Wie können Agenturen eine erfolgreiche interne Kommunikation erzeugen?
In dieser Folge spricht Chris Höfner von Freunde des Hauses über das Thema interne Kommunikation. Wie können neue Teammitglieder ins Team aufgenommen werden? Wie kann die interne Kommunikation gestärkt werden und welche weiteren Prozesse müssen gefestigt werden, um gut miteinander zu arbeiten?
Und wenn ich das Gefühl habe, egal in welcher Position, egal auf welcher Ebene, ich bin nicht sprechfähig, ich bin nicht informiert, dann löst das eine Unsicherheit aus. Also jetzt kann jeder sagen, das ist mir egal. Es löst eine Unsicherheit aus, ob man das will oder nicht. Und der eine spürt es halt eben mehr und der andere eben nicht.
Bevor wir mit der heutigen Folge starten, möchten wir und unser Partner Teamleader euch erläutern, worum es uns eigentlich in diesem Podcast geht. Wir möchten Wissen unter Agenturen vermitteln. Und mal ehrlich: Wo gibt es das heute in Deutschland, dass Agenturen sich untereinander so vernetzen und ihr Wissen miteinander teilen? Und was wir noch wollen ist: Wir wollen Kreativität schaffen durch Impulse, durch Erfahrung und durch spannende Persönlichkeiten.
Und genau an dem Punkt setzt die Software von Teamleader an. Sie bündelt eure Prozesse und vereint die wichtigsten Arbeitsabläufe, die als Agentur auf euch im täglichen Business zukommen. Und das Wichtigste: Dadurch schafft sie Freiraum für mehr Kreativität für das ganze Team und auch für euch als Geschäftsführer und Geschäftsführerinnen. Also lasst uns rein starten in den Podcast mit den spannendsten Persönlichkeiten aus dem deutschen Agenturbusiness.
Wir sprechen heute mit einer Person, die mehr für das Thema interne Kommunikation brennt als jeder oder jede andere. Wir sprechen in unserem Podcast oft über die Kommunikation mit Stakeholdern, Kunden und Partnern nach außen. Aber was ist eigentlich nach innen? Gibt es hierfür richtige Lösungen? Oder gibt es das eine Konzept, mit dem man die interne Kommunikation wirklich gut meistern kann? Das erfahren wir heute im Gespräch. Wir freuen uns. Herzlich willkommen, Chris Höfner.
Hallo.
Guten Morgen auch von meiner Seite. Perfekt. Wir starten ja immer mit einer kleinen Vorstellung. Vielleicht magst du dich einfach einmal ganz kurz in ein, zwei Sätzen vorstellen und dann würden wir auch eigentlich gleich ins Thema reinsteigen.
Ja, ich bin Chris. Ich arbeite in Hamburg bei der Agentur Freunde des Hauses. Ich bin da in der Geschäftsleitung und verantwortlich für Content und Digital. Und was gäbe es über mich zu sagen, was irgendwie spannend sein könnte? Ich bin halt von Haus aus Kommunikator und komme eigentlich DNA-mäßig aus dem Journalismus. Und mein Herz schlägt halt für alles, was irgendwie mit Kommunikation zu tun hat.
Da sind wir genau beim Stichwort. Weil Chris, du musst wissen, wir haben es so ein bisschen vorbereitet. Du warst ja in Staffel 1 schon mit sehr, sehr markanten Aussagen, auch viele in Richtung Kommunikation und so weiter, hochspannende Sachen. Und dann haben wir uns eigentlich so einen Plan gelegt und haben mit dir ein Vorgespräch geführt. Und dann haben wir den Plan komplett über den Haufen geworfen und haben uns gedacht: Nee, wir machen nicht nur einen Teil interne Kommunikation, sondern du bist ein Vollprofi oder hast sehr viel Erfahrung und sehr viele coole Ansätze in der internen Kommunikation. Deswegen wollen wir da heute mit dir drüber reden. Das heißt, Jona und ich haben eigentlich gestern Abend noch so ein Vorbriefing gehabt und haben unseren Plan durchgegangen und so weiter. Und dann haben wir gedacht: Marketing ist eigentlich kundenorientiert. Und dementsprechend wollen wir dich da heute in diese Richtung einladen oder du uns vielmehr. Und wir gehen in die interne Kommunikation. Ein unglaublich spannendes Feld. Ich glaube, für alle Agenturen nach außen merkt man das oftmals nicht ganz so, aber nach innen kann das wahnsinnige Baustellen geben, die man lösen muss oder präventiv auch lösen muss. Deswegen die erste Frage in der Hinsicht eigentlich: Was ist für dich interne Kommunikation?
Ich finde es gut, dass du die einfachen Fragen stellst. Was ist interne Kommunikation? Wow. Jetzt gibt es wahrscheinlich dann irgendwie wieder Leute, die sagen, das ist eine total falsche Deklinierung, die sie da irgendwie angegeben hat. Also ich interpretiere das mal aus meiner Sicht. Interne Kommunikation bedeutet die Kommunikation innerhalb eines Unternehmens, innerhalb einer Organisation, innerhalb einer Marke. Und die unterscheidet sich sehr zur klassischen Außenkommunikation, nennen wir sie jetzt mal abgekürzt B2B oder B2C. Die unterliegt auch gewissen Regeln, was ich jetzt gar nicht so als starres Regelwerk meine, sondern die unterliegt deshalb starken Regeln, weil ich es mit absoluten Vollprofis zu tun habe. Also mehr über ein Unternehmen oder eine Organisation kann ja eine Kollegin, ein Mitarbeiter, eine Mitarbeitende gar nicht wissen. Und du hast es gerade so ein bisschen in deiner Einleitung gesagt, vielen Dank für diesen kleinen netten Hinterhalt, das sind Vollprofis und die werden gerne mal vergessen, sage ich jetzt mal so ganz salopp, gerade weil man sich natürlich um den Umsatz, um die Außendarstellung et cetera kümmert. Das ist ja auch meist die Aufgabe von Agenturen. Und es ist eine ganz wichtige Disziplin, wo ich immer der Meinung bin, da müssen wir uns alle viel mehr drum kümmern und müssen auch die Kommunikatoren, die dafür zuständig sind, stärken und unterstützen. Und im besten Fall ist da auch eine Agentur in der Rolle, das zu tun.
