Agenture als Treiber des Wandels: Nachhaltigkeit & Transformation mit Bernd Meyer
In dieser Episode von Agency Life Deutschland spricht Bernd Meyer, der auf über 20 Jahre Erfahrung in der Marketingkommunikation zurückblickt, über die besondere Verantwortung von Agenturen in Zeiten des Wandels. Als Geschäftsführer der Kreativagentur The Goodwins und der Beratungsfirma The Goodforces erklärt er, wie seine Agenturen nachhaltige Geschäftsmodelle unterstützen und durch kreative Kommunikation das Gute in Richtung Konsumenten, Unternehmen sowie Politik und Öffentlichkeit verstärken. Meyer erläutert, wie wichtig es ist, mutige Entscheidungen zu treffen, authentisch zu kommunizieren und Transformation glaubhaft zu begleiten.
Hören Sie rein und erfahren Sie, wie Agenturen aktiv dazu beitragen können, eine bessere Zukunft zu gestalten.
Ich kann mir als Agentur meine Kunden aussuchen?
Diese Frage beantwortet Bernd Meyer von der Agentur The Goodwins ganz klar mit Ja. Und das auch noch mit einem sehr nachhaltigen Gedanken. Das heißt, ich suche mir nicht nur Kunden aus, sondern ich suche mir genau die Kunden aus, die zum Sinn, zum Symbol der Nachhaltigkeit passen. Und passen sie da nicht und sind nur bereit dazu, dann nehme ich sie an die Hand und führe sie mit auf den Weg der Transformation in diesem Bereich.
Eine Agentur, die klar Stellung bezieht. Bernd Meyer, der mehr als klar Stellung bezieht. Heute eine sehr nachhaltige Folge mit Bernd Meyer. Bevor wir mit der heutigen Folge starten, möchten wir euch zunächst erklären, worum es uns und unserem Partner Teamleader in diesem Podcast überhaupt geht. Wir laden in jeder Folge spannende Persönlichkeiten aus der deutschen
Agenturszene ein, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen andere Agenturen inspirieren und motivieren möchten. Und genau dort setzt Teamleader mit seiner leistungsstarken Agentursoftware an. Diese hilft bereits über 4.000 Agenturen dabei, Timings einzuhalten, Budgets zu kontrollieren, Gewinnmargen zu steigern, Kapazitäten zu planen und vieles mehr. Damit ihr euch voll und ganz auf eure Kreativität konzentrieren könnt.
Von Agenturen für Agenturen. Und los geht's mit unserer heutigen Folge.
Willkommen zur vierten Staffel von Agency Life Deutschland.
Eurem Podcast rund um die Welt der Agenturen. In der heutigen Episode beschäftigen wir uns mit einem der aktuell wichtigsten Themen für Agenturen. Nachhaltigkeit und Transformation. Unser heutiger Gast: Bernd Meyer, Geschäftsführer der Agentur The Goodwins und der Consulting Firma The Goodforces. Auch von meiner Seite herzlich willkommen. Hi Bernd. Schön, dass du hier bist.
Chris hat es, glaube ich, bewusst ein bisschen rausgelassen. Wir würden die Vorstellung nämlich einmal gerne dir überlassen. Du findest bestimmt die besseren Worte. Aber in diesem Sinne herzlich willkommen.
Und wenn möglich, wäre es toll, wenn du dich einmal kurz der Community vorstellst. Vielen Dank. Danke euch für die Einladung. Danke, dass ich bei euch sein kann. Ich bin Bernd. Seit 20 Jahren beschäftige ich mich mit der Marketingkommunikation. Habe irgendwann mal auf Industrieseite angefangen, Werbung für tolle Automobilmarken zu machen. Und bin dann auf Agenturseite gewechselt. Habe mehrere Jahre in tollen Netzwerkagenturen verbracht, bevor ich mich vor drei Jahren der kleinen, aber feinen Agentur The Goodwins angeschlossen habe.
Da bin ich heute Geschäftsführer und seit 1.7. auch Geschäftsführer unserer neu gegründeten Agentur The Goodforces. Und wie ihr schon gesagt habt, im Kern unseres Tuns und Handelns ist alles, was eine nachhaltige Zukunft beinhaltet. Wir unterstützen das, was man als Agentur unterstützen kann, in Richtung Konsumenten, in Richtung Unternehmen. Neuerdings auch in Richtung Politik und Öffentlichkeit. Ja, hin zu einer besseren Zukunft, einer besseren Welt. Wir möchten, dass das Gute gewinnt. Das war unser Gründungsgedanke und so haben wir uns aufgestellt und ausgerichtet.
