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Website, Netzwerk oder Social Media – welcher Marketingkanal ist der beste?

Die Positionierung steht fest und ihr seid bereit für neue Projekte? Um Kund:innen und Talente auf euch aufmerksam zu machen, braucht es gekonntes Agentur-Marketing. Über welche Kanäle das am besten klappt, darüber haben wir unsere Agency-Life-Teilnehmer: innen gesprochen. Hier erfahrt ihr, welche Rolle die Agentur-Homepage, Social-Media-Posts, Podcasts & Co. spielen

Musik. Welcome back to Agency Life, der Plattform und unserem Podcast für Agenturen. Powered by Teamleader. In unseren ersten beiden Folgen haben wir uns bislang mit den heißen Themen Pitching und der Positionierung von Agenturen beschäftigt. Und heute gehen wir mehr oder weniger einen Schritt weiter: das eigene Marketing. People Management, Netzwerken oder wie auch immer man es nennen mag, hat gerade im Agenturumfeld einen enormen Stellenwert. Und wie bereits in den vergangenen Folgen hat unsere gute Kollegin Annalena die vier Experten ans Mikro eingeladen.

In diesem Sinne viel Spaß bei der Diskussion rund um die weite Welt der Agenturvermarktung. Musik Und wir haben ja mit euch allen schon mal vorher gesprochen und ihr habt euch durch die Bank für eure Webseiten entschuldigt. Wir fangen mal eine Runde an auf einer Skala von 1, „so meh“, und 10, „mega nice“. Wie bewertet ihr eure eigene Website? Dennis?

Minus! X hoch N!

Gut, okay. Chris?

Na, das Glas ist ja immer halb voll. 5. 5. Matthias?

Wenn das Team zuhört, eine 10. Ansonsten würde ich sagen eine 6. Okay, alles klar. Sie tut gerade genau das, was sie soll. Das ist eine 8. Ich wollte gerade fragen, ob wir dich jetzt hier in dieses Zahlenschema reinkriegen oder ob du mir da einfach nicht helfen möchtest. Doch.

Chris, ist es eine Agenturkrankheit, dass alle ihre Website nicht so toll finden?

Ich habe so gehofft, dass du jemand anderen fragst. Ich frage auch jemand anderen. Agenturkrankheit, das ist ja immer so, dass man den Bogen so über alle spannt. Ich glaube, dass ganz viele supertolle Websites haben, wo man ja auch immer gerne mal guckt und sich was abschaut. Jetzt könnte ich ganz strategisch antworten und sagen, wenn man viel zu tun hat, tolle Kunden hat und den ganzen Tag arbeitet, dann kommt die eigene Website zu kurz. Ja, man möchte da natürlich was ganz Tolles entstehen lassen. Man möchte da sehr viel unterkriegen. Ich glaube, so geht es uns.

Also sozusagen die Zeit für sich selber zu opfern, das intern als Projekt zu priorisieren, da dann auch den entsprechenden Drive und das Timing drauf zu bekommen. Und vor allen Dingen auch die, du hast es vorhin auch immer gesagt, die guten Talente und die Leute, die auf den Kunden arbeiten, die braucht man dafür dann ja im Prinzip auch. Und das sind bestimmt Hürden, wo noch sieben andere fehlen, warum man dann vielleicht manchmal ein bisschen hinterherhinkt, beziehungsweise man ist ja auch kritisch mit sich. Also wir sind ja im Dienstleistergeschäft. Wir machen ja hoffentlich alle gute Dinge für unsere Kunden, sind kreativ, arbeiten da strategisch tolle Dinge aus. Und wenn man dann ein Ergebnis sieht, sehen ja auch wir wahrscheinlich an uns allen immer, da geht wahrscheinlich noch das eine oder andere mehr.

Insofern, ich glaube, es gibt eine Tendenz, dass viele sagen, wir hängen da noch mal hinterher oder man hat sich halt über andere Dinge Gedanken gemacht und die Priorisierung hängt hinten dran. Aber es ist nicht so, dass jetzt alle Webseiten von allen Agenturen nicht gut sind. Dann habe ich heute Abend ja ein zerkratztes Auto. Ach, da geht es gar nicht darum, dass sie schlecht sind, sondern darum, dass sie eben sehr schlecht bewertet werden von der Agentur. Und ich glaube, die Antwort ist ja, ist aber okay, weil macht und bringt auch einfach unsere Arbeit mit sich. Ja, weil ich finde, Selbstkritik ist ja auch ganz gesund, wenn man es nicht übertreibt. Und wir hatten vor wenigen Wochen, obwohl wir gerade dabei sind, tatsächlich unsere Website gerade neu aufzusetzen, neu zu launchen et cetera,

