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Beruf, Familie und die Kunst des Priorisierens: Carena Barkow als “Effizienzmaschine” Mutter und Geschäftsführerin

In der aktuellen Folge spricht Carena Barkow, Geschäftsführerin von Clue One, mit uns über die Herausforderungen und Strategien, Elternschaft und Geschäftsführung zu vereinen. Wie klare Strukturen, Priorisierung und Effizienzmodelle den Alltag erleichtern, beruflichen Erfolg fördern und dabei moderne Work-Life-Balance ermöglichen, hört ihr in unserem Staffelfinale!

Drei Wochen früher als geplant in die Elternzeit und nach sechs Monaten Vollzeit zurück. Und das als Partnerin vom Hamburger Powerhouse Clue One. Im heutigen Staffelabschluss von Agency Life Staffel 4 sprechen wir mit Carena Barkow, die genau das erlebt und gemeistert hat. Wir sprechen über Herausforderungen, aber vor allem auch Erfahrungen, Lösungsansätze und Chancen, die sich im Spannungsfeld Elternschaft und Agenturleben ergeben. Viel Spaß beim Zuhören. Bevor wir mit der heutigen Folge starten, möchten wir euch zunächst erklären,

worum es uns und unserem Partner Teamleader in diesem Podcast überhaupt geht. Wir laden in jeder Folge spannende Persönlichkeiten aus der deutschen Agenturszene ein, die mit ihren Erfahrungen und ihrem Wissen andere Agenturen inspirieren und motivieren möchten. Und genau dort setzt Teamleader mit seiner leistungsstarken Agentursoftware an. Diese hilft bereits über 4.000 Agenturen dabei, Timings einzuhalten, Budgets zu kontrollieren, Gewinnmargen zu steigern, Kapazitäten zu planen und vieles mehr. Damit ihr euch voll und ganz

auf eure Kreativität konzentrieren könnt. Von Agenturen für Agenturen. Und los geht's mit unserer

heutigen Folge. Herzlich willkommen zu einer neuen Episode von Agency Life Deutschland. Wir freuen

uns, dass ihr wieder dabei seid und noch mehr freuen wir uns auf unseren heutigen Gast Carena Barkow. Schön, dass du da bist. Carena: Ja, schön, dass ich da sein darf. Hallo. Carena, auch von meiner Seite ein herzliches Willkommen. Magst du dich vielleicht zu Beginn

einfach in zwei, drei Sätzen kurz vorstellen bei unseren Zuhörern und Zuhörerinnen?

Sehr gerne. Ich bin Carena Barkow. Ich bin Inhaberin und Geschäftsführerin der Agentur Clue One. Wir haben einen Sitz in Hamburg und haben einen Standort in Eltville. Und ich bin qua Aktion und Markenstrategin. Und ich habe eine zweijährige Tochter. Darüber werden wir heute ja noch ein bisschen sprechen vielleicht. Cool. Vielen Dank. Wir haben ja aus dem Vorgespräch so ein bisschen schon da über deine Stationen gesprochen und du hast ja auch schon einiges gesehen in der Agenturwelt. Darf ich da vielleicht mal reinfragen,

was dich so initial ins Agenturleben reingebracht hat? Ja, sehr gerne. Ich habe tatsächlich in der Unternehmensberatung angefangen. Das war in den 2000ern noch in Frankreich und wusste, dass die, also das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht in der Unternehmensberatung. Und ich habe vor allen Dingen eine Business Perspektive gleich zu Beginn meiner Karriere mitbekommen, über die ich heute noch sehr dankbar bin. Und habe aber gleichzeitig gemerkt, das ist es noch nicht. Also mir fehlte so ein bisschen das Kreative in der Arbeit.