Der Name passt ja auch. Also man weiß ja sofort, was ihr wollt. Aber was ich sehr, sehr spannend finde, Bernd, ist, hatten wir auch im Vorgespräch, du bist ja einfach jemand, der vom Unternehmen zur Agentur gewechselt ist. Das ist ja eher selten der Fall. Es geht ja eigentlich eher andersrum oftmals. Agenturleben ist sehr viel, sehr vielfältig. Manchmal auch zu viel für einige.
Man will ein bisschen mehr Ruhe und will sich nur noch auf eins konzentrieren. Bei dir ist es ja andersrum. Du bist vom Unternehmen zur Agentur gewechselt, dann auch noch zu The Goodwins. Das bedeutet, ihr habt ja auch natürlich einen schönen Auftrag mit Nachhaltigkeit und Transformation, aber auch einen verdammt schwierigen Auftrag. Das heißt, der ist ja auch sehr anspruchsvoll, weil du kannst oder ihr werdet nicht alles machen. Ihr werdet nicht jede Partnerschaft eingehen und so weiter. Das heißt, ihr versucht ja auch, Unternehmen an die Hand zu nehmen,
die eben den Weg in die Nachhaltigkeit, Transformation und so weiter auch schaffen. Wie macht ihr das? Also das ist ja der Auftrag von The Goodwins. Deswegen ein schwieriger Auftrag, umso interessanter. Wie geht ihr da vor?
Ja, das ist tatsächlich eine Fragestellung, mit der wir uns tagtäglich auseinandersetzen. Auch im Gründungsmoment uns die Frage gestellt haben, auf was fokussieren wir uns, auf was lassen wir uns da ein?
Und wie explizit und streng formulieren wir das, was wir tun?
Damals war so der Gedanke, okay, das wäre echt verrückt, das zu tun. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Vor sechs Jahren wurde die Agentur gegründet. Aber im gleichen Moment dachten wir, es wäre noch viel verrückter, das nicht zu tun. Wir haben für uns zwei Ansätze, die wir verfolgen. Das eine ist, wir amplifizieren mit der Kraft von Kommunikation Produkte, Angebote, Marken, die sich heute schon aufgestellt haben, so dass sie im Kern
einer Nachhaltigkeit, also entweder einer sozialen oder ökologischen Nachhaltigkeit dienen, Produkte anbieten, die für eine bessere Zukunft stehen. Und das finden wir unterstützenswert. Und da kann die Kraft von Kommunikation sehr viel bewirken, das in die Breite zu tragen, Bewusstsein zu schärfen, Akzeptanz zu kreieren. Aber darüber hinaus, und das ist eigentlich die viel größere Aufgabe, ist Transformation zu unterstützen. Und wir sagen immer, kein Unternehmen ist eigentlich 100 Prozent gut. Egal was sie tun, da gibt es noch so viel zu optimieren und zu verändern.
Das heißt, Transformation ist im Kern eine Aufgabe, die wir begleiten. Das heißt, wir helfen Unternehmen auf dem Weg zu identifizieren, wo haben sie Potenziale, wo möchten sie sich hin entwickeln, was ist ihre Nachhaltigkeitsstrategie und wie kommunizieren sie darüber. Das ist so unser Sweet Spot, Nachhaltigkeitsverständnis und Kommunikationskompetenz zusammenzubringen, um dann ein möglichst glaubhaftes und transparentes, wahrheitsgetreues Bild über die Anstrengungen und auch Zielbilder zu entwickeln. Und das sind so vielleicht Kunden, die sich in einer Transformation befinden, wo wir nicht unbedingt Werbung für Produkte schon machen würden,
weil die sind manchmal noch nicht da, aber eben die Unterstützung in den anderen Bereichen durchaus bieten können. Oh, und bevor ich es vergesse, seit dem 1.7., wie gesagt, gibt es noch eine weitere Facette. Ich nenne das immer die Zangenbewegung, die wir da vornehmen, weil die öffentliche Wahrnehmung, das politische Geschehen ist wahnsinnig wichtig und wir haben jetzt durch die jüngsten Wahlergebnisse auch das, was so allen bewusst geworden ist, gesehen, dass Kommunikation ein wahnsinnig wichtiger Hebel ist, auch in der politischen Meinungsbildung. Und wir brauchen die Unterstützung, wir brauchen eine Klarheit in der Transformation, das ist das, was uns gerade lähmt,
dass wir einen diffusen Kurs verfolgen. Und die politischen Rahmenbedingungen sind da wahnsinnig wichtig und deswegen haben wir mit der auf politische Zielgruppen konzentrierten Spezialeinheit The Goodforces jetzt ein neues Angebot auch noch auf den Markt gebracht. Wir sehen das absolut als komplementär. Das heißt, wir brauchen Unternehmen, die Veränderungen bewirken in ihrem Tun, in ihrem Angebot. Wir brauchen Verbraucherinnen, die sich für die richtigen Produkte und Marken entscheiden und wir brauchen aber politische Rahmenbedingungen, die eben auch durch die öffentliche Wahrnehmung gerade extrem beeinflusst werden.