Also wir gehören jetzt zu einer Group. Wir gehören jetzt zur Hirschen Group. Die gehört dann wieder anteilig zu WPP. Also die Zwiebel wird nach außen immer größer und interne Kommunikation ist wichtig. Man merkt immer wieder, dass es eine Herausforderung ist, weil man einfach mit einer Zielgruppe kommuniziert. Das fällt einem ja im Äußeren auch nicht immer so einfach. Nach dem Motto, ich gebe eine Botschaft und auf einmal kaufen alle meine Autos. Wenn das Leben so wäre, gäbe es eine Agentur, die das irgendwie alles managt, und die Zielgruppe, die man erreichen will, macht das mal so ganz artig. Das ist ja nicht die Realität. Insofern ja, das ist total wichtig und man stößt da an Grenzen. Man macht Fehler, man muss sich korrigieren, man muss neue Wege gehen. Das ist nicht die einmalige Strategie, die man da entwickelt hat und die gilt sozusagen für alle Themen. Jedes Thema ist da nochmal ein bisschen anders. Themen sind teilweise heikel, Themen sind da, über die man sich freuen kann. Es gibt manchmal auch Dinge, die vertraulich zu behandeln sind. Das ist natürlich auch ein bisschen schwierig. Weil es immer heißt so, ja, wir wollen irgendwie Transparenz, und dann muss man aber auch ein bisschen gucken, wie weit geht so eine Transparenz. Was können eigentlich auch Kollegen und Kolleginnen aushalten? Das ist natürlich auch so bei schwierigeren Themen vielleicht so. Und deshalb ist es immer ein sehr lebendiger Prozess, in dem man sich befindet. Und das gilt für uns als Agentur oder ich glaube auch generell für Agenturen genauso wie für Kunden. Insofern ja, das ist ein großes Thema.
Was sind denn bei euch in der Agentur, wenn du es abstecken könntest, so die wichtigsten oder relevantesten Phasen letztendlich im Kommunikationsprozess? Also vielleicht vom ersten Kennenlernen von einem Mitarbeiter bis hin vielleicht auch später mal zum Offboarding?
Okay, also du fängst sozusagen schon beim Onboarding an. Das stimmt, das ist richtig. Das gehört auch mit zur internen Kommunikation. Es ist gut, dass du schon an dem Punkt ansetzt. Naja, im optimalen Falle, und ich sage nicht, dass es immer perfekt bei uns umgesetzt wird, weil wir wissen alle, da war irgendwie Covid und dann ist auch mal einer krank und so weiter. Also der übliche Arbeitsprozess oder der Arbeitstag funkt einem gerne dazwischen. Aber wenn wir es im optimalen Falle hinbekommen, dann wird jemand empfangen. Ich finde, das ist schon mal das Älteste, was man anbieten kann. Das hat viel mit Kultur zu tun. Jetzt liegt unsere Kultur auch ein bisschen in dem Namen grundsätzlich. Freunde des Hauses. Also wenn man da nicht willkommen sein soll, dann ist das natürlich schon mal so ein bisschen ein Widerspruch im eigenen Branding.
Das heißt, und das ist jetzt eigentlich eine Schablone, die so ganz grob, holzschnittartig eigentlich für alle gilt: Das eigentliche Empfangen, das sogenannte Abholen. Mittlerweile kann das ja auch glücklicherweise wieder live und in Farbe stattfinden und nicht über Teams, was es jetzt nicht gibt, aber Vorstellungsgespräche et cetera. Und dann komme ich da an, bin neu, habe ja erstmal von Tuten und Blasen eigentlich gar keine Ahnung. Und bei uns ist es eigentlich so, das ist so sehr traditionell, dass die Person rumgeführt wird. Und dann wird natürlich geguckt, wer ist da. Man sagt Hallo, man stellt sich vor. Es gibt einen sehr zentralen Ort in der Agentur, das ist so die Kaffeeküche, die ist relativ groß und einladend, auch recht freundlich gestaltet. Und da verweilt man dann erstmal. Und dann wird man an seine Plätze im Prinzip mehr oder weniger eingeführt. Ich sage deshalb nicht, das ist so eine Holzplatte, wo man sagt, hier sitzt du jetzt für die nächsten 25 Jahre, sondern es wird im Prinzip auch schon miteinander besprochen. Wie kommst du da eigentlich an? Hier hast du einen Schlüssel. So und so arbeiten wir. Das ist dein Team. Und dann fängt natürlich der Prozess an, dass man über Kollegen in den Job eintaucht. Eingeschleust möchte ich nicht sagen. Aber man kann natürlich wahnsinnig viel digital lösen.
Wir sind über Teams organisiert. Das heißt, ich kann da auch ganz stark reinlesen, was da alles so passiert ist. Wir haben aber auch zwei interne Formate. Der eine heißt Freundesklick. Es gibt einen festen Termin, es ist immer dienstags. Da werden immer alle eingeladen. Da ist auch jeder herzlich willkommen, sich daran zu beteiligen. Es gibt immer eine wechselnde Moderatorin oder einen wechselnden Moderator. Es ist immer ein Thema, weil PowerPoint einem da ja auch ein bisschen in der Agenda hilft. Und da ist die Idee, dass es so eine leichte, lockere Grundinformation eigentlich sein soll. Das ist jetzt nicht so mit Body-Mass-Index und Jahresumsatz, sondern was hast du für Hobbys, was bist du so für ein Typ? Oh, du töpferst. Ah, du machst irgendwie was anderes. Also der Mensch steht da im Vordergrund.