trotzdem einen Anruf nach dem Motto, wir haben da einen Case gefunden, der ist toll, und ohne Pitch sind wir jetzt an einen neuen Kunden gekommen. Kann ja nicht ganz so schlecht sein. Also es geht auch mit einer 5. Möchte da auch niemandem zu nahe treten, das hat ja immer was mit Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zu tun. Ja. Heiko, wir gucken mal bei euch bei Clue One. Wenn ihr eure Kanäle durchgeht, wenn du guckst, welche Kunden rufen an, welche Kunden kommen rein, über welche Kanäle kommen die?

Das hängt jetzt ein bisschen mit der Antwort aus der vorherigen Episode zusammen, wie machen wir eigentlich gerade unseren Vertrieb? Und da sind wir ja sehr zurückhaltend. Insofern haben wir einen sehr guten Kanal. Den können wir nämlich gemeinsam mit einem Partner Schulungen und Workshops geben. Und da lernen wir Menschen kennen aus Unternehmen, die im Endeffekt mit uns gemeinsam dort neue Dinge lernen, Lösungen erarbeiten und so weiter. Also tatsächlich das persönliche Miteinander ist so der beste Kanal. Und das Schöne ist, die Bewerbung für diesen Kanal, die machen wir auch mit unserem Partner dort zusammen. Die eigenen Social Media Kanäle und so weiter sind im Moment tatsächlich für uns kein wirklich relevanter Kanal.

Also für Talents ist das relevant, aber zur Neukundenakquise ist das im Moment tatsächlich bewusst kein Kanal, den wir gerade irgendwie groß bespielen. Aber Menschen schon mal kennenlernen über Schulungen, über Wissen vermitteln am Ende. Korrekt, korrekt. Also das ist in unserem Geschäft tatsächlich das A und O, weil du da die Möglichkeit hast, wirklich erst mal zu verstehen, wer sitzt da eigentlich vor dir, also welcher potenzielle Kunde. Weil auch da ist immer die Frage, passt der überhaupt zu uns und passt der nicht und hat der eigentlich ein Problem, was wir lösen können?

Und andersrum natürlich genau das Gleiche. Also der Kunde muss sich ja auch fragen, sind das Leute, mit denen muss ich demnächst vielleicht zusammen in einem Meetingraum sein oder in einem virtuellen Raum? Insofern ist das tatsächlich für uns mit Abstand gerade der beste Kanal. Matthäus, du hast in Episode 2 schon viel über euer Thema Wissen vermitteln erzählt. Ihr macht das ja sehr stark auch zur Positionierung und zum Branding und ihr habt verschiedenste Kanäle, Webinare, Podcasts, du bist auf Bühnen, du hast irgendwie ein sehr aktives LinkedIn. Was sind die Kanäle, über die bei euch Kunden kommen?

Ich würde sagen, idealerweise nicht über eine Google Suche, obwohl wir eine Search Agentur sind, weil dann die Anfrage nicht so vorqualifiziert ist, wie wenn es zum Beispiel über eine Podcast Folge kommt, über ein Webinar, über, wir machen viel mit OMR zusammen, die ganzen Reports, die wir mit denen geschrieben haben, wo wir sagen, wir investieren extrem viel Zeit, um gute Content Stücke zu produzieren. Mhm. Idealerweise hat ein potenzieller Kunde mehrere Content Stücke von uns konsumiert. Das kann eben sein, er hat eine Podcast Folge gehört, vielleicht einen Vortrag gehört, eine Fachpublikation gelesen oder er ist über LinkedIn auf uns gestoßen. Und wir haben jetzt gesehen, von allen Social Media Kanälen hinweg, Facebook ist irgendwie komplett tot, so im B2B Bereich. Auch selbst im Privaten nutze ich eigentlich Facebook nicht mehr, ich weiß nicht, wie das bei euch ist.

