Merk-würdig gewinnt – wie KURIOS Werbung neu denkt
In dieser Episode von Agency Life Deutschland sprechen Regina und Jona mit Leonhard Keller und Mark Köhler, den Gründern der Agentur KURIOS.
Mit ihrem Ansatz „Social first, not Social only“ setzen sie auf kreative Plattformen, dynamische Prozesse – und Kampagnen, die im Kopf bleiben. Was braucht Werbung, um es würdig zu sein, sich zu merken?“
Jetzt reinhören und mehr zur Merk-würdigkeit von Werbung erfahren! 🎧
Erst drücken, dann drehen, 42, Walnüsse. Klingt wie der Anfang eines schlechten Escape Rooms oder einer Ikea-Aufbauanleitung, ist aber vor allem eines: ein Satz, der dich erstmal kurz verwundert reinblicken lässt. Unser Kopf ist randvoll mit Dingen, die wir uns merken sollen. Und genau deshalb braucht Werbung heute mehr denn je Einzigartigkeit. Das ist das Motto und die Herangehensweise unserer heutigen Gäste. Denn Werbung muss so gut und so einzigartig, so anders sein, dass man nicht anders kann, als sich an sie zu erinnern.
Die ehemaligen Accenture-Song-Creatives Leonhard Keller und Marc Köhler haben die Agentur KURIOS gegründet. Ihre Philosophie: Social First, but not Social Only. Und was es damit auf sich hat, darüber sprechen wir heute bei Agency Life Deutschland by Teamleader.
An dieser Stelle möchten wir euch verraten, worum es uns und unserem Partner Teamleader in diesem Podcast überhaupt geht. Wir laden zu jeder Folge spannende Persönlichkeiten aus der Agenturszene ein. Mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen möchten wir Inspiration und Motivation schaffen, am Puls der Zeit für die Agenturwelt.
Genau dort setzt Teamleader mit seiner leistungsstarken Agentur-Software an. Diese hilft bereits über 4.000 Agenturen dabei, Terminfristen einzuhalten, Budgets zu kontrollieren, Gewinnmargen zu steigern, Kapazitäten zu planen und vieles mehr. Damit ihr euch voll und ganz auf eure Kreativität konzentrieren könnt. Von Agenturen für Agenturen. Und los geht’s mit unserer heutigen Folge.
Herzlich willkommen zurück aus der Sommerpause bei Agency Life. Wir hoffen, die ein oder andere Hörerin hatte einen schönen Urlaub beziehungsweise auch einen erholsamen Sommer. Ganz cool, wir haben mal ein bisschen geschaut: Wir wurden international gehört. Wir wurden in Sri Lanka, Kanada, Australien, Kenia, Lettland und insgesamt tatsächlich in über 30 Ländern gehört. Auch wenn es nur ein Stream war in einem Land, aber irgendwie ist es schon ganz schön, wenn sich so diese Map füllt.
Und uns freut es sehr, dass wir aus der Sommerpause mit zwei spannenden Gästen reinstarten dürfen. Wir haben euch ja schon so ein bisschen vorgestellt. Gleich mal zum Start: Eure Agentur heißt KURIOS und es wurde auch gleich am Anfang irgendwie kurios. Ihr habt einen Currywurstbrunnen geschenkt bekommen. Wisst ihr mittlerweile, von wem er kam?
Erstmal vielen Dank für die Einladung. Tatsächlich ist es immer noch ein großes Mysterium, wer uns dieses Teil geschenkt hat. Und wir wissen beim besten Willen auch immer noch nicht, warum. Weil wir, um ehrlich zu sein, keine große Currywurst-Historie haben. Dementsprechend, also wir freuen uns darüber, das Teil steht im Büro, aber ja, ich glaube, es wird auch weiterhin ein Mysterium bleiben, wer uns das zugeschickt hat.
Also wir hoffen, sowas kommt jetzt monatlich einfach. Also wir freuen uns schon aufs nächste Geschenk. Aber ganz coole Hook, muss man sagen. Weil egal, wie man euch googelt, es kommt immer irgendwo diese Currywurst raus. Das ist wirklich witzig. Ja, aber cool. Und schon ausprobiert?
Mehrfach. Eigentlich täglich.