Und dann gibt es noch ein anderes Format. Das nennt sich Doppelklick, weil da sind nämlich nur zwei drin. Das sind die Geschäftsführer, die auch einen relativ festen Termin haben. Der verschiebt sich natürlich ab und zu mal, weil es auch darum geht, hat man dann da auch was Frisches irgendwie zu sagen. Das gestalten die zu zweit. Und da geht es dann natürlich darum, nochmal was zu sagen: Wie steht die Agentur gerade irgendwie da? Wo soll man sich irgendwie hin entwickeln? Das sind auch strategische Themen. Warum ist gerade was wie wo? Und das ist dann nochmal eine andere Ebene. Da sprechen halt nur zwei. Und da kann man auch reinfragen. Grundsätzlich ist es natürlich aber auch erstmal gut, sich das irgendwie anzuhören. Und das ist dann auch teilnehmerkreisbedingt, weil ja auch Führungskräfte informiert werden müssen. Also alle denken immer, dass man das so morgens im Tee oder im Kaffee so ein bisschen aufnimmt und dann irgendwie immer alles weiß. Aber auch da gilt es ja zu überlegen, wen muss ich wann wie informieren, dass er oder sie sprechfähig ist, den Job gut machen kann, auf Fragen reagieren kann. Weil wenn man sich sicher fühlt in Informationen, und da sind wir wieder so ein bisschen beim Kern der internen grundsätzlich, dann macht das was. Und das stellt auch Beziehungen her und das verfestigt auch Beziehungen.
Und wenn ich das Gefühl habe, egal in welcher Position, egal auf welcher Ebene, ich bin nicht sprechfähig, ich bin nicht informiert, dann löst das eine Unsicherheit aus. Also jetzt kann jeder sagen, das ist mir egal. Es löst eine Unsicherheit aus, ob man das will oder nicht. Und der eine spürt es halt eben mehr und der andere eben nicht. Oder der eine bringt es mehr in den Fokus und der andere nicht. Und deshalb ist es so wichtig, dass man das nicht vergisst. Und es wird so gerne vergessen, weil alles immer wichtiger ist, weil der Kunde immer wichtiger ist. Das ist auch gar kein Vorwurf, das ist einfach die Realität. Und deshalb glaube ich, je öfter man darüber spricht und man sieht ja auch die Entwicklung, wenn man jetzt so auf Plattformen wie LinkedIn guckt und so, dass auch große Unternehmen ihre Kommunikatoren da in ganz andere Rollen versetzen. Es gibt die kühnsten und tollsten neuen Jobbezeichnungen. Es gibt Leute, die sehr präsent und sehr sichtbar sind. Und dann haben wir schon wieder den Einfluss an andere Disziplinen. Das hat dann auch was mit Employer Branding zu tun. Das hat Einfluss auf Recruitment. Weil wenn ich zum Beispiel auch sprechfähig bin und das Gefühl habe, ich werde gut informiert, mitgenommen klingt immer so ein bisschen nach Busfahren, deshalb versuche ich das immer so ein bisschen zu vermeiden, aber eigentlich, wenn ich informativ mitgenommen wurde und über mein Unternehmen auch viel sagen kann, bin ich zum Beispiel auch als Multiplikator sprechfähig, wenn ich von extern angesprochen werde: Sag mal, was ist denn das eigentlich für ein Haufen? Ihr habt da XY ausgeschrieben. Ich interessiere mich dafür. Red doch mal darüber. Und da geht es nicht um Gossip und so alles auspacken, was es da so zu sagen gibt oder wer da auf welcher Betriebsfeier irgendwie über die Stränge geschlagen ist, sondern wir positionieren uns gerade irgendwie neu, wir haben da eine neue Kampagne laufen, die ist das und das und jenes irgendwie groß geschrieben. So, ich kürze es jetzt mal ab. Und das ist ein Impact, der jetzt für den klassischen Vertriebler und Sales-Menschen vielleicht nicht gleich 3,50 Euro im Budget mehr bringt. Aber es ist eine gesamtheitliche oder eine ganzheitliche Betrachtung, die man da eingehen muss, meines Erachtens.
Und alle sprechen von Führungskräftemangel. Dann haben wir das Thema Fluktuation. Wir haben in den letzten Jahren durch Covid gemerkt, da war wenig Bonding. Deshalb haben Leute dann auch gewechselt in dieser Zeit sogar, weil sie gesagt haben, ich habe da ja sowieso noch nie jemanden live gesehen. Ich hocke dann nur in meinem Büro zu Hause oder am Küchentisch, wenn ich Pech habe, auf so einem ungequemen Holzstuhl. Dann kann ich auch wechseln. Und Krisen, Probleme, Lieblingswörter wie Transformation und Change, wenn die begleitet werden, dann ist interne Kommunikation jetzt nicht das Generalversprechen, dass dann immer alles super klappt und deshalb so wahnsinnig toll alle an einem Strang ziehen. Aber es ist eine Chance, dass es besser läuft. Und so, glaube ich, muss man es auch einfach mal betrachten.
Super. Du hast jetzt, glaube ich, schon ganz viele Themen in dem Bereich aufgemacht. Ich möchte mal einen Schritt nochmal zurück bei der Sache, die du genannt hast, dass man dann irgendwann an einem Punkt ist, wo man vielleicht merkt, auch mit Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern, mit Führungskräften und merkt, oh, da ist die Information einfach zu spät gekommen oder gar nicht gekommen. Ich glaube, das kennen wir alle. Vor allem im Wachstum passiert sowas oft. Man meint es auch oftmals nicht böse, wie du sagst, man hat nicht so die Zeit. Aber man kommt dann irgendwann in so ein reaktives Verhalten. Und ich glaube, rausgehört zu haben, dass interne Kommunikation präventiv geführt werden muss. Das ist das, was du gesagt hast mit Informationsweitergabe.
Und dazu habe ich eine Frage. Man kämpft ja so ein bisschen als Agentur damit, wie viele Meetings man intern hat, weil man hat ja schon so viele extern. Und wenn man sie intern hat, hat man sie one to all oder all to all oder one to one in kleineren Gruppen. Und dann ist für mich auch immer die Frage, wie schaffe ich es, eine gute Mischung dahin zu kriegen? Also was ist wichtiger? Ist es diese wirkliche Informationsweitergabe oder ist es auch dieses Gespräch, also eine Reaktion zu bekommen, wo einfach eine Diskussion auch stattfinden kann? Wie siehst du da die Mischung? Also wenn ich das jetzt mal gegenüberstellen darf, diese großen Informationen.