Früher war es anders, als ich damals in der Agenturwelt angefangen hatte, da gab es halt eigentlich nur Xing und LinkedIn gab es gar nicht in Deutschland. Mittlerweile ist sehr, sehr viel Fokus im B2B Bereich auf LinkedIn bei uns, wo wir zum einen das Gründerteam aktiv mit einem Redaktionsplan bestücken. Wir schreiben sehr viel über unser Company Profil und die anderen Social Media Kanäle werden einfach nur mit bespielt, sei es Twitter, sei es Instagram oder Facebook. Und wir haben aber trotzdem noch mal gesehen, es gibt verschiedene Zielgruppen. Also wir nutzen natürlich Instagram sehr stark, um die Kultur in der Agentur zu vermitteln. Für neue Talente, also noch stärker als Employer Branding.

Und LinkedIn sehr stark halt eben zur Wissensvermittlung, weil natürlich, wenn wir sagen oder uns positionieren als eine sehr gute Agentur, kriegen wir zum einen natürlich spannende Anfragen. Auf der anderen Seite kriegen wir auch hoffentlich spannende Talente, die sich bei uns bewerben, weil die sagen, hey, da habe ich schon häufiger mal was von gehört und gelesen. Die scheinen es draufzuhaben, da würde ich gerne arbeiten. Und das ist für uns extrem wichtig, einfach das komplette Agenturmarketing einmal aus Markensicht als Agentur zu sehen, aber auch ganz klar aus Employer Branding Sicht. Ja, wenn ich so in die ganze Runde gucke, wie wichtig ist dann das Thema eigenes Netzwerk, Networking, Netzwerk aufbauen?

Ist das irgendwie kundenrelevant für euch?

Total. Großes Nicken. Wo baut ihr euer Netzwerk auf, Dennis? Oder du deins?

Ja, mit allem, was rund um die Agentur passiert. Also wir haben ein Netzwerk, wenn wir für Keynotes unterwegs sind. Mhm. Wir haben ein Netzwerk als Kolumnisten. Also wir schreiben zum Beispiel alle noch viel, nicht nur für Blogs, sondern auch tatsächlich für große, reichweitenstarke Zeitungen noch. Also wir sind in solchen Medien absolut präsent.

Dann über die Art und Weise, wie wir mit Talentförderung umgehen. Wir sind an den Unis ultra präsent. Und das ist, glaube ich, so unser Netzwerk Tool. Nicht nur Events und Kübeli und ein Gläschen Prosecco, sondern wir sind wirklich überall dort, wo wir was auch bewirken können. Mhm. Chris, ist Netzwerk für dich relevant?

Auf jeden Fall relevant. Am Ende muss man das ja auch immer ein bisschen abwägen, wie stark ist es denn auf eine Person bezogen und wie sehr hat es auch mit einer Agentur zu tun. Das hatten wir ja auch schon mal, das Thema. Was man bei den Freunden des Hauses aber sehr merkt, ist über den Kontakt zu einer Person, also das heißt, der Kunde ist zufrieden, man wird weiterempfohlen. Oder der Kunde ist mit seinem Gewerk sozusagen auch in einem Netzwerk.

Das heißt, da wird man dann auch noch mal eingeladen, das Telefon klingelt, wollt ihr nicht mitmachen?

Wie gesagt, dann gehören wir ja auch noch zu einem Netzwerk. Die Hirschen sind ja jetzt auch nicht ganz so klein. Da spricht man ja auch noch mal darüber, tauscht sich aus, wie ist da die New Business Lage. Manchmal kann man auch einen Kunden aus bestimmten Wettbewerbsgründen nicht machen, weil sich nicht immer die Banken CEOs unterhalten und sagen, jetzt lassen wir die doch mal eine Doppelbetreuung eingehen. Und insofern, ja, People’s Business. Wir legen jetzt auch ein bisschen nach, was das Thema LinkedIn angeht.

Hat ja auch was mit dem Thema Kreativ- und Kommunikationsagentur zu tun. Also man darf ja auch den ganzen Doppeleffekt nicht vergessen. Aber es ist jetzt nicht so, dass jemand jetzt schon geschrieben hat, oh, ich habe gesehen, tolle Work Postings bei euch, jetzt möchte ich unbedingt bei euch arbeiten. Ich würde mal sagen, damit kann man ja auch anfangen und den Fokus da immer mehr hinlenken. Agenturen müssen öfter miteinander reden und nicht nur über die schönen Dinge. Genau mit diesem Ziel hat das Agency Life Team die letzten Wochen und Monate damit verbracht, all das auf Papier zu bringen, worüber sonst viel zu selten gesprochen wird.