Und ich bin da in einem Freundeskreis gewesen, der in der Agenturwelt sehr stark vernetzt gewesen ist. Und darüber hatte ich dann die Möglichkeit, eine Strategieplanerin von Publicis kennenzulernen. Und so kam es dann dazu, dass ich ein Trainee gemacht habe bei Publicis direkt auf den Champs Élysées 133, direkt um die Ecke vom Arc de Triomphe und habe mich natürlich gefühlt wie der König der Welt. Fand das total toll. Und so hat es angefangen eigentlich. Also damals, das war ganz schön. Haben alle gesagt, das ist total cool, dass du gerade

jetzt da bist. Es ist der Moment, es verändert sich gerade alles. Die sozialen Medien kamen da gerade so richtig in Fahrt. Facebook war da und so weiter. Und es ist der Moment, um in die Werbung zu kommen, so ungefähr. Und tatsächlich habe ich festgestellt, dass jedes Jahr ein neues Buzzword durchs Dorf getrieben wurde und dass der Begriff Transformation eigentlich am Marketing klebt wie Kaugummi und eigentlich permanent neue Themen da sind, auf die man sich einstellen muss. Die machen, dass sich die Branche irgendwie nochmal gefühlt komplett transformiert. Aktuell ist das Thema KI ein

großes, aber so hat es angefangen. Und dementsprechend ist auch mein Verständnis von Marketing immer in irgendeiner Form auch an die Frage gekoppelt, was macht das jetzt mit der Organisation, mit dem Marketingteam, sei es auf Seite unserer Kunden, was macht das mit meinem Team, wie gehen wir mit neuen Themen um, sodass wir da on track sind und Lösungen entwickeln, die sinnvoll sind und wir nicht einfach Themen hinterherhecheln. Ja, genau. Und ich glaube, das ist ein sehr interessantes Thema,

weil gerade Gott und die Welt davon spricht. Genau, so bin ich damals sozusagen reingekommen. Und du hast gerade schon gesagt, ich habe ein paar Stationen schon hinter mir. Ich war in Frankreich noch bei diversen großen Netzwerken, unter anderem bei DDB. Und bin dann 2013 nach Deutschland zurück gewechselt. Also in Summe war ich zehn Jahre ungefähr in Frankreich. Nee, halt acht Jahre, war ich vor Ort, habe da gelebt wirklich und gearbeitet. Und zehn Jahre war ich mit den Franzosen

zusammen. Bin dann 2013 nach Hamburg zurückgekehrt sozusagen und habe bei Jung von Matt angefangen, war da drei Jahre, habe da sehr viele tolle Erfahrungen gesammelt. Bin dann auch zum Thema Transformation. Was macht eigentlich, wie geht eine Agentur wie Jung von Matt damit um, dass jetzt auch das Thema digital, soziale Medien immer präsenter wird? Und da bin ich drei Jahre später zu Scholz & Friends gewechselt, habe da sehr eng mit Frank-Michael Schmidt zusammengearbeitet, der inzwischen Vorsitzender, Geschäftsführer, ich weiß es gerade gar nicht

genau, von WPP Deutschland geworden ist. Genau, so, da bin ich zuletzt dann Transformation Director gewesen. Da schließt sich der Kreis wieder zu den Anfängen sozusagen. Also genau, das Thema Transformation, das ist irgendwie da. Letztlich habe ich dann auch bei Scholz & Friends den Entschluss gefasst, dass ich mich selbstständig machen möchte, um Strategin sozusagen wirklich auf einer freien Ebene zu sein. Habe mich mit Heiko Willers zusammengeschlossen, meinem jetzigen Geschäftspartner, und seitdem machen wir zusammen