Ja, also weil jetzt fangen wir mal ganz von oben an. Der Vorstandsvorsitzende kann in einem sehr großen Unternehmen nicht mit jedem one to one sprechen. Das ist ja gar nicht realistisch. Das kann der nicht. Und so bricht sich diese Kaskade eigentlich auch runter. Also wichtig ist, ein Gespür für das Timing zu haben. Und da gibt es jetzt gar nicht so die Generalformel. Das muss man auch ein bisschen wissen. Wie gestaltet sich das? Was gibt es da für Einflussfaktoren? Das ist so individuell. Also ich glaube, das birgt so viel. So einfach ist das nicht. Da müssen sehr viele Dinge irgendwie beachtet werden. Und deshalb gibt es hoffentlich auch Menschen, die sich halt mit dieser internen Kommunikation hauptberuflich im Fokus, ich bin jetzt mal bei großen Unternehmen, bei einer Fünf-Mann-Agentur ist das nicht der Fall, aber hauptberuflich eigentlich damit auseinandersetzen und da auch supporten und Führungskräften beratend zur Seite stehen.
Also wann ist was gut? Wir können auch kleinteiliger werden, dass man schon mit der Sprache grundsätzlich anfängt. Also wie spreche ich denn eigentlich? Verstehen das überhaupt alle? Und wie erreiche ich? Und dann ist es manchmal, ich gehe jetzt mal so ein bisschen auf Kundenseite, weil wir das natürlich stark beobachten, dann meinen immer alle: Ja wieso, wenn ich jetzt so einen Aufschlag gemacht habe, ich habe das jetzt allen gesagt, wir haben eine neue Strategie und der neue Claim heißt jetzt so und so und so, dann wissen das doch alle. Also so funktioniert das nämlich leider nicht. Man darf da auch nicht so sehr vom Privaten ins Berufliche gehen oder da so ganz, ganz enge Parallelen ziehen.
Wenn ich das natürlich einer sehr engen Freundin sage, wenn ich ihr was sehr Wichtiges erzähle oder wenn ich ihr was ganz Schönes erzähle, keine Ahnung, Freundin eins erzählt Freundin zwei: Ich bin schwanger. So, erstens ist das ein Fakt, zweitens gibt es da überhaupt nichts falsch zu verstehen, weil entweder ist sie es oder ist sie es nicht, und dann ist es auch noch ein positives Thema, und zwar ein one to one. Es gibt aber natürlich im joblichen Umfeld sehr komplexe Themen. Das ist nicht immer einfach so easy nach dem Motto, wir sind jetzt alle ganz reich, wir expandieren und alles ist super, sondern es gibt da Zwischenphasen. Und die muss man beachten, die muss man sprachlich beachten und die muss man auf eine Informationsebene bringen. Und dann passiert etwas, dass nämlich Führungskräfte, und jetzt möchte ich gar nicht, dass alle die Taschentücher rausnehmen, aber die Führungskräfte werden danach ganz oft alleine gelassen, was sie eigentlich machen sollen.
Und gerade wenn die Führungskräfte eben keine Marketer sind, wenn es keine Kommunikatoren sind, sondern wenn die ganz andere Fachbereiche leiten, dann denken die sich so, ja und was stelle ich denn jetzt selber mit dieser Information an? Weil sie sind ja mehr. Sie sind selber Angestellte dieses Unternehmens, sie sind unter Umständen selber betroffen und dann sollen sie natürlich anderen Menschen in ihrem Team, in ihren Abteilungen, je nachdem wie die strukturiert sind, Rede und Antwort stehen, Informationen weitergeben und eigentlich auch Sicherheit geben. Information, jetzt mal ganz runtergebrochen, will man ja nie verunsichern im Job. Also was habe ich denn davon, wenn dann alle wie die Lemminge auseinanderspreizen und sich irgendwie die Klippen runterstürzen? Dann ist da vielleicht irgendwas falsch gelaufen.
Und das ist die Kaskade, wie es langsam runtergeht. Und die Mischung ist, je nach Informationsgröße auch meines Erachtens, und wie gesagt, da scheiden sich bestimmt auch die Geister, also ich gehe da auch gerne in Diskussion, wenn jemand anderer Meinung ist, geht in dem Sinne runter, dass das Verdichtetste natürlich das one to one ist. Und das ist vielleicht die Chance, wenn es wirklich ein Unternehmen mit dieser besagten Kultur gibt, wenn es die berühmte offene Tür gibt, wenn es diese Augenhöhe gibt, dass ich, wenn ich es am Ende so gar nicht verstanden habe oder wenn es noch so eine Unsicherheit in mir auslöst, dass ich als Einzelperson Chris an die Tür klopfen kann und die Tür ist auf und ich gehe rein und sage: Thomas, also es tut mir leid, ich hatte noch so einen Knoten im Kopf, darf ich dich mal was fragen? Wenn ein Unternehmen diese Art von Kultur hat, herzlichen Glückwunsch, das ist toll.
Vielleicht hat Thomas, ich nehme den jetzt mal so, ich glaube, ist das nicht der meistverbreitete Männername in Deutschland, weiß ich jetzt gar nicht so genau, Thomas hat es vielleicht aber auch schon vorher in seiner Team- oder Unit-Ansprache oder in einem Meeting oder so geschafft, nicht nur frontal zu informieren, sondern zu sagen: Ich habe euch nach dem Vorstands-Info-Termin, nach der Townhall, wie es immer so schön genannt wird oder so, nochmal ein paar Sachen mitgebracht oder fragt nochmal: Wie geht es euch damit? Wie fühlt sich das an? Haben sich Fragen ergeben? Und das ist so eine klassische Kaskade. Und im besten Falle ist es nicht erst der Flurfunk, was ich übrigens aus Verlagen, für die ich gearbeitet habe, ganz oft kannte. Also wir waren bestens informiert, dann hat auf einmal das Intranet irgendwas von sich gegeben und dann: Huch, da spricht ja heute einer in der Kantine vor uns allen und der Betriebsrat will noch drei Fragen stellen. Das war umgekehrt. Und das ist nicht so ganz der optimale Weg.
Jetzt wissen wir, wir leben nicht in einer optimalen Welt, aber alle Informationsebenen zu bedenken, den Mitarbeitenden, jetzt sage ich es mal ganz korrekt, egal auf welcher Ebene, da die Möglichkeit zu geben, informiert zu sein und auch sprechfähig zu sein, ist da ganz wichtig. Und dann kommt es immer auf die eigene Organisationsgröße an und wie gesagt, immer ein Augenmerk auf die eigentliche Information, weil nicht jede Info ist gleich.