Dabei herausgekommen ist das erste Agency Life Magazin. Sozusagen ein Liebesbrief in Magazinform, das das Leben einer Agentur in 135 Seiten widerspiegelt. Dynamisch, vielseitig und leicht chaotisch. Darin verbinden wir Agenturen, klopfen ihnen auf die Schulter und liefern Zahlen. Haben wir dein Interesse geweckt?

Bestell dir jetzt dein kostenloses Magazin. Den Link dazu findest du in den Show Notes. Hier ist es wirklich so: Empfehlung, kennen, das berühmte Telefon im Netzwerk sein und sich sozusagen darüber etablieren und verankern. Was ich auch ganz spannend finde, ist im Grunde das eigene Netzwerk, auch von alten Kollegen und Kolleginnen. Ja, so ein Alumni Prinzip eigentlich. Genau, wenn ich mir überlege, in der Agentur, wo ich zuvor gearbeitet habe, extrem viele Praktikanten damals, damals hat man noch mehr mit Praktikanten gearbeitet, weil es gab da keine Mindestlöhne und Co.

Das war nicht meine Agentur, aber so ist es ja letztendlich auch groß geworden. Auch viele einfach als Trittbrett genommen, weil sie gesagt haben: Hey, wenn ich da ein Praktikum mache, kriege ich halt überall die Türen geöffnet. Und viele von den damaligen Praktikanten sind jetzt in leitenden Stellen und wenn man damals schon irgendwie einen guten Draht zu den Personen hatte, dann rufen sie eben einen an. Oder, was ich auch häufig sehe, so alle zwei bis fünf Jahre wird der Arbeitgeber gewechselt und dann bleibst du häufig bei dem Unternehmen, wo du dich behauptet hast, dann wechselt der Ansprechpartner und der nimmt dich dann zum nächsten Unternehmen. Deswegen finde ich eigentlich das persönliche Netzwerk super wichtig.

Und was ich auch seit, ich glaube, zehn Jahren immer wieder mache, ist wirklich jede Telefonnummer abzuspeichern im Telefonbuch. Ruft dich irgendwie drei Jahre später jemand an und dann kannst du mit dem Namen drangehen und die sind meistens dann total überrascht, dass du dich noch an den Namen erinnern kannst oder weißt, wer da eigentlich anruft. Weil meistens ja der meiste Teil die Nummer gar nicht abspeichert. Wenn ich die Nummer abspeichere und da ruft jemand an, dann kann ich die Person direkt begrüßen und weiß halt, wer anruft und kann mich auch mental schon mal darauf vorbereiten, ob ich jetzt drangehe oder nicht. Und deswegen, ich glaube, das eigene Telefonbuch ist halt super, super wertvoll und würde ich jedem empfehlen, das konsequent zu pflegen. Ist einer von euch auf der OMR oder ihr alle? Trefft ihr euch da alle noch mal?

Du meinst so Klassentreffen mäßig?

Ja, also ich glaube, dass wir gerade vielleicht alle so ein bisschen zögerlich sind, weil man das, glaube ich, erst mal wieder üben muss, auf solche Veranstaltungen zu gehen. Also grundsätzlich habe ich das immer sehr gut gefunden, wenn es bestimmte, nicht nur die OMR, sondern grundsätzliche Treffen gegeben hat, wo man wusste: Hey, da kann ich auch einfach mal ohne Agenda hingehen und treffe mindestens zwei Personen, wo ich sagen kann: Mensch, wie geht’s dir?

Und die dreht sich sofort wieder um und erinnert sich an einen. Das ist schon ganz schön, aber das hat ja jetzt durch Pandemie und Co. extrem nachgelassen. Ich kann das gerade gar nicht so sagen. Ich zögere noch so ein bisschen, ob ich mir ein Ticket kaufe. Aber es ist natürlich Thema, ob man wieder hingeht, ja oder nein. Ich möchte gerne Messen als Kanal mit euch angucken, weil es gibt ja so ein paar große Marketingmessen, wo man weiß: Eigentlich sind die Leute da. Hat irgendeiner von euch Stände auf Messen?

Nein. Ihr macht das?

Ja. Wie wichtig ist das?

Keine Ahnung. Okay, cool. Braucht Beratung. Ja, nee, wir messen es nicht. Wir messen es nicht. Wir sagen einfach: Es ist halt einfach da sein. Einfach da sein. Meistens ist es wie ein Klassentreffen, wie du schon sagtest. Die Leute kommen vorbei ohne großartige Agenda. Die kommen einfach vorbei und sagen: Hey, lange nicht mehr gesehen.