Den Punkt würde ich gerne eigentlich gleich aufgreifen. Ich wäre eigentlich später dazu gekommen, aber jetzt hast du es gerade so perfekt übergeleitet. Du kennst beide Seiten, Unternehmen und eben aber auch die NGO Seite, die Parlamentarier Seite. Was sind denn da so die größten Unterschiede wirklich in der Zusammenarbeit als Agentur? Gibt es da Punkte, die du hervorheben kannst?
Von bis eigentlich. Also das, was wir erleben, gibt es sehr viele Parallelen. Es hat immer was damit zu tun, mit wem du als Ansprechpartner zu tun hast. Also wie gut die Zusammenarbeit gelingt, wie gut der Output am Ende ist, wie wirksam die Kommunikation ist, die da entsteht. Das würde ich jetzt nicht an einer Struktur ausmachen. Im Gegenteil, also wir sehen ähnliche Herausforderungen mittlerweile. Vielleicht hat man noch gesagt, ja, die NGOs, die haben natürlich knappere Mittel hauszuhalten, aber wir haben überall die gleiche Herausforderung, dass irgendwie Effizienz wichtig ist.
Wir wollen maximalen Effekt generieren mit zur Verfügung stehenden Mitteln, so würde ich es mal neutral ausdrücken. Und auch die Qualität in der Zusammenarbeit kann man nicht auf die eine oder die andere Seite festlegen. Wir haben ganz, ganz tolle professionelle Partnerinnen, Ansprechpartner, Auftraggeberinnen auf der öffentlichen Seite, in den NGOs, genauso wie in den Unternehmen, die vielleicht auch als Marketingorganisationen viel, viel professioneller und größer aufgestellt sind. Aber spätestens, wenn es um Mut und Entscheidungsbereitschaft geht, einen Output freizugeben und zuzulassen, kommt es immer auf die einzelnen Ansprechpartner an. Und da würde ich sagen, würde ich mich jetzt gar nicht festlegen wollen, wo das stärker ausgeprägt ist oder wo es da große Unterschiede gibt.
Es sind immer die Menschen, die dahinterstehen. Und ein gutes Briefing ist nicht organisationsabhängig in dem Sinne. Du hast ja vorhin auch gesagt oder eure Mission, eure Vision gibt ja auch auf, dass man natürlich nicht jeden Auftrag nimmt. Also dass ihr auch bewusst auswählt, welche Projekte geht ihr an und welche nicht. Nach welchen Kriterien wählt man sowas aus?
Ja, absolut genau. Oder wählt ihr die auch aus? Weil es ist ja vielleicht auch gar nicht so einfach immer zu sagen, jetzt ja oder nein, sondern es gibt wahrscheinlich auch viele Graubereiche. Ja, total. Also, wir haben uns selber einen Prüfprozess verordnet, wo wir tatsächlich jedes Mandat, jede Anfrage hinterfragen und uns damit beschäftigen, okay, aus welcher Ecke stammt die Anfrage?
Was soll da unterstützt werden?
Und das geht dann auch durchaus über eine reine Themenstellung hinaus. Ein Beispiel, was mir so ad hoc einfällt, ist eine Anfrage. Eine Kampagne zum Thema Biodiversität zu unterstützen, heißt nicht automatisch, dass das der richtige Absender ist, der zu dem Thema auch passt, sondern dann schauen wir uns an, okay, wer steckt dahinter, wer ist Absender und passt das denn zu den sonstigen Aktivitäten oder gibt es da irgendwie große Widersprüche, sodass wir das auch guten Gewissens kommunizieren können. Gleichzeitig, wenn jetzt das Thema Transformation, wo alle ja irgendwo auf dem Weg sich befinden, ansteht, dann gucken wir einmal natürlich hinter die Kulissen und dann ist auch die Frage, wie ernst gemeint ist das?