Mischung, Jona, ich weiß, du wolltest gerade was sagen, aber ich muss kurz noch einmal dazwischen. Du hast gerade gesagt Mischung zwischen wie, also mit wie vielen Personen ich dieses Gespräch führe und so weiter. Dann hätte ich gerne noch eine Frage zu einer Mischung, weil du schon das gesagt hast mit, man fragt sich ja auch, was Privates und was nicht Privates. Ich glaube auch, das ist immer so eine sehr spannende Sache. Wie viel privat gehört zum beruflichen Gespräch und auch andersrum, wie viel beruflich gehört in eine Mittagspause und so? Wie ist da die Mischung?
War übrigens genau meine Frage.
Oh, Jona darf sie nochmal stellen. Aber seien wir mal so in diesem Umfeld unterwegs, dann ist es so persönlich, ja. Also wenn ich über mein Hobby sprechen möchte, dann tue ich das. Wenn ich nicht über mein Hobby sprechen möchte, tue ich das nicht. Und da darf es keine Regel geben. Ich darf ja nicht dazu gezwungen werden nach dem Motto: Mensch, Claudia, jetzt öffne dich doch mal. Macht sie dann bestimmt, also fühlt sich dann ja auch so super an. Ich glaube, es ist umgekehrt zu betrachten. Wir haben ja selber Corporate Behavior angesprochen, wir haben eben Klammer Kultur, Klammer Kommunikation, sich sicher fühlen. Das ist gar nicht so einfach in den heutigen Zeiten, da muss man ja nur irgendwie mal aus dem Fenster gucken. Und ich will jetzt gar nicht schwarzmalen, aber es ist ja nun mal einfach so. Punkt. Das ist ein Fakt.
Je besser ich mich natürlich auch fühle und je willkommener ich mich fühle, da kommen dann noch ganz andere Faktoren dazu: Sind mir meine Kollegen irgendwie sympathisch? Manche Leute legen da ganz viel Wert drauf. Ich habe aber auch Kunden auch schon mal mitbekommen, die waren sich irgendwie alle nicht grün und trotzdem hat man da gerne gearbeitet, wo ich dachte, interessant, mir würde das, glaube ich, irgendwie sehr schwer fallen. Das hat viel damit zu tun, ob sich jemand öffnen mag. Und dann hat das viel damit zu tun: Bin ich eher extrovertierter? Und alle haben schon mal so: Oh, wenn sie jetzt nochmal die gleiche Geschichte von ihrer Rolle erzählen, ich kann nicht mehr. Oder: Hey, habt ihr es gehört, er hat gesagt, wohin er in den Urlaub fährt und anscheinend fährt er nicht alleine. Das sind zwei komplett unterschiedliche Charaktere, die ich da anschneide. Und auch eine Führungskraft muss sich gut fühlen, sicher fühlen. Und je weiter es nach oben geht, wie gesagt, keine Taschentücher, es wird immer ein bisschen einsamer, der Wettbewerb wird härter. Also das ist in vielen Organisationen ja auch irgendwie nicht unbedingt ein Zuckerschlecken. Und da muss man auch aufpassen, hält man das auch aus, durch Privates auch angreifbar zu sein. Der Mensch ist nicht nur nett. Und manche Geschichte, die man einfach, sage ich jetzt mal so, gut gelaunt ausplaudert, kann einem dann vielleicht, wenn jemand eben nicht Freund ist, weil man sucht ja keine Freunde eigentlich in erster Linie im Job, sondern erstmal hoffentlich Arbeitskollegen, mit denen man vertrauensvoll, aber professionell zusammenarbeitet, ich finde, da gibt es einen großen Unterschied, auch mal negativ auf die Füße fallen, weil das jemand dann gegen einen verwendet hat. Und das sind jetzt Extreme.
Also ich hatte, wenn ich es jetzt mal persönlich nehme, ich hatte Glück in meinem joblichen Umfeld in den letzten Jahren auch Leute zu treffen, wo ich sage, die zähle ich mittlerweile wirklich zu guten Bekannten oder auch Freunden. Ich finde, das Wort sollte man wohlbewusst wählen, man ist nicht immer gleich irgendwie Freund. Und dann gab es auch welche, wo ich dachte, also mit dem oder mit der kann ich super professionell arbeiten, die brauche ich aber nicht auf meinem Sofa abends. Und dann welche, wo man sagt, ja, also respektvoller Umgang, aber das reicht dann auch. Also so diese Kaskaden, ich glaube, jedem Menschen geht das so. Also ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren. Deshalb: Wie viel bedarf es? Ich glaube, es kann eine Chance sein. Aber wenn ich diese Karte nicht ziehen kann oder nicht möchte, weil es auch nicht meinem Gemüt entspricht und das vielleicht auch total aufgesetzt wirkt, ja dann lasse ich es.
Es gibt ja auch, ich hatte mal so eine ganz lustige Szene im Fahrstuhl, ich sage jetzt auch nicht wo. Es war ein relativ großes Gebäude, ich habe da damals gearbeitet und wollte tatsächlich auch nach ganz oben. Das heißt, ich hatte dann auch diese ganzen Etagen vor mir. Und unten stieg tatsächlich jemand von der Vorstandsetage ein und ich dachte innerlich so: Oh Gott, die nächsten, ich weiß nicht, wie lange der Fahrstuhl unterwegs war, Sekunden, Smalltalk. Und dann war es so: Ach Mensch, Frau Höfner, heute ist ja Freitag, was machen Sie denn so am Wochenende? Wo ich dachte, okay, ich dachte, der fragt mich jetzt halt irgendwas anderes. Und meinte, weiß ich gar nicht, was ich geantwortet habe, ich habe, glaube ich, gesagt, wir fahren am Wochenende weg oder so. Und dann habe ich gesagt: Und was machen Sie? Und dann habe ich gemerkt, dass er eigentlich gar nicht in der Situation war, das Gefühl zu haben, jetzt werde ich ja auch noch zurückgefragt. Und habe richtig gemerkt, der war so: äh, äh, äh. Und dann habe ich gesagt: Ach, bestimmt was Schönes. Und dann ping, ging die Tür auf und man merkt, er war irgendwie total erleichtert.