Clue One. Also wir sind sozusagen ein Konglomerat aus Agentur und Beratung, weil wir wichtig finden, gerade weil immer viele neue Themen dazukommen, die muss man bewerten können, die muss man einschätzen können, man muss abwägen, ist das jetzt etwas, was relevant ist für uns oder ist das einfach nur ein Thema, das gerade da ist, was wieder vorbeiziehen wird. Das heißt, die beraterische Komponente, auch was macht das jetzt mit der Organisation strukturell, organisatorisch auf Kundenseite, sind die Ziele, die wir haben, die gesteckt sind, sind die noch relevant, sind die realistisch, sind die

ambitioniert genug, muss man sie weiter detaillieren, runterbrechen und so weiter. Das heißt, diese strategische Komponente, dass die immer mitläuft und sozusagen das, was man im operativen Doing macht und als Agentur umsetzt, dass das regelmäßig hinterfragt wird. Und das ist ein Zusammenspiel, das uns ganz wichtig ist. Also auf der einen Seite haben wir eben das Thema Consulting, auf der anderen Seite das Thema Agentur und machen da die Themen operativ. Bloß die Gefahr ist, dass man, so sagt man es in Frankreich, den Kopf irgendwann so stark im Lenker hat,

dass man nicht mehr nach rechts und links guckt und das ist uns ganz wichtig gewesen, als wir uns damals zusammengeschlossen haben. Inzwischen sind wir drei Inhaber und Geschäftsführer. Erik Fritz ist glücklicherweise noch mit dazu gekommen. Der steht für das Thema IT Consulting und ist eigentlich so das technische Puzzlestück, was uns so ein bisschen gefehlt hat noch, weil irgendwann endet jede Fragestellung im Marketing genau in der Frage, wie machen wir es jetzt genau, wie können wir richtig tracken, was heißt das für die Website und die ganze technische Komponente, die dranhängt, die ist auch ganz relevant in dem Zusammenhang.

Cool. Ich hake mal ganz kurz noch ein, weil du jetzt doch Clue One einfach noch mit reingenommen hast und ich musste gerade selber noch mal ganz kurz nachschauen, weil es ist ja tatsächlich unser zweites Clue One Interview in dem Sinne und da einmal nur der Hinweis, wer da noch tiefer reinhören möchte, das war unsere Episode 11 mit Heiko. Deswegen, das war auch ein sehr schönes Gespräch. In erster Linie haben wir da über Kundenbeziehungen gesprochen. Das soweit nochmal kurz als kleiner Einwurf. Ja, super spannende Einblicke auf jeden Fall. Du hast es ja selber gesagt, da hast du auch einige wesentliche Veränderungen so in der Agenturbranche miterlebt und dich gewissermaßen ja dann auch auf das Thema Transformation spezialisiert. Jetzt gab es ja vor zwei bis drei Jahren eine wesentliche Veränderung in deinem Leben in privater Hinsicht und zwar bist du Mutter geworden, du hast es schon erwähnt und da freuen wir uns heute ganz besonders, mit dir einzutauchen so in das Thema Elternschaft in der Agenturwelt. Da direkt mal die erste Frage an dich. Wie war das denn für dich aus der Rolle mit sehr viel Verantwortung und intensivem Kundenkontakt, dann auf einmal in die Mutterzeit zu gehen?