Ist das jetzt so ein bisschen mal einfach einen Nachhaltigkeitsbericht gestalten oder steckt dahinter wirklich ein ernstes Interesse, das Geschäftsmodell zumindest zu hinterfragen, sich auf Nachhaltigkeit zu überprüfen und auch deutlich zu verändern?
Und dann, und das kriegt man natürlich im direkten Austausch nur mit, man merkt das relativ schnell, wo dann ein echter Veränderungswille und ein gleiches Verständnis zu einem Nachhaltigkeitsverständnis und zur Verantwortungsübernahme vorliegt. Und da unterstützen wir dann gerne und begleiten den Weg und anderes würden wir dann ablehnen. Und Nachhaltigkeitsziele oder Nachhaltigkeitskriterien spitzen sich ja auch immer weiter zu, weil man das Gefühl hat, dass es sich an einigen Stellen gerade wieder aufweicht, weil so eine gewisse Durchhängephase, so würde ich sie mal nennen, gerade so uns umgibt. Aber im Großen und Ganzen gibt es die 17 Ziele der Vereinten Nationen, die sehr konkrete Inhalte formulieren, an denen wir uns orientieren und gucken.
Was trägt das dazu bei? Hat das Unternehmen Ambitionen, sich in einem der Felder zu entwickeln und einzubringen? Und bessere Angebote anzubieten. Ich muss da eine Folgefrage dranhängen, weil da ist ja sehr viel Idealismus mit dabei. Deswegen, ich habe fast eigentlich zwei Folgefragen. Weil ist es für dich eigentlich so ein Punkt, wo du sagst, eigentlich sollte jede Agentur zumindest ein bisschen auf sowas achten?
Und die zweite Frage, deswegen muss ich noch da zuhören, wählt ihr auch bei Mitarbeitern bei euch so ein bisschen nach solchen Aspekten auch aus?
Oder geht es da wirklich nur darum, dass die inhaltlich gut sind, kreativ und so weiter?
Wie siehst du die zwei Punkte?
Fangen wir mit dem zweiten an. Es ist sogar fast umgekehrt. Man sucht sich ja so gegenseitig ein bisschen. Unsere Mission oder unser Zielbild, unser Anspruch irgendwie, der zieht eher Menschen an zu uns, die mit einem großen Erfahrungsschatz aus großen namhaften Agenturen und auch tolle Karrieren durchlaufen haben, zu uns kommen, weil sie nach was anderem suchen oder nach dem Quäntchen mehr. Von daher ist es für uns wirklich eine wechselseitige Attraktion, die da passiert. Und automatisch die Leute, die das anzieht, die beschäftigen sich mit dem Thema.
Und von daher werden wir gefragt, okay, wo kommt denn eigentlich eure Nachhaltigkeitskompetenz her?
Also natürlich geben wir uns wahnsinnig viel Mühe und wir bilden uns fort. Wir machen, so wie ich auch mal, ein Studium, was irgendwie viel Zeit in Anspruch nimmt und Energie kostet. Aber jeder beschäftigt sich mit dem Thema. Und wir haben jetzt da nicht so ein Raster an Kriterien, okay, bist du vegan oder nicht oder kommst du mit dem Fahrrad?
Ja, nein, sondern es ist wirklich, was treibt den oder diejenige jeweils an?
Und damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht, dass wir Zugang zu ganz tollen Talenten haben. Und von daher, das Gute ist immer so eine Dreifaltigkeit, also für wen arbeiten wir?
Also was unterstützen wir?
Wer sind auf Kundenseite Ansprechpartner?
Wie ist da die Beziehung und mit wem arbeiten wir?
Und das ist auch ganz klar nach innen gerichtet. Und zu deiner ersten Frage ein ganz klares Ja. Also die Zeiten für uns hier, kann ich das schon mal auf jeden Fall sagen, sind vorbei, dass man das völlig unreflektiert irgendwie angeht und sagt, okay, was mache ich denn eigentlich tagtäglich?
Wir haben als Agentur, wir mussten uns immer die Frage stellen, ja okay, was macht denn die Agentur, was musste ich zu Hause, wenn ich später nach Hause gekommen bin, immer mir die Frage gefallen lassen, ah, musstest du wieder die Welt retten und so weiter. Was macht ihr denn da?
Und klar, es ist ja Werbung, okay, was ist da so die Kommunikation?