Das heißt, ich will dem Mann überhaupt nichts Böses, aber das war so ein Smalltalk-Intro und ich glaube, der hatte gehofft, dass ich jetzt so, auch Vorurteil Frau, so ein bisschen das Plappern anfange und nicht so zurückfrage: Was machen Sie denn? Also weil er vielleicht es gar nicht erzählen wollte und hatte da gar nicht drüber reflektiert: Ups, wenn ich frage, könnte ich ja auch zurückgefragt werden.
Und da muss man ja eh immer ein bisschen gucken. Ich habe ja einen journalistischen Hintergrund, und zu fragen ist toll, weil Antworten ja auch spannend sein können und dann bohrt man tiefer. Wem sage ich das, ihr macht das ja irgendwie gerade mit mir. Aber selber gefragt zu werden, das ist diese Ich-Perspektive, so: ups, das ist dann nochmal was ganz anderes. Aber ja, es sind Menschen, die sind alle sehr unterschiedlich. Schön, dass das so ist. Und sehr, sehr lange Antwort auf eine kurze Frage. Man sollte sich so authentisch wie möglich, glaube ich, irgendwie verhalten, weil es einem auch im Tagesablauf einfach hilft. Also wenn ich mich irgendwie verstelle, in welche Richtung auch immer, dann macht das auch was mit mir und dann macht das was mit meinem Umfeld. Und ich glaube, dass das der beste Wegweiser für einen selber ist, egal in welcher Position, wie persönlich und privat ich sein möchte.
Eigentlich, also wenn du eigentlich sagst… ich habe noch eine Frage.
Ich hätte auch noch fünf Fragen.
Auf eine andere Art und Weise in der internen Kommunikation, in dem Sinne. Das hast du gerade gemalt, ich finde das sehr, sehr schön, weil wir sind hier bei der internen Kommunikation und man versucht es oder man lernt es ja auch als Führungskraft, dass einem gesagt wird, frag deine Mitarbeiter aber auch etwas. Und wahrscheinlich hat dieser Mann oder dieser Vorgesetzte wahrscheinlich gedacht: Hey, ich frage jetzt was, weil dann bin ich empathisch. Dann kriege ich vielleicht eine Öffnung zu dieser Person und sie öffnet sich mir. Hat aber nicht damit gerechnet, dass sie mir was sagt.
Ja, da würde ich fast sogar gerne einhaken, weil das ist wieder die Unterstützung. Wenn es Profikommunikatoren im Unternehmen gibt, finde ich es ganz wichtig, wenn eine Führungskraft sagt: Boah, es gibt ein neues Thema. Oder generell können wir vielleicht auch mal irgendwie über Gesprächsführung sprechen oder so. Es ist immer die Frage, wie auch die Kommunikatoren der internen positioniert sind. Das ist auch sehr divers, muss man dazu sagen. Und nicht jede Führungskraft nimmt das in Anspruch oder vielleicht fühlt sie sich auch auf einer anderen Ebene der sogenannten Augenhöhe und glaubt gar nicht, dass sie da gute Informationen bekommt. Aber Fragen ist das eine. Aber auf Antworten trainiert zu werden, klingt immer gleich so nach Bootcamp, so meine ich das gar nicht. Aber sie dabei zu unterstützen, Gesprächsführung und so weiter, das geht schon fast wieder ein bisschen aus der internen raus, weil wir merken auch hier verschwimmen ja auch sozusagen Disziplinen. Das ist nicht unwichtig, wie gehe ich damit um, wenn sie dann kommt. Und da sind wir auch schon wieder so bei Konfliktkommunikation. Interne kennt ja auch die Krisenkommunikation. Meistens ist sie erstmal nach außen, aber innen brauche ich sie ja auch. Und dafür brauche ich manchmal noch nicht mal die Krise. Aber unterstützt zu werden, wie ich denn damit umgehe, wenn sie dann kommt oder mit schwierigen Kommunikationsansätzen, das ist nicht ohne. Und da vorher mal drüber gesprochen zu haben, bevor es passiert, und auch dieses Angebot zu geben, finde ich wichtig.
Ich würde auch gerne noch ergänzen: Es ist auch nicht immer nur das klassische Gespräch der internen Kommunikation. Weil die Kommunikatoren insofern in der Herausforderung stecken oder damit konfrontiert sind: Wir sind alle so wahnsinnig medienverwöhnt. Also wir haben eingangs noch gesprochen, man hat jetzt schon tolle Kameras in der Hosentasche und so. Man hat ja auch seine ganze Kommunikation in der Hosentasche. Das Handy ist dabei. Und was kann ich damit alles irgendwie machen? Ich kann schreiben, ich kann mich zurücklehnen und zugucken, weil es ein Video ist, ich kann da reinsprechen und so weiter und so fort. Und das müssen die Kommunikatoren halt auch beherrschen, weil ich dringe ja sonst gar nicht durch, wenn heutzutage das Intranet, und das ist jetzt nur eine Plattform, das kann anders heißen, da können andere Kanäle dabei sein, da kann es auch nochmal das analoge und das Live-Thema dazu geben, wenn das nicht attraktiv gestaltet ist, dann sind wir wieder bei unterschiedlichen Menschen. Der eine will sich ein bisschen einlesen und macht das alleine und der andere will jemanden auf der Bühne sehen und der andere will one to one seine Fragen stellen können oder irgendwie einen Chat lesen oder so.
