nicht, wie viele Gedanken sich diese Spieler machen, weil es sind genauso Menschen, so in dem Sinne.

Und ich weiß immer noch eine krasse Geschichte, die mir im Kopf einfach hängt, ist jemand, der immer auf der Bank sitzt, aber trotzdem genauso trainieren muss und eigentlich völlig übertrainiert dann im Bett liegt und die Augen nicht mal schließen kann, aber sich genauso Gedanken macht: Wie komme ich wieder in die Startelf rein? Aber dann auch nicht mehr schlafen kann, weil ich übertrainiert bin und mein Körper ja eigentlich das rauslassen muss, wofür ich trainiert bin und solche Sachen. Das ist schon enorm, muss man schon sagen. Und das sind wahrscheinlich genau die Geschichten, die du ansprichst, wenn ihr beim Fotoshooting seid, dass man dann über solche Sachen mal spricht und eigentlich merkt: Moment mal, es sind keine Maschinen.

Absolut nicht, nein. Ja, also ich glaube auch, jeder Spieler ist so mit Adrenalin vollgepumpt nach einem Spiel, dass es super schwer ist abzuschalten. Und natürlich müssen die für sich auch irgendeinen Weg finden. Die meisten, würde ich jetzt mal sagen, gehen nach Hause, zocken vielleicht noch irgendwie und sind aber auf jeden Fall vor drei nicht im Bett, wenn es irgendwie ein Abendspiel ist. Und dann geht es am nächsten Tag wieder weiter, je nachdem, was dann ansteht, ob es Pflege, Kraftraum oder wie auch immer ist. Aber natürlich musst du am nächsten Tag irgendwie wieder performen. Und gerade, wenn es mal nicht läuft, musst du am nächsten Tag dann noch performen. Und da sind wir schon, wir schauen schon, dass es dann da einfach auch Möglichkeiten für die Spieler gibt, irgendwie ihren Kopf in Ruhe zu behalten und ihnen dann ein paar gute Skills an die Hand zu geben.

Jetzt habe ich doch noch eine Zwischenfrage. Ihr habt ja ein Fitnessstudio im Büro, wie ich gesehen habe, was richtig cool ist. Ist es dann auch so ein Moment, wo ihr sagt: Hey, power dich mal hier aus, wenn die Spieler bei euch sind? Ist das tatsächlich so?

Das ist natürlich auch im Verein halt. Also die Spieler trainieren im Verein. Wir haben aber ein riesengroßes Netzwerk außenrum. Wir arbeiten mit Yoga-Trainern, mit Neuroathletik-Trainern und so weiter zusammen. Und immer mal wieder holen wir die dann auch zu uns ins Büro und geben unseren Spielern dann die Möglichkeit, das mal auszuprobieren, auch zu testen. Ist das vielleicht etwas, was so das letzte Quäntchen bei mir ausmachen könnte? Und dann laden wir die zu uns ein und die können bei uns trainieren.

Oft ist es aber auch so, dass es einfach wie ein Wohnzimmer für die ist. Die wissen, dass sie bei uns reinlaufen können und einfach den Support bekommen und gerne mit uns zusammen sind. Serge ist beispielsweise wirklich einer unserer Spieler, der wohnt nicht weit entfernt. Der ist einfach gerne bei uns und wir haben ihn auch gerne bei uns im Office, weil es immer super lustig ist mit ihm. Und dementsprechend, glaube ich, zieht er da auch seine Kraft raus.

Sehr schön. Ich würde nochmal auf das Thema "Wie holst du einen Spieler vielleicht aus so einem Loch raus?" eingehen. Weil ich glaube, ich meine, wir sprechen auch viel mit, sage ich mal, diesen klassischen Agenturumfeldern. Und im Sport hat man natürlich dieses super eindeutige: Der Spieler hat gestern verloren, ist super down. Aber ich meine, auch im normalen Agenturumfeld haben wir es ja auch. Ich meine, ich spreche mit einem Kunden, weiß aber nicht, wie war sein Vorabend. Ich weiß nicht, was hat er am Tag davor gemacht? Hat er vielleicht eine persönliche Niederlage hinter sich?