Aber de facto haben wir einen ganz, ganz großen Hebel. Wir helfen mit, dass Produkte erfolgreich werden, dass Verbraucherverhalten sich verändert. Dass wir Idealbilder zeichnen, wie Konsum oder wie Lebensstile ausschauen. Und das ist wichtiger denn je und wir müssen uns wirklich alle, und das ist nicht nur auf unsere Branche in der Kommunikationslandschaft bezogen, sondern auf jede Branche bezogen, die Frage stellen, für was treten wir eigentlich da an, was ist der Beitrag, den wir leisten?
Ist da Regeneration im Spiel, gibt es da die Chance beizutragen zu einer regenerativen Zukunft?
Oder bewege ich mich in einem degenerativen Feld?
Also leiste ich einen Beitrag dazu, dass unsere Lebensgrundlagen zerstört oder missachtet oder ignoriert werden, um es mal ganz hart auf den Punkt zu bringen. Und das treibt nicht nur uns, sagen wir mal, auf Agenturseite um, sondern das spüren wir eben auch, wenn wir mit Unternehmen sprechen, was ist die Motivation, warum wollen Unternehmen eigentlich ihr Engagement, ihr Commitment, ihre Verantwortungsübernahme nach außen tragen, weil es eben vieles... Es gibt viele Stakeholder, die das wissen wollen, inklusive potenzieller Arbeitnehmerinnen und Bewerberinnen, Talente, die sich genau überlegen, was sie unterstützen wollen mit ihrer Arbeitskraft. Von daher, unsere Agentur trifft eine große Verantwortung. Und letztens habe ich ein Ranking gesehen, das veröffentlicht wurde, das bezog sich besonders auf die großen Networks, wie viel Fossilindustrie denn pro Agentur Network denn so als Auftraggeber, wie groß ist der Anteil fossiler Energiequellen. Und das ist natürlich erschreckend, wenn manche Agenturen extrem stark davon leben, Auftraggeber aus genau dieser Ecke zu haben, wo wir wissen, das schadet uns, unserer Zukunft. Und deswegen, ja, also wir appellieren dazu und ich freue mich, dass so, so viele andere sich die gleichen Fragen stellen und auch die junge Generation da wirklich,
wirklich gar kein Blatt vor den Mund nimmt und sich sehr genau darüber informiert, für wen sie arbeiten wollen. Und ja, von daher, ganz klares Ja. Dann würde ich da nochmal ansetzen, weil der Ansatz bei euch ist ja ganz spannend, dass ihr sagt, ihr arbeitet mit eigentlich und in der Regel mit Unternehmen zusammen, die schon auf einem gewissen Nachhaltigkeitsweg sind, also mal so ausgedrückt. Sofern sie dort noch nicht sind, geht ihr auch wirklich in die Beratung, schaut, welche Maßnahmen ergriffen werden können. Vielleicht da auch so ein bisschen der Wink zu anderen Agenturen, die eben auch in dem Bereich unterstützen wollen, was sind denn so die größten Fehler, die man als Unternehmen machen kann, wenn man sagt, ich möchte mich jetzt in diese Richtung positionieren oder auch wirklich was Echtes vorantreiben, weil da hast du wahrscheinlich schon vieles gesehen. Ich glaube, wir sollten uns mal kritisch hinterfragen. Wir sollten mal überprüfen, was unsere Geschäftstätigkeit im Kern ausmacht und was unser Beitrag in Zukunft eigentlich ist. Und da gibt es keinen falschen Startpunkt, ganz im Gegenteil, also da kann ich auch nur alle ermutigen, sich die Frage zu stellen, auch wenn man nicht im ersten Schwung eine Antwort kriegt. Und also die Einblicke haben wir jetzt in den letzten drei Jahren gewinnen können, dass wirklich jeder, der da ist, natürlich jedes Unternehmen an einem völlig unterschiedlichen und fast individuellen Startpunkt ist, wenn das Thema aufkommt. Einige sind schon sehr, sehr weit fortgeschritten, einige sind auch super professionalisiert, in ihrer Organisationsstruktur ist das angekommen, aber vielleicht nicht unbedingt im Unternehmenszweck. Und dann wiederum andere haben ein ganz klares Verständnis, dass sie ihren Unternehmenszweck im Kern verändern wollen, aber haben die Organisation nicht dazu oder auch das Buy in nicht von Mitarbeiterseite. Also diese Situation erleben wir aus unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Sollbruchstellen. Was nicht funktioniert ist, was anderes erzählen, als was man tut. Und Transparenz ist da das höchste Gebot und eine authentische Darstellung. Den Fehler, den kann man nur allzu leicht vermeiden. Das ist auch eigentlich ganz offensichtlich so. Und die ganze Greenwashing