Dieses Multi-Angebot, da muss ich erstmal rausfinden, was will denn eigentlich die Organisation, was brauchen die Mitarbeitenden, dann meine ich alle, und wie setze ich das dann eigentlich um? Da sind wir auch wieder so bei Men- und Womenpower und Geld und Gestaltung und Kreativität. Weil so einen schnöden Vorstandsbrief, sage ich mal, im Intranet lesen die meisten, weil sie sowas haben. So, oh Gott, oh Gott, das muss ja was ganz, ganz Wichtiges sein und entweder sind wir jetzt pleite oder wir werden von was weiß ich wem gerade gekauft oder wir expandieren. Aber eigentlich ist das ja kein Medium, was jetzt gerne konsumiert wird. Also auch die Freude ist jetzt so, klingt jetzt so altbacken, aber der Spaß am Konsumieren von Inhalten, der ist ja nicht unwichtig, weil dann mache ich das gerne und regelmäßig und dann fühle ich mich auch nicht so gezwungen. Der Weg dahin, da nicken jetzt vielleicht auch Kommunikatoren, die sich mit der internen auseinandersetzen, der ist steinig. Und das meinte ich vorhin mit der Zielgruppe, weil nur weil das im Intranet steht, muss ich das ja jetzt irgendwie noch lange nicht lesen. Was wollen die denn schon wieder von mir? Das ist auch eine Lernkurve, was funktioniert und was funktioniert nicht. Und ich bin permanent in so einer Art Nachrichtenwettbewerb. Und das ist manchmal auch ganz schön frustrierend, weil nur weil ich es da einmal hingeschrieben habe, habe ich jetzt nicht irgendwie die 10.000 Zugriffe und wir haben ja nur 11.000 Mitarbeiter und dann waren halt ein paar gerade im Urlaub. So rosig sind diese Zahlen ja auch nicht. Und das darf man eben in dieser, wie sagt man, es ist ja so ein kommunikatives Ökosystem, das darf man da einfach nicht vergessen.
Jetzt habe ich noch eine letzte Frage. Jetzt hattest du gesagt…
Jetzt bist du auch mal dran.
Jetzt habe ich auch mal. Jetzt hattest du ja gesagt, also für Führungskräfte, das ist ja nichts, was du von Tag eins lernst, richtig zu kommunizieren, vor allem auch intern. Habt ihr bei euch Strukturen geschaffen, Coachings, Workshops oder auch etwas, was du jetzt vielleicht anderen raten könntest, um in diese interne Kommunikation besser reinzukommen und auch als Führungskraft vielleicht ja auch die Sicherheit zu gewinnen, weil vielleicht ist da ja auch selbst Verunsicherung, bevor man irgendwie richtig kommuniziert?
Also der erste Schritt, der zuerst kommt, mein Vater würde jetzt sagen: Dem Sprechenden kann geholfen werden. Ich muss natürlich auch, egal auf welcher Ebene, kleines Team, großes Team, wie auch immer, erstmal einen Bedarf äußern. So, daran scheitert das schon manchmal. Also ich gebe ja auch was zu, dass ich da irgendwie Support oder Unterstützung oder was auch immer brauche. Dadurch, dass wir in einer Group organisiert sind, gibt es da einige Angebote und die Möglichkeit, das zu äußern, dass man Support braucht. Und das hilft. Ich glaube aber, wenn Führungskräfte oder auch Teamleader, you name it, für mich ist das ein ganz, ganz großer Begriff, da Bedarf verspüren und das Gefühl haben, ich habe diesen Support nicht oder ich sehe das irgendwie nicht und dann sozusagen danach fragen, dann gibt es unterschiedlichste Ansätze. Die Frage ist, wo spüren sie denn eigentlich den Bedarf? Ist gerade so wahnsinnig viel Konflikt? Sind es eigentlich immer die gleichen Themen, die da aufpoppen? Ist es irgendwie total divers? Bin ich da gerade in diesem Gender-Thema? Ich glaube, dass ich auch immer spüre, dass die aufgrund von ganz anderen Dingen verunsichert sind. Das ist dann wieder die Diversität der Themen.
Bei uns ist es so, wir sind da, glaube ich, ganz gut aufgestellt. Da gibt es unterschiedliche Angebote. Man muss sie halt wahrnehmen, weil das läuft ja nicht in mein Büro rein oder poppt von alleine auf dem Bildschirm auf. Das ist dann auch Push und Pull. Also beide Seiten müssen da auch irgendwie agieren. Also das ist keine zurücklehnende Situation, wo ich sage: Ach, dann gucke ich mir nochmal zwei Videos an und dann bin ich irgendwie schlauer, glaube ich. Vielleicht sagt jemand aber, Chris, ich sehe das irgendwie ganz anders. Das wäre ein spannender Diskurs, das mal zusammen zu besprechen. Ich lasse mich da auch gerne eines Besseren überzeugen. Aber ich glaube, das ist ein Weg.
Ich finde gut, dass du sagst, man ist nicht von Tag eins Führungskraft. Wahnsinnig viel Glück. Ich glaube, dass es eine Entwicklung ist. Man muss da auch lernen. Man ist vieles. Man hat irgendwie die Kommunikation auch weiter nach oben. Man ist selber angestellt, man hat selber eine Berichtslinie, den Chef, die Chefin, wie es so salopp heißt. Man hat das Team, man hat die einzelne Person. Man muss teilweise auch sehr unangenehme Entscheidungen treffen, weil man sich vielleicht auch irgendwie voneinander mal trennt oder was auch immer. Und das macht was mit allem. Also das ist auch nicht nur schön. Also Titel und Geld ist sicherlich nice, aber das muss ja auch als Person und inhaltlich in allen Facetten ausgefüllt werden. Und sich da begleiten zu lassen, ist, glaube ich, ein sehr, sehr guter Weg der eigenen Reflexion. Nennen wir es jetzt mal Coaching oder gewisse Support-Angebote zu nutzen, weil es einem selber hilft.
Und jetzt werde ich vielleicht ein bisschen sehr esoterisch. Ich habe heute Morgen auch die Teeblätter in meiner Teetasse gelesen. Das macht was mit allem. Und wenn man selber mit sich da auch okay ist, im Reinen ist, dann bin ich auch eine glaubwürdige Führungskraft. Und dann halte ich auch mit meinen Kollegen, Mitarbeitenden, wie auch immer das dann immer genannt werden soll, einiges aus, weil das dann auch ein Umfeld schafft, wo halt auch unangenehme Dinge angesprochen werden können. Und ich glaube, dass das ein Kreislauf ist. Und darum muss man sich kümmern. Das kommt nicht von alleine. Das ist, finde ich, eine Pflichtdisziplin von Führungskräften. Das sehen, glaube ich, nicht alle so. Aber ich weiß, dass das nicht alle so sehen. Und mit Kollegen, ehemaligen Kollegen oder auch mit Kunden oder so, führe ich gerne diese Diskussion, weil das nicht bei allen so ist, dass sie sagen: Ja, ja, Chris, Haken hinter, auf jeden Fall, auf jeden Fall. Das stimmt nicht. Also manche sehen das nicht so. Da wird dann gestöhnt: Schon wieder die Mitarbeitergespräche. Das ist ein Instrument. Und das gehört auch zum Teil zur internen Kommunikation, wenn man sie ganzheitlich betrachtet.