Und ich glaube, dieser empathische Aspekt ist etwas, was im Sport vielleicht offensichtlicher greift, was aber auch im klassischen Agenturumfeld vielleicht manchmal einfach noch zu wenig gemacht wird oder halt auch einfach ein bisschen runterfällt. Deswegen wäre es mal spannend: Habt ihr wirklich so diese eine oder was ist deine Routine, wenn du merkst: Shit, der Sportler ist irgendwie super down. Ich muss ihn jetzt aber vielleicht für ein Shooting, für irgendwas anderes aktivieren. Was hast du da oder welche Handgriffe hast du im Prinzip, dass du merkst: Ich hole ihn raus?

Also ich habe tatsächlich keine Handgriffe irgendwie parat, wo ich jetzt sagen würde, da spule ich jetzt das und das Programm ab. Ich glaube, es ist wirklich super wichtig, dass du eine gute Verbindung zu dem Spieler hast und dass es so normal wie möglich ist und dass der sich einfach wohlfühlt, wenn er auf mich trifft und wir miteinander Spaß haben und es einfach lustig ist und ich ihm ein gutes Gefühl dabei gebe. Aber das passiert automatisch. Wir haben zu den Spielern, die wir betreuen oder mit denen ich jetzt auf Shootings war, sowieso ein gutes Verhältnis logischerweise. Dementsprechend freut man sich auch, ihn wiederzusehen und einfach Spaß miteinander zu haben. Und das versuche ich dann einfach, ihm die paar Stunden, die ich dann mit ihm habe, zu geben.

Das nennt man dann Empathie.

Das nennt man Empathie, genau.

Und ansonsten natürlich die Nähe, die die zu ihren Beratern haben, zu meinen Kollegen. Da müsste man wahrscheinlich dann jetzt wirklich einfach einen Berater von uns fragen. Das sind im ständigen Austausch mit ihren Spielern natürlich. Und gerade, wenn es dann mal in irgendeinem Leistungsloch oder sowas ist, dann natürlich umso mehr. Aber da gibt es einen ständigen Austausch zwischen Berater und Spieler. Und ich glaube, durch Reden, Zuhören, durch Empathie.

Also auch für die Life-Coach-Ebene im Prinzip.

Genau. Ist dann einfach möglich, ihm den Support zu geben, den er dann in dem Moment benötigt.

Okay. Dann würde ich mal einen Schritt weiter springen. Du hast beide Agenturwelten jetzt auch kennengelernt. Zum Thema Positionierung. Wir haben auch ganz viel mit anderen gesprochen. Und das Thema Pitching war irgendwie immer sowas, was polarisiert. Voll pro, voll kontra. Gibt es bei euch auch so eine Art Pitching im Prinzip? Beziehungsweise vielleicht kannst du uns da mal sagen, wie das dann in etwa abläuft.

Ja, also tatsächlich ist es natürlich schon so, dass wir dem Spieler oder dem potenziellen Spieler durch Präsentationen, Videos kommen natürlich jetzt auch immer mehr, ein Gefühl vermitteln wollen für die Agentur. Uns ist immer super wichtig, dass der Spieler weiß, für was wir stehen. Um einfach auch selbst entscheiden zu können: Passt das zwischen uns? Also es gibt keinen Vertrag quasi zwischen Beratungsagentur und Spieler. Das gibt es in Deutschland nicht. Von dem her ist es eigentlich im Endeffekt so eine Wohlfühl-Sache. Und dementsprechend muss es natürlich für den Spieler klar sein: Kann ich mich hier sehen? Passe ich jetzt dazu? Und passt der Spieler auch zu uns? Also es ist ein gegenseitiges Abtasten, würde ich sagen. Aber dementsprechend haben wir dann natürlich schon auch Pitches, ja. Das ist dann meistens nicht nur der Spieler, sondern irgendwie auch so sein engeres Umfeld dabei. Aber ja.

Also ihr arbeitet dann auch mit guten Grafikern und so weiter zusammen, die euer komplettes Brand-Konzept und so weiter so darstellen, dass der Spieler danach weiß: Für was steht eigentlich ROOF? Und was bekomme ich, welches Komplettpaket bekomme ich von ROOF, wenn ich Teil der Agentur werde?