Tatsächlich war das wie eine Vollbremsung damals, zumal meine Tochter drei Wochen früher zur Welt gekommen ist als eigentlich geplant und ich habe das bis auf die letzte Minute getimt sozusagen und dementsprechend war auch die Übergabe, also wir hatten eine Vertretung für mich gefunden, weil ich sechs Monate in Elternzeit gegangen bin und das war tatsächlich eine Vollbremsung. Plötzlich eine völlig neue Art von Verantwortung, die einem auch keiner so richtig natürlich irgendwie beigebracht hat, wo ganz viel plötzlich intuitiv kommt, wo man mit dem ganzen Know how, das man sich karrieremäßig aufgebaut hat, nirgendwo hinkommt natürlich erstmal. Und genau, also von daher war das, das war plötzlich ein Eintauchen in so eine ganz neue Art von Verantwortung. Raus aus der Zeit, während das natürlich bei uns im Büro mit den Kunden und so weiter, wir sind ja immer mit Highspeed unterwegs, haben hier ein Projekt, da ein Projekt und wollen dann natürlich das immer alles so machen, dass das alles glatt läuft. Und das war dann plötzlich ein, ja wie so ein Kokon eigentlich, in den ich eingetaucht bin. Gleichzeitig, dadurch, dass ich Geschäftsführerin bin, lässt man nicht komplett los. Also insofern bin ich auch so ein bisschen dran geblieben, habe mich immer mal wieder ausgetauscht mit Heiko und Erik, ob der Laden noch steht, wie es so läuft, wie meine Vertretung reingekommen ist. Meine Vertretung, Tanja Contreras, kann ich an der Stelle auch mal erwähnen, hat das damals wirklich super gemacht, hat den Ball gefangen oder alle Bälle auch so spontan, drei Wochen früher als geplant. Es ist so ein Kontrast, wenn man plötzlich Mutter wird und versucht, da so einzutauchen, Dinge auszublenden. Gleichzeitig ist es natürlich ganz anders, als wenn man in den Urlaub fährt. Da hat man natürlich auch erstmal Schwierigkeiten. Die Geburt eines Kindes, da ist plötzlich, das macht die Natur ganz gut, da ist der Fokus komplett gesetzt. Okay und du hast ja dann, also im Vorgespräch hast du ja gesagt, nach sechs Monaten ging es dann im Restart wieder komplett in die Vollzeit, richtig?

Ja, genau. Das ist auch eine ganz glückliche Situation, wir machen es bis heute so. Ich bin diejenige, die Vollzeit arbeitet und er ist, mittlerweile ist meine Tochter in der Kita und er ist derjenige, der sie abholt um 14 Uhr von der Kita und ich bin dann eben abends da. Da bin ich ganz dankbar, dass dieses Modell tatsächlich sehr gut funktioniert, außer einer wird krank. Ja, so heißt es, wenn meine Tochter krank wird, dann ist es natürlich schon schwierig, aber dann ist mein Mann da. Die Situation bricht so ein bisschen zusammen, wenn er krank ist, das haben wir gerade auch und merken, wenn sie in der Kita ist, dann ist das alles geregelt, aber dann ist die Nachmittagsbetreuung nicht gegeben leider. Du hast jetzt so die organisatorische Seite, sage ich jetzt mal, angesprochen, super spannend, auch was ihr da für ein Modell gefunden habt in der Beziehung. Was mich noch interessieren würde, was hat das denn auch emotional vielleicht mit dir gemacht, so dann aus den sechs Monaten intensiver Mutterzeit dann wieder Vollzeit zu arbeiten, Marla nicht mehr den ganzen Tag zu sehen, wie war das für dich und ja, hat sich dadurch auch die Beziehung zu deinem Kind geändert?