Sehr gut. Da sind wir eigentlich auch schon im Thema drin. Euer Anspruch ist ja, merk-würdig zu sein. Was würdet ihr denn sagen, was macht denn Werbung wirklich merk-würdig?
Das unterscheidet sich, weil ich glaube, zuallererst muss man immer unterscheiden. Wenn man KURIOS hört, denkt man erstmal an Weirdness oder dass es seltsam oder so ist. Aber tatsächlich leitet sich der Begriff kurios ja von dem Merk-Würdigen ab. Also, dass es würdig ist, sich das zu merken. Und das kann ja ganz unterschiedlich sein. Also weil es besonders emotional ist, weil es besonders lustig ist, weil es unpassend für eine Marke ist et cetera.
Das ist das Schöne an diesem Begriff oder an diesem Spielfeld, dass das ganz, ganz divers ist, wie das angewendet werden kann.
Habt ihr vielleicht einen Case oder ein Beispiel direkt, was das besonders gut rüberbringt, was euren merk-würdigen Ansatz ausmacht?
Wir haben jetzt noch nicht so die große Agenturhistorie. Also in Form von KURIOS gibt es uns ja erst seit März. Was vielleicht ein ganz schönes Beispiel ist: Wir durften gemeinsam mit dem BVB eine Idee umsetzen beziehungsweise konzipieren und umsetzen. Und zwar: Vodafone ist der neue Trikotsponsor vom BVB. Und die ganzen Fans vom BVB sind ausgerastet, weil sie Angst hatten, dass das rote Logo auf das gelbe Trikot kommt.
Da gab es unendliche Kommentare, weil natürlich wird sowas dann vorher schon irgendwie geleakt et cetera. Und da sind alle ausgerastet. Es darf auf keinen Fall sein. Nein, nein, rotes Logo auf gelbem Stoff geht gar nicht.
Und die Reaktion darauf war, dass dann der Vodafone-Vorstand oder Deutschland-Chef und Privatkunden-Chef gemeinsam mit der Geschäftsführung des BVB diese Kommentare vorgelesen hat. Was wirklich sehr lustig war, weil du dann natürlich so Personen wie Watzke oder so hast, die dann Sachen sagen wie: Das ist cringe. Und dabei haben sie überhaupt gar keine Ahnung, was cringe ist. Und das war schon sehr merk-würdig und sehr kurios, dass sie das vorgelesen haben.
Und es kam auch sehr gut an bei den Fans. Es wurde irgendwie millionenfach geklickt und auch in der Presse geteilt. Das war ein sehr, sehr schöner Auftakt, der diese Kuriosität dann doch ganz gut darstellt.
Cooles Beispiel, kann ich mir gut vorstellen. Um mal bei eurer DNA noch zu bleiben: Eure Philosophie ist ja auch, habt ihr auf eurer Website stehen, Social First, but not Social Only. Was hat es denn damit auf sich? Wie zeigt sich das in eurer Arbeit?
Grundsätzlich glauben wir, dass Social eigentlich der perfekte Startpunkt für jede Marke ist. Das ist das, wo du am meisten Reichweite kriegst, wo du auch Zielgruppen genau ansprechen kannst. Dementsprechend sehen wir das eigentlich als Startpunkt für sämtliches Konzept, das wir machen, für jede Kampagne, die wir machen.
Grundsätzlich muss man aber sagen, dass es da eben nicht aufhört. Es gibt x Marken, für die ist immer noch das CLP oder das Out of Home genau das Richtige. Und davor wollen wir uns gar nicht verschließen. Das heißt, eben ein Funnel muss nicht auf Social bleiben, sondern der kann auch aus Social raus woanders hinführen und total Sinn machen für Marken. Und auch aus unserer Historie heraus: Wir haben jetzt 13, 14 Jahre Agenturerfahrung, waren eben auch in klassischen Agenturen oder sehr klassischen Agenturen am Anfang. Wir können das. Es wäre total blöd, das nicht mit anzubieten. Und wir wollen das auch gar nicht verteufeln. Der Mix macht’s.