Ein sehr interessanter Punkt ist, dass Spielerberatungsagenturen, sage ich mal, normalen Agenturen jetzt jahrelang hinterher waren. Aber in einem Punkt, den ich gerade rausgehört habe: keine Verträge. Eigentlich verrückt, oder? Teilweise, oder ich würde sagen für fast alle, auch wenn wir kürzere Kündigungsfristen haben wie früher, ohne Vertrag ist ja unvorstellbar für Agenturen eigentlich.

Ja, wir unterliegen da dem deutschen Arbeitsrecht. Also dementsprechend gibt es keinen Vertrag zwischen Berateragentur und Spieler. In England ist es nochmal ein bisschen anders, aber in Deutschland ist es im Moment noch so auf jeden Fall. Und dementsprechend umso wichtiger, dass irgendwie so das Gefühl zueinander passt und man da den Weg dann zusammengeht. Aber kann natürlich auch genauso gut sein, dass das von heute auf morgen sich ändern kann.

Wahnsinn eigentlich. Ist es dann tatsächlich, man merkt es ja raus, ihr seid sehr persönlich mit Spielern, das muss man glaube ich auch in dem Bereich, auch wenn man Verträge hätte. Aber ist das einfach ein Punkt, warum man eigentlich noch näher zusammenarbeiten muss, weil man eben nicht diesen geschäftlichen Vertrag hat? Weil für manche Agenturen wird es ja wirklich, die würden die Hände über den Kopf zusammenschlagen: Wie sollen wir das denn machen?

Ja, absolut. Aber ich meine, es ist ja auch so, es macht ja immer auch mehr Spaß, wenn du mit jemandem zusammenarbeitest, der wirklich zu dir passt und der dich versteht. Von dem her ist es irgendwie auch eine Win-win-Situation. Wenn der Spieler zu uns passt und wir zum Spieler passen, ist die Zusammenarbeit einfach besser. Und dementsprechend sollte das eigentlich auch immer auf dieser Ebene ablaufen.

Ja, aber ein schöner Punkt. Einfach mal ohne Vertrag.

Genau.

Das wissen glaube ich auch die wenigsten, weil es ist ja auch Risiko dabei. Natürlich sind auch extreme Summen dabei, muss man auch sagen, die möglich sind, aber es ist ein wahnsinniges Risiko dabei.

Ja, ja.

Verrückt. Wenn wir bei jetzt gerade schon so ein bisschen Vertrag und so weiter sind, also was ist ein Spielerwert dann auch am Ende und so weiter, wie ist da deine Rolle bei ROOF? Also ist es so, dass ihr auch ganz klar euch schon Gedanken macht, dass Marketing in einen Transferwert zum Beispiel oder in einen Transfermarktwert einfließt oder ihn beeinflusst und solche Sachen? Habt ihr da klare, sage ich mal auch Strukturen, wo ihr sagt, deswegen machen wir Marketing oder wir haben sogar Kennzahlen, die das beeinflussen?

Ja, also nee, das kannst du nicht mit Zahlen belegen. Und wäre auch tatsächlich gelogen, jetzt irgendwie zu sagen, mein Job PR, Marketing hat einen wirklichen Einfluss auf den Transfermarktwert. Das ist einfach faktisch nicht so. Die Leistung auf dem Platz ist einfach die entscheidende. Aber natürlich ist es schon so, dass, ich sag jetzt mal, Sportdirektoren vor der Transferphase sich ein Konzept überlegen und dann natürlich schauen, wer passt in dieses Konzept, welche Spieler brauche ich noch, um dieses Konzept dann erfolgreich durchsetzen zu können. Und da werden sich die Sportdirektoren schon ihre Informationen einholen. Und dieses Gesamtbild, das entsteht, Leistung auf dem Platz, Teamfähigkeit, mit wem arbeitet der Spieler vielleicht zusammen, wie präsentiert er sich nach außen, so das externe Bild, das entsteht. Dieses Gesamtbild kann dann natürlich schon irgendwie zu Möglichkeiten führen, die dem Spieler gegeben werden, das auf jeden Fall. Aber es ist jetzt nicht so, dass der Instagram-Auftritt wirklich einen ausschlaggebenden Wert auf den Transfermarkt hat oder sowas, überhaupt nicht logischerweise.