Und ich glaube, jetzt nach den zwei, drei Jahren, drei Jahre? Corona? Drei?

Zwei. Ich blick nicht mehr durch. Auf jeden Fall sehr, sehr lange. Du bist im Jahr 2022 wieder ausgestiegen. Genau, ich weiß. 2019 waren wir das letzte Mal auf der OMR. Dann ist sie zweimal ins Wasser gefallen. Jetzt ist sie wieder da und wir sind vor Ort. Aber mit einem anderen Fokus. Wir haben auch gesagt: Keine neuen Kundentermine, brauchen wir nicht. Wir wollen Talente. Das heißt, wir gehen halt komplett auf HR.

Mhm. Und da machen wir eben alles mit, was mitzunehmen ist. Wir machen eine Masterclass, wir machen Guided Tours, wir machen Experten Talks und so weiter, weil es für uns halt wieder eine Möglichkeit ist, mit Personen zu interagieren. Sei es jetzt, um Bestandskunden zu treffen, neue Kunden zu treffen, neue Talente zu finden. Aber ich würde halt sagen, das ist jetzt kein Fokus auf Vertrieb, weil wenn uns jemand braucht, dann wissen sie, wo sie zu suchen haben und deswegen ist für uns Vertrieb gar nicht so wichtig. Das heißt, ich glaube, wenn ich jetzt mit dem Sales Team sprechen würde und sagen würde, wir geben da irgendwie eine fünfstellige Summe aus und wir messen es nicht, die würden alle durchdrehen. Aber für uns ist es halt Marketing. Wir zahlen halt in die Marke ein oder auf die Marke ein. Und genau, irgendwann fangen die Leute dann eben nach Claneo anzusuchen und nicht nach irgendwie Search Agentur. Ja. Und wie wichtig sind so Messe, Partys? Also da außenrum ist ja immer richtig, richtig viel los. Wie viel bringt es, Chris, wenn man mal miteinander betrunken gewesen ist?

Wie miteinander betrunken gewesen?

Ja, puh. Ja, wenn ich mit jemandem betrunken gewesen bin, der mir unsympathisch ist, dann möchte ich den nicht wieder treffen. Betrinkst du dich mit Leuten, die du unsympathisch findest? Würde ich nie machen. Also da trennt sich ja auch so ein bisschen die Spreu vom Weizen. Also ich kann mich noch an die kleine OMR Party erinnern, wo man das Gefühl hatte, da kannte man noch ein paar. Jetzt würde man da hingehen und sich fragen, so huch. Außerdem bin ich gefühlt jetzt auch mittlerweile doppelt so alt wie der Rest. Das kommt ja auch noch hinzu. Ja, also klar, feiern kann verbinden. Ich habe vorher schon eine Verbindung oder man war sich sympathisch oder man hat ein Thema. Nur weil man mal dreimal mit einem Glas, was weiß ich, Crémant, Gin Tonic, was trinkt man denn so, angestoßen hat, ist das jetzt nicht unbedingt der Door Opener. Und ich habe ja mal gehört, Alkohol, da verschwimmt ja auch das eine oder andere. Wer weiß, woran man sich dann noch morgens erinnert. Ich würde mal sagen, wenn man vorher eine gute Zeit hat und dann trinkt man ein Gläschen miteinander, das wäre so meine Formel.

Also stärkt die Verbindung eher?

Ja, weil dann ist man ja auch mal ein bisschen entspannter. Ja, weil meine Kunden sind ja auch nur Menschen. Da gibt es ja auch ein paar Nette drunter. Und ich freue mich ja auch ganz oft, auch vor allen Dingen ehemalige Kunden zu treffen, wo sich vielleicht auch was Freundschaftliches entwickelt hat oder so. Das ist ja total toll. Aber ja, das Ziel, mich mit jemandem zu betrinken, damit es dann ein positives Ende nimmt, hat bei mir, also ich habe es noch nie ausprobiert, aber wäre nicht meine Strategie. Ja. Du lachst. Ich lache jeden Tag.

Aber es ist eigentlich total geil. Wir nehmen uns mit der Agentur vor: Komm, wir gehen alle dorthin. Wir besaufen uns alle maßlos und jeder muss eine Business Card mit zurückbringen. Genau. Und sich erinnern, wer es war. Ich glaube, so funktioniert die Wiesn übrigens vollständig mittlerweile. Wir gehen mal weg vom Alkohol, zurück zu etwas Jugendfreiem. Du hast es in Episode 1 relativ stark gesagt, die Kunden rufen euch an. Das heißt, das Telefon ist ein wichtiger Kanal. Natürlich hängt da ein Netzwerk davor und so weiter. Wer geht denn ans Telefon?