Spannend. Und in dem Fall merkt oder geht ihr dadurch auch anders an Pitches ran? Also zeigt sich das auch, dass es gut in Pitches angenommen wird, dass ihr eben diesen Ansatz habt mit erst Social als Inkubator und dann aber trotzdem ganzheitlich mitdenken?
Ja, schon. Also wir konzipieren wirklich gerne in Plattformen, wo eben alles möglich ist. Das heißt, wir generieren eine Plattform, von der wir aus natürlich Social bedienen können, aber von der wir dann wirklich auch zum Beispiel in Stills abspringen können oder in den klassischen TV-Spot abspringen können. Und wir versuchen solche Plattformen so zu konzipieren, dass sie maximal flexibel sind und eben doch auf die Marke passen.
Aber nicht generisch. Ich glaube, das ist das Wichtigste. Gerade wenn man so Plattformen schafft, ist schon das Ziel, dass man dem Touchpoint Social schon ein starkes Gewicht gibt. Wie Marc schon meint, dass es halt plattformübergreifend funktioniert.
Wir bleiben mal nah noch am Kunden-Case. Ihr hattet jetzt schon BVB genannt. Trotzdem ist ja auch der Case Weleda, der sehr schnell und am Start gleich mit dabei war, auch überall eigentlich zu lesen. Jetzt die Frage: Wie schafft man das als junge Agentur, gleich so einen Brocken irgendwie ins Portfolio aufnehmen zu können?
Also wir haben ja ein Joint Venture mit Tempo Media, einer der bedeutendsten und größten oder erfolgreichsten Produktionsfirmen Deutschlands und wenn nicht sogar Europas, würde ich sagen. Und auf jeden Fall, die haben bereits mit Weleda, aber auch mit Tina Müller in der Vergangenheit recht viel gemacht. Und wir hatten über Tempo Media dann die Möglichkeit, uns einmal bei Tina vorstellen zu dürfen.
Und die ganze Idee, wie wir das machen, dieses Joint Venture, weil wir alles aus einer Hand bieten, von der Strategie bis hin zum fertigen Asset, also all das durften wir ihr vorstellen. Und dann meinte sie, das findet sie total spannend und hat uns dann die Möglichkeit gegeben, uns an zwei Kampagnen in Form eines Pitches zu beweisen. Und ja, daraus sind dann zwei Kampagnen tatsächlich geworden, die wir machen durften. Einmal für den Booster, der jetzt vor einiger Zeit rausgekommen ist, und für eine neue Skincare-Marke namens minLen. Das ist gemeinsam entwickelt worden mit Prinzessin Madeleine von Schweden. Also wir haben auch sofort royale Personen kennengelernt. Also es war schon sehr spannend.
Voll cool. Das heißt, im Grunde war es, wenn man so rausziehen kann, schon der Netzwerkeffekt, der da auch gegriffen hat.
Habt ihr noch weitere Erfahrungen, wenn ihr jetzt schon aus dem ersten halben Jahr oder bisschen länger so draufschaut hinsichtlich: Wie spricht man Kunden an? Wie schafft man es auch, wenn man eben frisch gegründet hat, aber trotzdem irgendwie eine wahnsinnige Erfahrung mitnimmt, die richtigen Kunden anzusprechen, die dann eben auch auf euren Ansatz anspringen?
Also ich glaube, es ist schon echt wichtig, sich so aufzustellen, dass man was Neues anbietet. Schon dieses Kuriose auf der einen Hand, auf der anderen Seite das Social First, but not Social Only. Es gibt viele Kunden, die das total interessant finden, diese Positionierung. Und darüber hinaus auch dieses Joint Venture mit Tempo Media, dass man das alles abbilden kann. Weil wenn man sich ja jetzt mal so den aktuellen Markt anguckt: Es gibt bessere Zeiten, eine Agentur zu gründen, als jetzt in dieser etwas schwierigen wirtschaftlichen Lage. Aber auf der anderen Seite gibt diese wirtschaftliche Lage jungen Agenturen mit neuen Lösungen auch irgendwie einen Vorteil, weil es interessant ist, gewisse Dinge effizienter zu gestalten als jetzt andere Agenturen.
Also wir haben auch, nachdem die Presse über uns berichtet wurde, haben sich tatsächlich schon ziemlich viele Kunden bei uns gemeldet. Also wir mussten nicht besonders viel akquirieren bisher. Also da können wir uns sehr glücklich schätzen, würde ich sagen.