Genau, vielleicht magst du uns da auch noch so ein bisschen Einblicke geben. Bei der Arbeit, die ging ganz leicht, einfach weil da der Muskel seit Jahren trainiert war. Was mir schwerer gefallen ist, ist aus dieser, also ich bin ja nicht aus der Mutterrolle wieder rausgegangen, sondern ich habe sie einfach neu definieren müssen, also dieses Nicht Dasein. Und da kann ich für mich sagen, dass ich da auch so ein, alle sprechen ja immer von dem Mutterinstinkt und ich bin großer Verfechter von modernen Modellen, so wie mein Mann und ich das auch machen. Die Natur gibt allerdings schon vor, dass man Mutter ist. Das heißt, ich bin da nachts auch für meine Tochter da gewesen. Kinder wachen ja auch bis zu einem gewissen Alter nachts noch ein paar Mal auf, wollen was trinken. Ich habe auch die Brust noch gegeben in der Anfangsphase. Das hatte ich anders geplant, ehrlicherweise. Ich habe gedacht, ich stille dann ab und wie man sich das dann so überlegt und dann bin ich wieder bei der Arbeit und mein Mann macht das. Und man lässt so diese emotionale Komponente, dass man natürlich auch bei diesem kleinen Wesen sein möchte und am liebsten die ganze Zeit, einfach weil die Natur das auch so vorsieht eigentlich. Und das heißt, ich hatte dann tatsächlich ja gar kein Problem, in die Rolle der Geschäftsführung und auch in die Projekte wieder reinzukommen. Das war total toll. Also wir haben auch echt tolle Kunden, mit denen das viel Spaß macht und die haben sich auch gefreut, dass ich wieder da gewesen bin, dass ich den Ball wieder aufgenommen habe. Von daher war das irgendwie schön, auch zu sehen, dass es auch mal weitergelaufen ist, wenn ich nicht da bin. Ganz klar. Man hat nur eben auch diese andere Perspektive, in die man reinwachsen muss. Also das heißt nicht, dass das nicht geht, gar nicht. Aber es ist einfach eine Frage des Umschaltens auch. Also bei mir ist es so, ich bin im Büro und dann bin ich im Büro und dann schalte ich um und dann bin ich Mutter. Und wenn natürlich mein Mann anruft und es ist irgendwie ein Notfall oder es ist irgendwas mit Marla, dann bin ich sofort natürlich alarmiert. Dann kann mir keiner was anderes behaupten. Aber ich brauche schon diesen Schalter, damit ich es, glaube ich, einfach emotional nicht das eine ins andere trage. Also wenn man mal auch Stress hat bei der Arbeit und vielleicht irgendwie sehr schnell noch Dinge spontan fertigstellen muss und möchte und dadurch in einen Konflikt kommt, das abzuschalten und dann voll und ganz für meine Tochter da zu sein, das klappt eigentlich auch gut. Da machen auch alle im Büro mit. Also ich habe das auch in den Kalender eingetragen. Um 17 Uhr muss ich los, weil Marla um 19 Uhr spätestens schläft und dass wir halt noch so eine ganz kleine Zeitspanne haben miteinander und die gehört dann auch voll und ganz Marla. Da gehe ich dann auch nicht ans Telefon. Und morgens bringe ich sie zur Kita, das ist dann auch eine heilige Zeit. Und das ist etwas, was eigentlich total gut angenommen wird. Im Gegenzug, wenn es sich mal knubbelt, dann ist es auch manchmal so, dass ich morgens um 5 aufstehe oder noch früher, weil das einfach vor der Zeit ist, da habe ich die meiste Ruhe und es ist so, dass sich manchmal einfach die Dinge stapeln und ich dann auch in Ruhe vor den Aufgaben sitzen möchte. Und das ist einfach so. Das ist etwas, das hat sich im Modus komplett verändert. Also anfangs habe ich es so gemacht, ich habe Marla hingelegt, sie ist Gott sei Dank eine sehr gute Durchschläferin immer schon gewesen, und dann habe ich mich abends nochmal hingesetzt und so ein paar Dinge bearbeitet. Und mittlerweile merke ich, das funktioniert ganz gut, wenn ich vor der Zeit meinen Kram erledige und dann steht sie irgendwann auf, dann machen wir Frühstück zusammen, ich bringe sie zur Kita und das, ja, das nennen ja alle immer so flexible Arbeitsmodelle sozusagen und das funktioniert gut. Ich finde auch, ich bin ja gleichzeitig auch Geschäftsführerin und habe auch die Perspektive, die mitläuft, was gilt für mich, was gilt entsprechend auch für Mitarbeiter. Und ich finde es wichtig, dass man zur Verfügung steht, also dass es auch eine Zeit gibt, wo man da ist, wo man Termine machen kann. Aber das ist dann eben eine heilige Zeit. Die anfängt, das finde ich gesund und wichtig.