Diskussion und Debatte ist ja daraus entstanden, dass da irgendwie was inszeniert oder erzählt wurde, was im Kern einfach nicht zutraf. Und da manche empfindlicher darauf reagieren oder da genauer hinschauen, wenn da Nachrichten auf den Weg gebracht werden, die einfach nicht konsistent sind. Die andere Seite der Achse, also zu viel versprechen, zu viel erzählen, wo einfach das Handeln nicht stimmt. Und dann gibt es aber ganz viele, die jetzt auch durch die neue Regulatorik, das muss man ganz klar sagen, also alles das, was jetzt von Gesetzgebungsseite auf den Weg gebracht ist, vor allen Dingen auf der EU Ebene, was uns jetzt sukzessive ja auch in Deutschland erreicht, baut schon einen gewissen Druck auf, um genau das zu verhindern, dass da irgendwie irgendein Nonsens erzählt wird. Das schädigt ja auch Vertrauen. Aber es geht halt so weit, dass einige, die sehr, sehr engagiert sind und ernsthaft sich verändern wollen, gar nicht mehr den Mut haben, darüber zu kommunizieren, weil sie dann sagen, das Risiko ist mir zu groß, da wird mir irgendeiner den Spiegel vorhalten, irgendeiner schwärzt uns da an, wird uns das falsch auslegen und in die Reputationsfalle wollen wir nicht treten. Also nehmen sie sich zurück und kommunizieren lieber sehr defensiv oder sehr reduziert. Und auch das ist natürlich nicht zu empfehlen, weil alles das, was man aktiviert und was auch motiviert funktionieren muss, also das darf man ja nicht unterschätzen, wenn eine Unternehmung, eine Organisation auf einen neuen Pfad eingeschworen werden soll, das kannst du nicht durch Schweigen machen, sondern da muss ganz, ganz viel Kommunikation und Mitnahme erfolgen. Was ich mich gerade aber frage ist, du musst natürlich schon ein gewisses Risiko gehen, weil du den Unternehmen ja, du nimmst sie an die Hand und sagst so, wir müssen da jetzt aber auch offensiv kommunizieren. Also ich meine, ihr als Agentur, du als Person, man geht ja ein gewisses Risiko, weil man eigentlich etwas, einen Weg vorzeigt, wo man jemanden mitnehmen will. Und wenn es schiefgeht, weißt du, verstehst du, worauf ich hinaus will? Also der Verantwortungsschatz ist schon extrem, also ich finde das toll. Ja, also da hilft bestimmt unsere Positionierung und die hilft uns.
Ich finde es toll, dass wir uns allen tagtäglich da auch, ich sag mal, in eine Richtung vorweg zu gehen oder zu motivieren. Ich erachte das für alternativlos, dass diese Transformation, und wir haben ja mehrere, wir haben multiple Krisen und mehrere Transformationen, denen wir gerade begegnen müssen. Digitalisierung passiert immer noch, ist ja eine fortwährende Transformation oder jetzt mit neuem Schwung durch KI und so weiter. Ich finde, es ist total klar, dass wir uns alle komplett nochmal inklusive Geschäftsmodelle überprüfen müssen, also die Twin Transformation, wie viele sie ja nennen, inklusive Nachhaltigkeit, die wird nicht weggehen, also das passiert. Das heißt und wir haben keine Freude daran, Richtungen vorzugeben, die opportunistisch sind, die kurzfristig sind, die vielleicht dann heute ganz gut passen, die taktischer sind, die abverkaufsorientiert sind. Abverkaufsorientiert zum Status quo sich orientieren, das ist nicht das, was wir tun, das ist nicht das, wo wir unseren Mehrwert sehen oder uns einbringen wollen. Deswegen, ja, gehört manchmal Mut dazu und es macht aber auch Spaß, dann an der Seite derer zu stehen, die auch Mut haben. Und wie gesagt, das ist in Organisationen erleben wir das von der Unternehmensspitze, vom C Level oder inhabergeführten Unternehmern, Familienunternehmen irgendwie, wo an der Spitze ein Transformationswille ist, der in die Organisation getragen werden muss, wo wir da unterstützen oder, wenn es mehr bottom up ist, dass aus der Organisation, aus einer Nachhaltigkeitsverantwortung heraus, eine Rolle in der Organisation oder aus der Marke heraus, also Marketing heraus, diese Veränderung angestrebt wird. Und das zu unterstützen, fühlt sich absolut richtig bis alternativlos an. Also ich liebe es, wie oft du alternativlos sagst, weil das ist total schön, man sieht halt einfach, du musst mutig sein und es muss was passieren. Und jetzt möchte ich auf die gehen, die vielleicht nicht ganz so einen Plan haben, wie ihr es habt. Und wir sind ja sehr, sehr viele Agenturen, die manchmal auch sehr, sehr viel hasseln und natürlich jeder irgendwo Werte trägt und gerne mehr machen würde und so weiter. Wir haben vielleicht nicht alle so einen Plan, deswegen für die Community mal so die Frage, was wäre für dich so der wichtigste Punkt, den eine Agentur einschlagen muss oder machen muss, um zu sagen, ich gehe jetzt mal in eine Richtung, die genau in diese Richtung geht, ich nehme meine Werte vielleicht nochmal größer als vielleicht die Neugewinnung von irgendwelchen Kunden quasi.