Du hast jetzt schon die Agenturlandschaft angesprochen aktuell. Natürlich nicht die einfachsten Bedingungen gerade, neu zu gründen. Wir hatten auch im Vorgespräch schon mal so ein bisschen drüber gesprochen, dass da so ein Gegensatz ist. Einerseits gibt es die großen bewährten Agenturen, die oft sehr ausgereifte Konzepte entwickeln, dadurch auch oft ein bisschen träge sind oder zu langsam sind, gerade auch für Social Media. Auf der anderen Seite Social Agenturen, die sehr agil sind, sehr schnell sind, bei jedem Trend dabei, aber dann manchmal gar nicht so eine klare Markenstrategie verfolgen. Das ist ja genau eine Gap, die ihr auch schließen wollt. Was könnt ihr uns dazu aus der Erfahrung sagen? Wie genau wollt ihr diese Lücke schließen und da einen Mittelweg finden?
Also du hast es ja schon ganz gut beschrieben. Auf unserer Website spielen wir immer mit dem Bild von der Schildkröte und dem Hasen. Also die Schildkröte sind eben diese klassischen Agenturen, die eben Brandbuilding draufhaben. Und der Hase sind die Social Agenturen, die eben einfach schnell und zeitgeistig sind.
Und wir haben in der Vergangenheit immer festgestellt, dass genau diese beiden Pole oft gar nicht so gut miteinander arbeiten können. Und haben da eben genau unsere Lücke gesehen und gesagt: Hey, wir müssen hier beides anbieten. Wir müssen einerseits aus unserer Erfahrung schöpfen und das anwenden, was wir gelernt haben in Bezug auf Brandbuilding und eben auch unsere Social-Expertise hier mit einbringen und somit echt die Mitte zwischen diesen beiden finden.
Ich glaube, der Witz bei Neukunden ist, dass wir zwischen diesen beiden Polen recht gut hin und her switchen können. Also selbst wenn eher klassisch aufgestellte Kunden zu uns kommen, wir genau verstehen, wo die herkommen und sie vielleicht mehr in die Social-Richtung drücken können. Genauso andersrum, wenn Marken auf uns zukommen, die schon im Social total gut sind, wir ihnen vielleicht ein bisschen was im Brandbuilding mitgeben können. Und wir glauben, dass das auf jeden Fall interessant für viele Marken ist.
Da habe ich eine Rückfrage. Gibt es unter euch so eine kleine Aufteilung? Also ist einer mehr Schildkröte und der andere ein Tick schneller oder sagt ihr, ihr seid beide irgendwo schon im Mittelfeld?
Nee, das will ich jetzt nicht sagen. Also wir sind da beide irgendwie im Mittelfeld. Aber wie das bei jedem persönlich halt so ist: Leo ist zum Beispiel mehr so der TikTok-Mensch. Ich liebe YouTube über alles. Jeder hat so sein Steckenpferd, wo er irgendwie auch privat viel Zeit verbringt und so. Also wir beide haben eine wahnsinnige Social-Affinität. Natürlich, wir gucken uns alles an, aber jeder hat natürlich so sein Steckenpferd.
Voll, aber spannend. Und dann die nächste Rückfrage oder es schließt sich vielleicht auch ein bisschen daraus: Merkt ihr dann ganz klar auch bei Marken aktuell Denkfehler oder klassisch in der Herangehensweise irgendwas, wo ihr sagt, das funktioniert einfach nicht mehr so, wie es vielleicht klassisch gedacht wurde und muss geändert werden?
Naja, also was uns schon immer auffällt ist, es gibt immer noch viele Marken, die eben in einem TV-Spot als erstes denken. Und da schließt sich der Kreis zu dem, was wir vorhin schon angesprochen haben, dass wir eben eher in Plattformen denken als in einzelnen Maßnahmen. Und wir halten es meistens für schwierig, aus einem TV-Spot wirklich einen gesamten Social Funnel zu bestücken. Also dieses typische Game von wegen, lass mal Cut-downs machen aus einem TV-Spot, das ist nicht wirklich effizient. Das geht viel effizienter und besser.