Ich würde da nochmal einmal ganz kurz jetzt eben auf den Worst Case eingehen, den du vorhin genannt hast, also Person wird krank. Habt ihr dafür auch, beziehungsweise wie geht ihr dann in dem Fall vor?

Ja, ich bin da voll und ganz darauf angewiesen, dass wir das irgendwie hinbekommen. Wir haben Tante Lisa, die kann dann mal einspringen, aber das geht auch nicht permanent und wenn es tatsächlich hart auf hart kommt, dann reist auch meine Mutter aus Nordrhein-Westfalen an. Also das ist dann immer mit so ein bisschen Aufwand verbunden, aber ja, wie gehen wir damit um?

Wir verschieben dann, ich schiebe dann, wenn es nicht anders geht, Termine. Mein Mann, so ist es gerade, versucht dann natürlich auch irgendwie, wenn ein wichtiger Kundentermin ist oder so, dass ich den wahrnehme, wenn der eine Stunde dauert und er dann mit Marla spazieren geht beispielsweise, dass ich dann sozusagen den Raum einmal habe. Da muss man dann kreativ werden, wie man das hinbekommen kann. Also da gibt es nicht das eine Wundermittel, das ich jetzt allen empfehlen kann. Ja, das war wirklich sehr spannend, weil im Vorgespräch, da hast du Mütter als Effizienzmaschinen bezeichnet. Ich glaube, man kann sich vorstellen, was du damit meinst. Kannst du uns da ein paar Einblicke geben? Du hast ja zum Beispiel gesagt, in deinem Kalender steht auch drin, ab 17 Uhr machst du Feierabend, das heißt, die eigene Arbeitszeit ist ja dann auf einmal wirklich sehr limitiert und man muss schauen, dass man in der wenigen Zeit, die man zur Verfügung hat, das Wesentliche schafft. Ja, wie zeigt sich das bei dir so im Arbeitsalltag?

Was hat sich da hinsichtlich Effizienz bei dir verändert?

Also ich habe relativ viel Luft, also ich bin auch meistens vor Ort zwischen 9 und 17 Uhr und manchmal klappt das auch nicht, dann bin ich auch Viertel nach fünf vielleicht los. Aber dann wartet da auch jemand schon sehnsüchtig zu Hause, kann mittlerweile auch die Uhr schon ein bisschen lesen. Genau, die Effizienzmaschine stimmt insofern, als ich dann halt Dinge, also ich habe meine To dos und ich weiß, das will ich jetzt noch schaffen. Und das ist schon eine andere Art von Effizienz. Also früher war auch immer die Möglichkeit zu sagen, naja gut, dann mache ich heute mal eine Nachtschicht, dann setze ich mich hin und dann gibt es halt einfach mal keinen Stopp heute sozusagen. Dann arbeitet man länger, bestellt sich was zu essen, holt sich vielleicht sogar ein Feierabendbier oder ein Nachtschichtbier vielmehr und dann geht es weiter. Und das gibt es einfach gerade nicht mehr, so diese Ausweichmöglichkeit. Also das wäre dann tatsächlich, dann stehe ich halt um 4 Uhr auf und dann bekomme ich das auch hin. Aber da ist einfach der Anreiz, sich noch mal mehr zu organisieren, gegeben. Und die richtigen Effizienzmaschinen sind die Eltern, die tatsächlich um 13 Uhr oder 14 Uhr los müssen, in die Kita losrasen und die sind in der Regel diejenigen, ich habe letzte Woche noch ein Seminar gegeben, da saß die ein oder andere drin sitzen, die haben das auch so ein bisschen gespiegelt, die haben halt wenig Zeit. Also die haben wirklich dann halbtags und müssen da, das ist glaube ich oft leider der Fall, das gleiche wegarbeiten, was man eigentlich in Vollzeit geleistet hat, weil es nicht anders ist, weil man anders umverteilt werden konnte oder weil man dann eben im Thema ist und dran ist. Und ja, da habe ich das Glück sozusagen in Vollzeit zu sein und die Zeit, die normale Zeit sozusagen, ich weiß gar nicht, ob man das in der Agentur sagen kann, weil da sind die Arbeitszeiten ja, also zumindest in meinem Werdegang immer recht flexibel gewesen, nach hinten raus vor allen Dingen, ihr wisst, wovon ich spreche. Genau, deswegen, ja, hat das natürlich irgendwie, es macht Druck, aber gleichzeitig zwingt es einen dazu, sich gut zu organisieren. Und so sollte es ja eigentlich auch sein. Also ich bin totaler Befürworter von einer Kultur, wo man das, was man an Arbeitszeit zur Verfügung hat, auch schafft. Und wenn man es nicht schafft, dann ist das punktuell zu lösen, da kann man dann mal eine Nachtschicht machen, da bin ich auch, das finde ich auch total,