Also ich glaube, das ist ein sehr, sehr wichtiger Punkt, der sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, sondern eine ganz große, stabile Community und ein großes Interesse von Agenturen jedweder Struktur und jedweden Hintergrunds und auch Kundenportfolios, zu gucken, was möglich ist. Und natürlich haben wir es da ein bisschen leichter mit so einer klaren, eindeutigen Positionierung. Und das hören wir auch immer wieder auf Unternehmensseite, die Startups, die sich jetzt voll auf ein bestimmtes Produkt konzentriert haben, die haben natürlich nicht eine Legacy und irgendwie auch Cash Cows im Portfolio, die man nicht von heute auf morgen oder komplexe Produktionsprozesse, die man nicht von heute auf morgen umstellen kann. Da haben wir immer Nachsehen. Aber ich muss sagen, alle, die sich mit dem Thema beschäftigen, haben dieses gegenseitige Bewerten und dieses Kompetitive eigentlich nicht, sondern treibt eigentlich der gleiche Anspruch, lass mal besser machen. Und jedes bisschen, was dazu kommt, hilft und es gibt Orientierung. Und wie gesagt, der GWA hat auch einen schönen Green Guide aufgesetzt, wo fange ich an, mich mal zu überprüfen, zu hinterfragen, was sind eigentlich die Emissionen, für die ich in meinem Kerngeschäft vielleicht verantwortlich bin, was sind die paar Dinge, die ich anders machen kann. Und das fängt im Kleinen an. Das fängt bei den Reiserichtlinien an, wie man sich bewegt, wie du deine Geschäftstätigkeit im Alltag gestaltest, woher du deinen Strom beziehst und so weiter und geht natürlich dann in die Überprüfung der Mandate. Und da muss jeder für sich selber die Frage stellen, mag ich das, mag ich Profiteur sein oder mag ich was entgegensetzen. Die Zeiten sind gerade nicht ganz einfach, das merkt man ja, der Markt ist gerade enorm unter Druck. Alles, was Agenturaufgaben betrifft, da müssen alle jetzt gerade gucken, wie wir durch diese schwierigen Zeiten durchkommen. Aber vielleicht ist es jetzt auch so ein Häutungsprozess und eine Überprüfung, dass das, was dann nachher den richtigen Schwung verdient, auch durch die Richtigen bedient wird.
Denk mal drei Jahre in die Zukunft und wir sitzen in drei Jahren wieder hier und du kannst dir eine Frage von uns wünschen, kann sich auf deine zwei Agenturen beziehen, kann sich aber auch grundsätzlich auf die Agenturlandschaft beziehen. Welche Frage würdest du gerne hören?