Ja gut, das ist dann organisiert, wer ans Telefon geht. Deshalb frage ich. Es gibt da zwei Wege. Der eine Weg ist, man geht den offiziellen Weg über die Agentur, dann landet es bei einem New Business Projektleiter oder es geht den Weg über den persönlichen Kontakt und dann landet es wahrscheinlich dann direkt entweder bei mir oder bei Raphael oder bei Mitarbeiter oder Mitarbeiterin XY. Also so geht es dann. Die zwei Einflugschneisen hat es dann. Und hängt hinter diesem New Business Projektleiter ein Prozess, also wo der potenzielle Kunde dann durchgepasst wird?

Ja, klares Jein. Nee. Also das Nee ist, es gibt in dem Sinne keinen vordefinierten Prozess. Er kommt rein, man macht einen Workshop oder was auch immer. Das auf gar keinen Fall. Aber ja, wir haben dann den Weg, dass wir sofort darauf abzielen möchten, um was geht es, was ist das Problem, wie können wir helfen oder können wir nicht helfen. Also das ist ja dann Schritt 1. Aber das ist keine Magic oder irgendwas. Wir müssen schnell wissen, um was es geht und dann können wir antworten, wir sind es, wir sind es nicht. Okay, aber gibt es einen strukturierten Weg?

Oder gibt es einen Leitfaden, der irgendwie abgesprochen werden muss? Oder können Leute das einfach?

Die können das. Die, die bei uns sind. Ehrlich gesagt ist das auch, glaube ich, noch so ein bisschen unserer kleinen Jugendlichkeit als Agentur geschuldet. Wir haben das noch nicht im Prozess perfekt ausgearbeitet, wie das alles abzulaufen hat, weil bisher hangeln wir uns einfach irgendwie vom Projekt zum Projekt und haben da noch kein perfektes System dahinter. Bei uns läuft das ehrlicherweise einfach so. Aber wenn du sagst, noch keins, bräuchte man denn eins, wenn es irgendwie funktioniert?

Ach gut. Oder ist das nur so ein Gefühl, dass man irgendwie denkt, vielleicht müssten wir das mal so prozessual strukturieren und macht es irgendwie eh nie?

Jetzt gäbe es wahrscheinlich Leute, die was anderes sagen würden. Ich finde ja zu viele Systeme und zu viele Prozesse und zu viel Struktur, finde ich schwer. Da habe ich irgendwie manchmal auch gar keinen Bock drauf, dass das alles voll strukturiert ist. Schritt 1, arbeite doch mal Schritt 2 ab und dann machen wir Schritt 3. Macht es aus dem Bauch heraus und macht es mit einer Freundlichkeit und dann kann auch mal ein Fehler passieren. Wenn man Schritt 3 vor Schritt 2 gemacht hat, dann ist alles gut. Also wir gehen da eher mit einem charmanten Chaos in die Sache rein und gucken, dass es dann funktioniert. Du hast es gerade nicht mitgekriegt, aber es ist voll geil. Heiko hat so ganz irritiert und kritisch die Stirn gerunzelt und Matthäus hat sehr lachend genickt. Also ich finde, natürlich.

Du kennst jetzt nicht jeden Prozess. Also wenn du alles aufschreibst, dann verbringst du viel Zeit mit Aufschreiben und wenig mit Tun. Aber ich finde, gerade diese Branche, diese Kommunikationsbranche, die hat ja eine Riesenherausforderung, nämlich die Wahrnehmung, dass das alles immer weniger wert ist. Das ist ja das, was da draußen gerade passiert. Weil Marketing und Vertriebsentscheider stehen davor und sagen, ich muss Dinge verkaufen, ich muss mich auf neue Märkte einstellen und so weiter. Ich brauche noch ein bisschen Kreation, noch ein bisschen SEO. Das kann mir jeder Dödel machen. Ehrlich. Und ich glaube, A, ist das falsch, weil gute Kreation ist nicht einfach herzustellen und da brauchst du gute Leute für und gutes SEO sowieso und so weiter. Das sind alles wichtige Dinge, die wir tun. Und gleichzeitig rege ich mich wirklich immer darüber auf, wenn ich beim Kunden merke, Prozesse machen die anderen, im Marketing brauchen wir sowas nicht.