Okay, also so ein bisschen, aber wahrscheinlich schon. Du hast ja schon gesagt, so ein Auftritt vom Spieler beeinflusst natürlich irgendwie das Ganze. Aber ich verstehe, was du meinst. Das externe Bild, ja.

Also ich glaube, es ist wirklich einfach dieses Komplettpaket, das einen Spieler ausmacht. Das entscheidet dann natürlich irgendwie, ob er in eine Mannschaft passt, ob er diese Möglichkeit bekommt, das auf jeden Fall. Aber das reine Marketing hat keinen Einfluss auf den Transfer letztendlich.

Na klar, die Leistung steht im Vordergrund, das ist ganz klar.

Ja.

Genau. Wenn wir dann auf die Professionalisierung nochmal gehen von der Spielerberatungsagentur. Ihr arbeitet ja wahrscheinlich auch mit externen Agenturen zusammen. Also das wissen wir nicht, aber wie ist da so die Zusammenarbeit? Also in welchen Bereichen arbeitet ihr mit Marketingagenturen oder anderen Agenturen noch zusammen? Weil ihr sagt, das wollt ihr inhouse nicht abbilden. Oder könnt ihr vielleicht auch nicht? Was ich jetzt eher bezweifle, nachdem ich euch kenne.

Naja, also es sind 45 Personen. Ich würde jetzt mal sagen, circa 30 davon sind unsere Berater, die im Clubs-and-Players-Team sind. Dann haben wir noch irgendwie 15 Personen übrig, die aufgeteilt sind in den Legal-Bereich, in Backoffice-Bereich, in Office-Management-Service-Bereiche und dann eben Marketing. Von dem her brauchen wir auf jeden Fall auch externe Agenturhilfe. Und wir arbeiten da sehr erfolgreich eigentlich mit We Play Forward zusammen. Das ist auch eine Agentur hier in München, gerade im Social-Media-Bereich. Da unterstützen die uns sehr, sehr gut. Und ja, diese Expertise mit reinzuholen, macht auf jeden Fall sehr, sehr viel Sinn für uns. Wir haben 190 Spieler, knapp 190 Spieler. Für jeden da irgendwie den Überblick zu behalten, was Social Media angeht, ist natürlich, also da musst du schon schauen, dass du dir einfach auch noch extern jemanden dazu holst. Die Zusammenarbeit mit We Play Forward ist super, auch super freundschaftlich. Teilweise arbeiten wir auch so eng zusammen, dass wenn die bei uns im Office sind, dass du eigentlich denkst, die sind schon irgendwie auch Teil von uns. Und das ist mir vor allen Dingen auch super wichtig.

Also ich komme ja auch aus einem Agenturumfeld, auch schon vor ROOF. Und ich glaube, ich kann ganz gut einschätzen, wie so die Arbeitsabläufe in Agenturen dann auch sind. Und dementsprechend versuche ich da auch einfach wirklich, ja, ein kollegiales Verhältnis mit denen zu haben.

Also ich glaube, sehr viel Wert für ROOF, jemanden wie dich mit drin zu haben. Die meisten kommen ja wahrscheinlich so aus dem Spielerberatungsteil. Und du kommst halt mit dem Marketing, mit der Marketing-Expertise und so ein bisschen der Schnittstelle.

Genau, diese Schnittstelle zu haben.

Ich glaube, das macht dann auch eine Spielerberatungsagentur einfach nochmal ein Stück größer.

Wenn du das sagst. Es erscheint mir so.

Dann lasse ich das so stehen.

Sehr gerne.

Ich würde tatsächlich, wenn du noch...

Nee.

Ja, ich meine, wir sind schon wieder knapp bei 25 Minuten.