Was ich vielleicht auch noch interessant finde, ist die Beobachtung, woran zum Beispiel Erfolg im Social gemessen wird. Weil oft brüsten sich Kunden oder Agenturen damit, dass sie viele Views, viele Likes, Shares, was auch immer haben. Aber am Ende des Tages muss man sich dann auch nochmal überlegen, naja, was bringt das eigentlich der Marke? Also was hat die Marke eigentlich davon? Hat sie dadurch irgendwie mehr Verkäufe? Hat sie dadurch Brandbuilding gemacht et cetera?
Also natürlich ist das auch toll, diese Zahlen vorweisen zu können, aber das sehe ich oft echt kritisch, was denn der eigentliche Mehrwert davon ist. Also es wäre teilweise wirklich spannend, mal mehr Brandlift-Studien hinter große Social-Kampagnen laufen zu lassen, um wirklich mal den Effekt auch da zu sehen. Und das passiert, glaube ich, jetzt eher selten.
Super selten. Die Frage ist, habt ihr da schon eine klare Lösung? Weil das ist tatsächlich auch aus unserer Perspektive einfach oft so der Punkt. Und wir kennen auch oft den Aspekt, dass man die Kunden am glücklichsten kriegt, wenn du einfach sagst, schau mal, da ist ein Video durch die Decke geschossen oder hier ist irgendwie was komplett abgegangen auf TikTok. Ja, wie ist die Conversion hin zu Follow-on? Wie ist die Conversion hin letztendlich auf Websites? Wie ist dann auch die Fanbindung letztendlich? Da fehlt oft noch diese Messbarkeit. Aber trotzdem schaffst du ja bei der Brand erstmal dieses: Boah, die Agentur hat irgendwie geschafft, dass ein Video auf eine Million Views geknallt ist, die sind ja geil. Aber hinten raus ist vielleicht das Video mit 10.000 Views, aber davon gehen irgendwie fünf, sechs Prozent auf die Website und kriegen richtig Interesse hin. Schaut dann wieder nicht so cool aus im ersten Step, also schwierig irgendwie.
Es gibt ein tolles Beispiel von Weleda, das war vor unserer Zeit, das war glaube ich bei der WM oder keine Ahnung, ich bin nicht so, auch wenn wir für Borussia Dortmund arbeiten, bin ich jetzt nicht so deep into football. Da gab es, ich glaube, das war vor dem Elfmeterschießen oder so, wurde Mbappé massiert auf dem Platz. Man hat ganz klein so ein Weleda-Fläschchen gesehen. Und das wurde dann halt aufgegriffen und im Social dann auch gezeigt et cetera. Und kurz darauf war überall dieses Zeug leer.
Und das ist schon wirklich krass. Oder ähnlich bei Hailey Bieber. Die hat einfach so, ohne Geld dafür zu bekommen, hat sie Skin Food gezeigt und gesagt, hier, ist total geil, super Glow et cetera. Und auch da, überall war es ausverkauft. Und das ist ja schon wiederum ein krasser Indikator dafür, dass Social wirklich gut funktioniert und dass du auch wirklich einen Mehrwert davon hast, dass deine Produkte mehr gekauft werden.
Ich finde es da interessant, dass du den Sprung hast von außen Social in das haptische Geschäft. Also dass bei dm und Rossmann dann wirklich die ganzen Produkte leer sind. Das finde ich schon eine sehr coole Messbarkeit, sowas dann auch tatsächlich in den Zahlen zu sehen.
Total, total. Mir fällt gerade auch noch ein Beispiel ein. Da hat irgendeine Tipp-Seite veröffentlicht, dass ein Raumspray oder irgendwie ein Textilerfrischer dazu führt, dass irgendwie deine Falten aus dem T-Shirt rausgehen. Habe ich gesehen auf TikTok, bin zu dm, sagt sie mir, das ist seit drei Tagen ausverkauft. Ohne dass irgendeine Werbung lief, überhaupt nichts. Einfach nur, weil irgendein Tipp-Account voll viral rausgeschossen ist. Aber das ist genau der Punkt. Superspannend. Werbung, die nicht wie Werbung aussieht.
Total.