aber es sollte kein Dauerzustand sein. Also insofern ist es eigentlich sogar gesund, mal so eine harte Deadline zu haben und zu wissen, ich gehe jetzt nach Hause und das ist nicht verhandelbar. Angewendet, die vielleicht auch für, sag ich mal, Nicht Eltern spannend sein könnten, weil du hast es gesagt, wir kennen es auch super gut, dieses nach hinten mal rausschieben ist, glaube ich, nicht so selten im Agenturalltag, aber wahrscheinlich würden so diese etwas stärkeren Grenzen allen wahrscheinlich sogar einen Tick besser tun.

Angewendet, die, man spricht immer so von der Work Life Balance und das ist irgendwie so eine Phrase geworden, aber ich finde es schön, wenn Leute was vorhaben. Und das meine ich damit. Wenn ich nur von No Lifern umgeben bin, die nur arbeiten und nichts anderes im Kopf haben, ich glaube, das ist nicht gesund. Das ist nicht schön. Und ich finde es toll, wenn Leute in Urlaub fahren und wenn man Freiräume ermöglicht, wenn irgendwie mal was ist, so, dass man eben sagt, du, das ist kein Problem, das handeln wir jetzt, wir sind ja ein Team und können das aufnehmen. Also von daher ist das, ich finde es einfach schön, wenn die Leute um mich rum auch Interessen haben, vielleicht ein Hobby, segeln gehen, Tennis spielen, was weiß ich, einfach irgendwie gerne ausgehen und da lustige Geschichten erzählen. Ich glaube, es ist schon wichtig, dass man sich da nicht verliert. Ich fand es auf jeden Fall super schön und echt urlaubt, dass du uns so viele persönliche Eindrücke auch gegeben hast. Das war ja mit so die erste Folge, wo wir mal so ein bisschen in die Richtung reingegangen sind, deswegen vielen, vielen Dank, dass du uns da mitgenommen hast und auch einfach teilhaben lassen hast, wie du das Ganze damals eben gelöst, wie du es auch jetzt machst. Ich glaube, sonst ist von unserer Seite erstmal gar nicht mehr viel zu sagen. Natürlich nochmal der Aufruf, dass wir uns immer wieder über Feedback freuen von unseren Zuhörerinnen und Zuhörern,

Empfehlungen, freuen wir uns sehr. Wenn ihr Ideen habt, schreibt uns da sehr gerne und vergesst natürlich nicht, uns irgendwie auf dem Kanal eurer Wahl zu folgen. Aber ansonsten, Carena, nochmal ganz, ganz lieben Dank von unserer Seite. Das war echt ein cooles Gespräch und wir hoffen, du hattest auch Spaß und vielleicht... Absolut, vielen Dank auch von meiner Seite. Und vielleicht bis irgendwann nochmal bei einer zweiten Runde, die wir gemeinsam drehen. Sehr gerne. Ciao Carena, mach's gut. Dir auch, danke euch, tschüss.

Ciao.

Auch auf
Datum 09 Dez. 2024
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