Und dann stehst du davor und stellst fest: Seid ihr beknackt. Weil ihr habt immer, ach, wir haben eine neue Produktneueinführung, wie machen wir die denn nochmal?

Wie viel macht ihr denn davon im Jahr? 20 Stück? Weil dann passiert nämlich Folgendes, dann ist wieder alles personenabhängig. Dann hängst du dran, hat die Person gerade einen guten Tag oder hat sie einen schlechten Tag oder ich weiß nicht was. Und die Wahrheit ist doch, das ist einer der Gründe, warum die Wahrnehmung unserer Branche so ist, es ist halt irgendwie so ein bisschen Gedöns. Uns fehlt da so ein bisschen die Professionalität. Da fehlt doch die Professionalität, dass da jemand anruft und natürlich nicht in so ein gefühltes perfektes Callcenter,

geht zehn Fragen mit dir durch und am Ende hast du irgendwie ein Abo am Haken, also das Geschäft kennen wir ja noch, sondern tatsächlich aber einen strukturierten Prozess, wo du weißt, pass mal auf, ich muss vier, fünf Fragen stellen, damit ich weiß, wo das hingeht. Du musst das Geschäft personenunabhängiger machen. Und ich bin auch ganz ehrlich, im Moment sitzen wir hier alle gerade und sagen,

ja, geht ja auch ohne. Also ich meine, wir haben uns darüber unterhalten, den Vertriebsdruck hat ja gerade keiner. Wir haben ja eher das Thema, dass wir Talente brauchen. Jetzt warten wir drei, vier Jahre ab. Und ich wette, dann werden wir hier sitzen und sagen, scheiße,

wir haben sowas grob, aber hoffentlich auch ihr und vor allen Dingen aber auch die Kunden, wir müssen das stärker strukturieren und wir müssen überlegen, wie wir das Ganze machen. Und jetzt kommt das Zweite. Wir haben jetzt Technologiedruck. Also Quantencomputer, wir reden über Distributed Ledger Technology und so weiter. Da kommt so ein Druck auf das ganze Ding, dass irgendwann Firmen entstehen,

die das alles eh komplett automatisieren, also völlig. Und wenn du dann davorstehst und dich nie mit deinen Prozessen und wirklich damit beschäftigt hast, wie sorgen wir dafür, dass Menschen in Agenturen, in Beratungen für das bezahlt werden, was sie besser können als ein Computer, Kreativität und Empathie, dann bist du tot. Ja eben, das ist ja das Spannende, braucht das einen Prozess?

Ja, also ja, ja, ja, ja, ja. Kreativität ist besser, wenn sie in einen strukturierten Prozess eingebettet ist und wenn du Räume hast, wo du sagst und hier ist jetzt der Raum, da geht’s los. Ui. Ja, total. Okay, nur für den Spaß, Gegenthese, nur zur Ergänzung, weil ich finde den Weg gar nicht falsch, null. Da bin ich sehr, sehr großer Prozess Fan und unterstütze das.

Hier ist Technik 1, Technik 2, Technik 3. Wir fangen an, da haben wir jetzt zehn Inputs, zehn Inputs, noch zehn Inputs. Super. Am Ende des Tages hast du 200 Ideen. I love it. Das ist der Moment, wo ich sage:

Prozess. Einen Prozess nutzen, um Kreativität zu erzeugen, bombastisch. Aber es gibt auch die andere Seite und die wird es auch immer wieder geben. Da ist der Prozess so: Hey, Redo, trink einen Kaffee, wir sehen uns in fünf Minuten wieder und ich weiß, es kommt was Geniales raus. Absolut.

Siehst du, diese Prise Magic, die wir noch haben und die uns auch immer wieder von den Quantencomputern unterscheiden wird, die brauche ich auch und die muss ich ja auch, nicht prozessual, aber die muss ich ja auch ermöglichen. Korrekt. Immer nur Prozess, Prozess. Schritt 1, Schritt 2, Übung, Übung, Übung, Übung, Übung.

Absolut. Nee, ich finde beide Welten, die sind wichtig, dass wir beide Welten nach wie vor leben. Trink einfach einen Kaffee, geh raus, komm wieder. Oder Übung 1, 2, 3, 4, 5. Beide Wege führen zum Ziel. Wunderbar.