Ich mache mal den krassen Schwenk jetzt, vielleicht noch mal so ein bisschen auch in eure Prozesse rein, wie ihr arbeitet. Wir haben uns stark vorgenommen, das Thema KI in unserem Podcast auch nicht so als Bullshit-Bingo mit reinzunehmen. Aber da wäre auch mal aus Perspektive jetzt die Frage: Wie viel nutzt ihr schon KI? Könnt ihr das schon so ein bisschen konkretisieren? Und inwieweit hilft es vielleicht auch, diese Lücke hinsichtlich Daten, Messbarkeit, vielleicht auch mal mehr Reportings und so weiter zu schließen?
Also wir nutzen KI wirklich so als, das ist unser erster Mitarbeiter, sagen wir es so. Also wir haben ja jetzt zu zweit gestartet und viele Dinge hätten wir jetzt ohne KI wahrscheinlich gar nicht so schnell hinbekommen. Das ist halt vor allem irgendwie, ja, es gibt dem Ganzen einfach Geschwindigkeit.
Wir kommen ja beide aus der Kreation und benutzen KI deswegen auch hauptsächlich in der Kreation. Deswegen können wir da am besten drüber sprechen, wie wir das da benutzen. Also von den Bildgenerierungstools, ich bin der Art, Leo ist der Texter, von den Bildgenerierungstools und den Videotools, die es da gibt, man kann ja auch mittlerweile gar nicht sagen, was man jetzt eigentlich hauptsächlich benutzt, weil alle drei bis vier Monate kommt wieder was Neues raus, was man ausprobieren möchte und dann auch hier und da wieder irgendwie so eine Präsi schafft.
Also die Frage zu beantworten: viel. Ich glaube auch, für uns fühlt es sich eher natürlich an, das zu benutzen, weil es für uns einfach eine coole Welt ist, die sich dadurch auftut. Auch irgendwie ganz neue Möglichkeiten. Was benutzt du am meisten? Also obvious, ChatGPT. Also das finde ich schon alleine für den Research und so weiter total spannend. Ich glaube jetzt so in den nächsten Schritten, was auch spannend wird, weil wir das ja gerade aufbauen, wird, inwiefern man Beratungsleistungen oder Beratung auch mit KI stützen kann et cetera.
Wir sind ja ganz gut vernetzt in der Agenturbranche. Da hört man das ja aus allen Ecken, gerade bei den großen Netzwerken, inwiefern das dann schon implementiert wird, wie Prozesse optimiert sind et cetera. Das müssen wir uns noch mehr aneignen, da müssen wir uns noch mehr reinfuchsen. Wir merken halt auch, dass dadurch, dass wir so einen großen Workload momentan haben, man muss sich auch mit diesen ganzen KI-Tools, ohne es halt einfach nur so bullshittig zu benutzen sozusagen, man muss sich wirklich damit auseinandersetzen. Und das kostet einfach noch Zeit. Das kann einem die KI leider noch nicht so richtig abnehmen, aber vielleicht kommt das ja auch noch.
Voll. Ihr habt jetzt gesagt, ihr nutzt KI oder ihr seht KI eigentlich auch wie euren ersten Mitarbeiter. Ich gehe dann davon aus, ihr habt sonst noch keinen anderen Mitarbeiter außer euch?
Kommt, kommt, kommt, bald, bald. Die Tinte ist hier und da schon trocken.
Okay, okay. Da würde mich mal interessieren, was sind denn dann so die wirklich wesentlichen Positionen, die dann frei werden oder die ihr besetzen wollt, wo ihr eben sagt, das können wir mit KI nicht abdecken, sondern da wollen wir jetzt wirklich auch kompetente Personen?
Naja, also wir wollen uns auf jeden Fall noch kreativ verstärken, dass wir ein Mid-Level-Team uns noch dazuholen. Momentan heißt es ja überall, okay, brauchst du eigentlich noch Juniorinnen, das kann ja theoretisch die KI ersetzen. Das stimmt auch zu einem gewissen Punkt, aber wir sehen das Ganze ja langfristig. Und wenn du keine Juniorinnen schulst und anleitest, naja, wer arbeitet dann für dich in fünf Jahren? Dann haben wir plötzlich nur noch irgendwelche ECDs und CDs und Geschäftsführer ohne Ende, aber der Nachwuchs fehlt. Demnach, ich glaube, da muss die ganze Agenturwelt gerade echt aufpassen, dass man sich nicht selber den Nachwuchs kaputt macht, indem man sie einfach kaputt spart oder wegsparen will. Da sehen wir tatsächlich eine recht große Gefahr.