Genau, wir müssen jetzt immer ein bisschen mehr schauen, auch wenn wir gerne weiterreden würden, dass wir unsere Zeit halten, damit wir nicht zu sehr überziehen. Deswegen komme ich mal zu unserer Abschlussfrage, die wir eigentlich immer stellen. Wir haben ja jetzt gesprochen, wie viel Potenzial noch drinsteckt, wie sich auch letztendlich euer Umfeld entwickelt. Und jetzt stell dir vor, wir sitzen in drei Jahren wieder hier und nehmen einen Podcast auf. Und du könntest dir eine Frage von uns wünschen, die dir gestellt wird über die Entwicklung der letzten drei Jahre. Welche Frage wäre es?

Puh.

Die Reaktion haben wir eigentlich oft, gell?

Die ist auch gut. Die ist wichtig. Da darfst du mal überlegen.

Vielleicht irgendwie sowas wie: Wie hast du es geschafft, diesen PR-Stunt mit dem größten Spieler der letzten 30 Jahre so erfolgreich hinzubekommen?

Das wäre vielleicht was, was ich gerne beantworten würde.

Die Frage würden wir auch gerne stellen, weil die Antwort würde mich jetzt interessieren. So vorgenommen, wie würdest du, was wäre deine Antwort?

Habe ich gut hinbekommen.

Ja, naja, erfolgreich liegt schon in der Frage drin.

Ja, klar, also ich würde lieber gerne eine Frage zum Erfolg beantworten als zum Misserfolg natürlich.

Na klar. Wobei es manchmal auch interessant ist, danach den Misserfolg irgendwie nochmal anzuschauen, zu schauen, was ist schiefgelaufen, ja.

Aber aus deiner Frage sieht man so ein bisschen zum Abschluss auch, wie wichtig dir, glaube ich, auch PR ist und wie wichtig auch für Spieler PR ist, dass das halt ordentlich läuft. Ich glaube, da ist man ja in einem großen Becken, ich will jetzt nicht Haifischbecken sagen, aber in einem großen Becken drin, wo jeder seine Motivationen hat und da muss man schon kämpfen auch.

Absolut, ja. Und um jetzt nochmal kurz das Frauenthema mit reinzubringen: In dem Haifischbecken von, sage ich jetzt mal, 95 Prozent Männern ist es vor allen Dingen auch, ja, umso wichtiger, dass dann immer mal wieder auch so ein bisschen eine Frau dazwischen ist.

Unbedingt.

Umso mehr wollen wir dir die Frage in drei Jahren stellen oder vielleicht schon in einem. Mal schauen, wie es wird. Vielen Dank, dass du da warst.

Sehr gerne.

Auch vielen Dank für die Einblicke. Wir wissen ganz genau, dass man in dem Bereich nicht zu sehr Einblicke machen lassen kann, weil es natürlich auch schon ein Haifischbecken ist, dieser Spielerberatungsagenturmarkt. Deswegen umso mehr danke, dass du uns ein paar Einblicke geben konntest. Ich glaube, super interessant für die Zuhörer, vor allem auch für Agenturen selber, da mal wieder Impulse mitzunehmen. Ich erinnere nur an den einen Punkt mit: mal vielleicht darüber nachzudenken, keine Verträge zu haben. Ein bisschen unvorstellbar, aber könnte extreme Impulse auch in andere Sachen geben, weil man vielleicht dann in verschiedensten Dingen umdenken muss. Deswegen vielen, vielen Dank.

Sehr gerne. Da waren schöne Sachen dabei.

Und wir hoffen, du kommst mal wieder.

Ja, gerne. Ladet mich gerne ein. Ich komme sehr gerne wieder, ja.

Dann vielen, vielen Dank, dass du bei uns warst. Danke auch von meiner Seite. Und ansonsten danke fürs Zuhören natürlich auch nach draußen. Wenn euch der Podcast gefällt, hinterlasst uns gerne ein Like, ein Follow, teilt es mit euren Freunden. Und wenn ihr Empfehlungen habt, Gästevorschläge, dann meldet euch jederzeit bei uns. Und dann freuen wir uns, euch vielleicht auch hier bald bei uns im Podcaststuhl begrüßen zu dürfen. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Tschüss. Tschüss.

Auch auf
Datum 12 März 2024
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