Und für mich ist die Kaffeepause Teil des Prozesses. Also, dass Prozesse einfach so gebaut sind, dass du weißt, da gibt es Freiräume. Weil wenn das nicht stimmen würde, dann wären ja Läden wie IDEO und so weiter, die solche Methoden einfach auch groß gemacht haben, dann wären sie auch nicht so erfolgreich, weil ein strukturierter Prozess, das ist das, was dort hilft.

Aber umso spannender, dass du sagst, im Kreativitätsbereich, hey, klar, Prozess. Dann heißt das aber auch ... Ich muss euch nur langsam mal sicher unterbrechen. Wir gehen nämlich aufs Ende dieser Folge zu. Das ist aber in Ordnung, weil ich würde mal ... Ich hätte noch so einen guten Satz gehabt.

Verdammt nochmal, das ist grauenhaft. Darf ich dir einen Satz, einen Satz?

Komm, einen Satz, raus damit. In einem kreativen Prozess generiert man Inputs mehr als Ideen. Und das ist wichtig, dass man da unterscheidet. Aus einem kreativen, superstrukturierten Prozess entstehen ganz, ganz viele Inputs. Und da muss man wirklich unterscheiden. Das ist dann Input versus Idee.

Und das ist die Magic unserer Branche, da dann herausfiltern zu können, welche von diesen Inputs führt zu einer genialen Idee. Und das macht dann auch den Unterschied aus bei den Agenturen. Satz fertig, vielen Dank. Danke, das hast du toll gemacht. Wunderbar.

Also wir brauchen irgendwie Prozess und Magic und müssen das in irgendeiner Form zusammenmischen. Sind jetzt ein ganz kleines bisschen weggedriftet von den Marketingkanälen. Ist aber gar nicht so schlimm. Dafür habe ich Profis hier sitzen. Wir gehen nochmal zurück zum Thema Marketingkanäle.

Und zwar als Abschlussrunde möchte ich gern von euch allen wissen, was der Kanal ist. Was ist es, in den ihr gerne mehr Energie reinstecken würdet in Zukunft?

Weil ihr da ganz viel Potenzial seht. Heiko, wir fangen bei dir an. LinkedIn, YouTube. LinkedIn und YouTube. Format Video, Kanal LinkedIn. Gut.

Chris.

LinkedIn. Lisa, Marie, Fritz, Reto, Urs, Clara und Karl. Möchtest du das erklären oder soll ich damit jetzt zumachen?

Ich finde, der wichtigste Kanal ist immer noch der Mensch. Und deshalb hadere ich damit, immer sofort zu sagen: YouTube, Facebook und die und die und die und die. Ich glaube, es gibt auch wieder eine Sehnsucht zurück nach dem Kanal Mensch zu Mensch, eins zu eins. Und da habe ich am meisten Bock drauf. Und die können dann ja auf digitale Art und Weise stattfinden.

Das ist ja cool. Aber ich glaube, ich fange immer bei der Person an, anstatt bei der technologischen Kanalentwicklung dahinter. Wunderbar. Ist ein sehr schön menschenzentriertes Abschlusswort. Vielen, vielen Dank. Wir sind es wieder. Eine super spannende Diskussion, die Annalena gegen Ende sogar etwas bremsen musste. Absolut. Und gerade dieses leichte Abdriften von der reinen Vermarktung hin zur Frage, worauf es dann wirklich ankommt, zeigt uns auch wieder, wie tief das Thema eigentlich geht. Ich denke, Dennis Lück hat es gegen Ende ganz gut gebrochen.

Mehrere Wege führen zum Ziel und die Frage nach dem Channel ist der Frage nach den richtigen Menschen untergeordnet. Und wenn wir uns noch mal anschauen, wie dynamisch aktuell auch diese Plattformlandschaft ist, dann wird der Sinn dahinter noch deutlicher. Wenn ich meine Zielgruppe und insbesondere ihre Motive und Schmerzpunkte kenne, dann kann ich die Channels adaptieren. In diesem Sinne sind wir schon wieder am Ende der Folge angekommen. Danke euch fürs Einschalten. Wenn euch der Podcast gefällt, freuen wir uns wie immer über Feedback, Bewertungen und Impulse.

Nächste Woche schließen wir an das heutige Thema an und sprechen mit unseren Experten über die Identifikation der richtigen Kunden und wann Aufträge auch mal abgesagt werden sollten. Bis zum nächsten Mal bei Agency Life Deutschland.

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Datum 25 Mai 2022
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