Ihr könnt ja die Denkpausen rausschneiden, jetzt muss ich überlegen. Ist auch mit die schwierigste Frage. Ist die Relation drei Jahre, ist ja eigentlich fast nichts und trotzdem gefühlt gerade so irrsinnig weit weg und die nächsten acht Wochen werden wahnsinnig spannend, irgendwie habe ich das Gefühl, da hängt gerade so viel von ab, was um uns herum auf politischer Ebene passiert, was in ein paar Wochen ist. Die Wahl in den USA, dann gibt es Treffen, die darüber vielleicht entscheiden werden, wann wir in unserem Bundestag das nächste Mal wählen. Also in drei Jahren haben wir wirklich viel hinter uns gebracht, super Wahljahre, aber auch Entscheidungen, was jetzt vielleicht die Rahmenbedingungen im Nachhaltigkeitsbereich betreffen. Also ich würde mich freuen, wenn ich eure Frage beantworten darf, wie sich das Thema Nachhaltigkeit weiterentwickelt hat. Und ich euch antworten kann, wir haben tatsächlich eine Talsohle durchschritten, in der das mal wirklich als Begriff nicht mit der Kneifzange angefasst werden wollte und alle einen großen Bogen um die Realität gemacht haben, aber zum Glück ist der Knoten geplatzt und wir haben uns mit der Realität konfrontiert, auseinandergesetzt und den faktischen Realitäten gestellt und das weiterentwickelt, was jetzt auf den Weg gebracht wurde.
Wir wollen nicht zurückrollen, wir wollen uns nach vorne entwickeln. Es gibt ganz, ganz tolle Zielbilder, die wirklich an Lösungen, an Lösungen mangelt es uns nicht. Es mangelt am Willen, das anzugehen, das anzupacken und dass wir uns nach vorne arbeiten. Und wenn wir uns aus dieser Lethargie oder aus dieser Angststarre in drei Jahren nicht nur befreit haben, sondern daraus eine Vorwärtsbewegung in Richtung Lösung gemacht haben, dann komme ich gerne wieder in euren Podcast und werde die Frage sehr gerne beantworten. Wunderschöner Abschluss in dem Sinne, weil Lösungen, was hast du gesagt, an Lösungen mangelt es nicht. Wenn du jetzt so zum allergrößten Abschluss heute noch eine Botschaft mitgeben könntest, wäre das eine in diese Richtung?
Ja, absolut. Also lassen wir nicht zerreden, was wir schon wissen und kennen. Nur weil es sich irgendwie besser anfühlt, kurz jetzt da drumherum zu navigieren, dass wir große Herausforderungen haben. Die Lösungen, die kennen wir. Wir können uns in die Richtung weiterentwickeln und Lösungen existieren auch um uns herum. Also wir haben gerade so eine deutsche Angst, irgendwie Dinge anzuwenden, die anderswo schon einfach etabliert sind. Ob das in der Wärmewende ist oder in der Energiewende. Lass nach vorne gucken. Mobilität. Es gibt ganz, ganz tolle Lösungen und ja, lass machen und jeder Schritt hilft. Lass machen ist gut. Bernd, vielen Dank. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Ich musste tatsächlich durchschauen.
Wo Jona gesagt hat, wir sind am Ende, hätten wir weitermachen können. Weil für uns auch, muss ich auch an der Stelle sagen, als Agentur spielt es schon immer eine Rolle, wie kann man sich auch nachhaltig selber aufstellen und so weiter. Wie du gesagt hast, vielleicht sind es auch die kleinen Dinge, bei denen man dann anfangen muss und so, um das große Ganze dann zu entwickeln. Ich finde es brutal schön, was ihr für eine Mission quasi auch habt, das aber auch noch viel mehr in diese Mandantschaft quasi auch zu bringen und da auch Leute mit an die Hand zu nehmen, weil das stelle ich mir einfach tatsächlich nicht ganz so einfach vor. Das heißt, ihr habt euch einen eigenen Auftrag gegeben, der nicht ganz einfach ist, aber der ein wahnsinnig schönes und großes Ziel ist, dem wir allen hinterherlaufen sollten und nicht nur laufen, sondern wir sollten es anschieben. Deswegen für mich eine wunderbare Folge. Vielen Dank, dass du uns hier teilhaben hast lassen. Ja, vielen Dank. Hat Spaß gemacht. Kann ich mich nur anschließen? Also auch von meiner Seite nochmal vielen lieben Dank und natürlich hinter die Geräte auch danke fürs Zuhören. Ihr kennt das Spiel, wenn es euch gefällt, was wir hier machen. Folgt uns gerne. Drückt auf die Glocke, um nichts mehr zu verpassen und bei Fragen sowohl an Bernd als auch an uns hinsichtlich unseres Themas, aber auch vielleicht für Vorschläge von neuen Gästen, freuen wir uns jederzeit über die Socials. Also Dankeschön nochmal und vielleicht bis in drei Jahren.
Hoffentlich früher. Ich hätte so viele Fragen noch an dich. Bernd, vielen Dank, dass du bei uns warst. Danke euch. Macht's gut. Danke, ciao.