Und darüber hinaus wollen wir uns natürlich mit Social Media Management et cetera, Beratung, früher oder später verstärken. Aber das hängt natürlich auch von den Kunden ab, die man für sich gewinnen kann. Und natürlich auch von den Kundengrößen et cetera.
Total spannend. Und was ja auch ein Punkt ist: Ein Junior, der vielleicht reinkommt, der kann ja auch gerade, weil ihr eine sehr spezielle Ausrichtung habt, viel schneller auch eure Werte lernen und quasi mit euch reinwachsen. Wahrscheinlich jemand, der jetzt die letzten 20 Jahre woanders war und bei euch reinkommt, kriegt vielleicht auch erst mal irgendwie das Problem, weil er entweder Schildkröte oder Hase ist, oder?
Ja, genau. Aber das ist ja ein wesentlicher Punkt, der total wichtig ist aktuell. Das ist so eine Adaptionsfähigkeit. Egal, was da jetzt kommt an neuem KI-Tool oder was so die Zukunft bringt, ich glaube, es ist vor allem wichtig, dass hier Leute bei uns anfangen, die eben flexibel sind. Die nicht davor zurückschrecken, irgendwie ein neues Tool zu lernen. Die auch nicht davor zurückschrecken, diese Firma mit uns zusammen zu gestalten. Und das ist auch ein Augenmerk, wonach wir jetzt Leute auswählen. Also vor allem die Lust daran, hier mit uns eine neue Agentur zu machen.
Damit kommen wir langsam auch schon dem Ende entgegen. Wir haben noch so ein paar Abschlussfragen, die wir euch gerne stellen möchten. Und zwar die erste Frage wäre: Wenn wir uns in einem Jahr hier wieder treffen, woran würdet ihr merken, dass KURIOS ein Erfolg geworden ist?
An dem guten Feedback für den Podcast, den wir gehalten haben. Dass unglaublich viele Leute auf uns aufmerksam geworden sind und mit uns arbeiten möchten.
Sehr gut. Sehr coole Antwort. Dann wäre die nächste Frage: Wenn ihr euch eine neue Agenturregel ins Office nageln würdet, welche wäre das?
Eine Agenturregel. Es gibt keine Regeln. Dass keiner mehr den Rasen vor unserer Tür vertrocknen lässt. Was war das denn noch mal? Ich würde einfach sagen, in der Hinsicht gibt es so keine Regel. Im Zweifelsfall: Muss es kurios sein. Oder merk-würdig sein. Das könnte so eine Regel sein.
Cool. Gelungener Abschluss. Bevor ich wirklich mit dem Ende weitermache, noch eine allerletzte Frage. Habt ihr eine Analogie für das Tier, das dazwischen ist? Zwischen Schildkröte und Hase?
Der Wolpertinger vielleicht.
Geil. Okay, super. Dann haben wir darauf auch mal eine Antwort. Das hätte mich jetzt den restlichen Abend beschäftigt.
Wir kennen den.
Aber dann bleibt uns eigentlich nur noch übrig, euch Danke zu sagen. Danke für die Zeit, danke für die ganzen Insights. War ein super cooles Gespräch mit coolem Input. Und ich hoffe, den Leuten da draußen hat es auch geholfen und Spaß gemacht, trotz vielleicht ein bisschen Einölen nach der Sommerpause. Deswegen wie immer: Wenn ihr das hier gehört habt und es gefällt euch, dann folgt uns, abonniert uns gerne auf dem Streaming-Kanal eurer Wahl und schreibt uns super gerne Feedback. Oder wenn ihr sagt, ihr habt Gäste, die auch spannend wären für unseren Podcast, meldet euch einfach bei uns.
Dankeschön und danke euch beiden. Danke für die Zeit.
Danke euch. Danke für die Einladung. Macht’s gut. Tschüss. Ciao.