Jemand kann jetzt auch sagen: Chris, ey, du hast da jegliche Grenzen gesprengt. Das mag sein. Ich glaube aber, je mehr professionelle Gewerke zusammenarbeiten und sich supporten und das eben nicht so siloartig betrachten, je erfolgreicher, und damit verbinde ich jetzt auch einfach Spaß und was Positives, je erfolgreicher kann das zusammen werden.
Zusammengefasst. Wir könnten da, glaube ich, auch noch ewig drüber reden, weil wir hätten da zum Beispiel den Punkt Krisengespräche und so weiter, auf den du vorhin schon gekommen bist. Man merkt aber jetzt so knapp 35 Minuten später in diesem Podcast, wie unglaublich komplex interne Kommunikation ist, dass wir noch nicht mal bei diesem Thema sind. Und ich kann mir vorstellen, dieses Thema ist nochmal was sehr Spannendes, vom einfachen Konflikt bis zu einem längeren Konflikt bis hin zu einem Offboarding, vielleicht im Guten oder im Schlechten und so weiter. Da gibt es auch viele Themen. Da würden wir unglaublich gerne mit dir beim nächsten Mal weitermachen, weil ich glaube, das füllt nochmal eine ganze Folge. Wir sind an der Stelle am Ende. Aber, und das ist der Ausblick, bitte dauert das nicht drei Jahre, aber der Ausblick auf in drei Jahren, wenn du dir überlegst, die interne Kommunikation von den Themen, und wir sitzen wieder hier. Wir werden vorher nochmal da sitzen. Aber wenn wir in drei Jahren da sitzen, was würdest du dir wünschen, was wir dich fragen?
Ich würde sagen: Der Fisch stinkt vom Kopf. Und wenn man das positiv umdreht, wenn ihr mich fragt, ist es in deiner Wahrnehmung besser geworden, würde ich wahnsinnig gerne mit Ja antworten. Dass es professioneller ist, dass es budgetär besser ausgestattet ist, dass es eine Sichtbarkeit hat, dass es eine Wichtigkeit bekommen hat und dass das Ergebnis ist, dass viele Leute einfach vielleicht ein bisschen glücklicher sind, dass es mit dem Recruitment ein bisschen besser klappt, dass es mit dem Employer Branding besser klappt. Und dass man auch schöne Sachen… wir haben ja jetzt auch immer so ein bisschen in die Konflikte so leicht reingefragt, aber dass Mitarbeiter auch wissen: Hey, wir haben da eine Kampagne, wir haben da eine neue Strategie und dass auch diese Begeisterung dadurch gestärkt werden kann. Nicht nur durch die eigentliche Arbeit, sondern dass interne Kommunikation halt auch das Miteinander prägt.
Und wir arbeiten alle viel, wir verbringen viel Zeit miteinander. Und wenn das positiv gestaltet ist und da auch der Spaßfaktor und das Gemeinschaftsgefühl und einfach das Gute da drin gepusht wird, kann man halt, du hast es gerade angesprochen, auch mit Krisen besser umgehen. Und dass wir gemeinsam da so ein bisschen resilienter werden, das wäre wahnsinnig gerne mein Wunschfazit in drei Jahren. Und ich glaube, wir können alle ein bisschen was dafür tun, weil es ist ein Angebot und Nachfrage, dass das vielleicht passiert. Und ich glaube, das ist ein magisches Wort, Push und Pull, das sind zwei Wörter für interne Kommunikation, weil es ist nicht nur einseitig, es muss immer zweiseitig sein.
Das ist das, was ich heute mitnehme, dass eine Mitarbeiterin, ein Mitarbeiter selber sich auch gewisse Informationen holen muss, aber sie auch weitergeben muss an andere, auch nach oben sowie nach unten. Ich glaube, das ist einfach diese Interaktion einer Kommunikation, die unglaublich wichtig ist. Und ich würde mir auch wünschen, dass wir sowas schaffen, also dass da so eine Entwicklung ist. Ich habe rausgehört, dass du schon sehr positiv denkst, dass wir in diese Richtung auch kommen.
Ja, optimaler Zustand. Und deshalb möchte ich auch, also ich ermutige auch immer Kunden, wenn sie in der Rolle der Kommunikatoren sind, weiterzumachen. Und du hast es eben auch nochmal angesprochen, alle, die in Organisationen arbeiten, es lohnt sich mitzumachen, Feedback zu geben, vielleicht auch konstruktives Feedback, was besser gemacht werden kann, Impulse zu geben.
Also auch abhängig von Feedback ist, ja.
Und da muss man auch immer ein bisschen den Weg finden, wie man das irgendwie äußert. Aber ja, es hat mit beiden Seiten zu tun. Und ich finde das so ein schönes Fazit, weil das bedeutet, dass sich da niemand rausziehen kann. Weil in einem Gespräch, in einem normalen Gespräch, sagt ja auch nicht der eine nur was und der andere sagt gar nichts, weil dann ist es ein Monolog, wo einer zuhört. Und das ist, glaube ich, die wahre Formel, die da so ein bisschen dahinter steckt. Schönes Fazit. Da ist nichts mehr hinzuzufügen. Dann sage ich auch von meiner Seite nochmal vielen, vielen Dank. Danke auch an draußen fürs Zuhören. Und wenn euch das Ganze gefällt, was wir hier machen, bewertet uns gerne, streamt uns gerne weiter auf dem Kanal eurer Wahl. Schlagt uns auch gerne neue Gäste vor, bewerbt euch selbst, wenn ihr Lust habt, bei uns mit dabei zu sein. Und dann hören wir uns in zwei Wochen das nächste Mal bei Agency Life Deutschland. Vielen Dank für die Einblicke.
Dankeschön. Ciao, Chris.
Ciao, ciao. Bis bald. Tschüss. Tschüss.